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12.07.2011

15:25 Uhr

Entscheidung des Kuratoriums

Kritiker können Quadriga-Preis für Putin nicht stoppen

Russlands Premier Wladimir Putin wird die renommierte deutsche Auszeichnung Quadriga erhalten. Daran kann auch die politische Empörung nichts ändern. Selbst ein Mitglied der Bundesregierung konnte nichts ausrichten.

Wladimir Putin. Quelle: Reuters

Wladimir Putin.

Berlin

Trotz heftiger Kritik soll Russlands Premier Wladimir Putin den deutschen Einheitspreis Quadriga erhalten. Er werde wegen seiner „Verdienste für die Verlässlichkeit und Stabilität der deutsch-russischen Beziehungen ausgezeichnet“, hieß es in einer Stellungnahme des Kuratoriums nach einem Krisentreffen am Dienstag.

Zu Vorwürfen, Putins Politik fehle Rechtstaatlichkeit, äußerte sich das Gremium nicht. Aus Sicht russischer Menschenrechtler ist die Auszeichnung mit Blick auf die Präsidentenwahl im kommenden Jahr eine „Wahlkampfhilfe“.

Aus Protest gegen die Entscheidung hatte Grünen-Chef Cem Özdemir das Kuratorium zuvor verlassen. Er begründete den Schritt mit einer „unterschiedlichen Einschätzung über die Verdienste von Wladimir Putin für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“.

Der Quadriga-Preis wird von dem Verein „Werkstatt Deutschland“ verliehen an „Vorbilder, die Aufklärung, Engagement und Gemeinwohl verpflichtet sind“. Die Entscheidung über die Preisvergabe fällt in einem 20-köpfigen Kuratorium, dem unter anderem Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) angehört. Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums betonte jedoch, Ramsauer habe an der Sitzung nicht teilgenommen, in der die Preisvergabe an Putin beschlossen wurde.

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Trotz Kritik soll Russlands Premier Putin den deutschen Einheitspreis Quadriga erhalten. Kuratoriums-Mitglieder quittieren die Entscheidung mit Rückzug – und auch die Politik geht auf die Barrikaden.

Der Preis zum Tag der Deutschen Einheit solle an Personen verliehen werden, die sich um die Demokratie verdient gemacht hätten, betonte Özdemir. Er sehe Putin aber nicht in einer Reihe mit früheren Preisträgern wie Michail Gorbatschow, der Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley und dem ehemaligen tschechischen Präsidenten Václav Havel.

Kommentare (6)

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12.07.2011, 15:52 Uhr

Obszön, ausgerechnet Putin diesen Preis zu verleihen! Andere wie Havel oder Gorbatshov sollten nach Berlin reisen und ihren Preis aus Protest öffentlichkeitswirksam in die Spree werfen, ich übernehme die Kosten für diese "Umweltverschmutzung", falls die Behörden Stafmandate verteilen!

Zahlmeister

12.07.2011, 16:04 Uhr

Man sollte dazu übergehen, im Briefkopf darauf zu verweisen, dass man Nichtinhaber diverser Preise wie Friedensnobelpreis, Karlspreis, Bundesverdientkreuz u.s.w. ist. Das kann allmählich nützlich werden.

rosner

12.07.2011, 16:08 Uhr

ist ja unfassbar, dieser "lupenreine demokrat" (lt. ex-kanzler schröder) soll diese auszeichnung erhalten. welche ignoranten oder desinformierte sind hier am werk.
der kleine ex-kgb-funktionär und nunmehrige milliardär (gehören mehr als 70 % an smurneftegas) - wie kommt dieser demokrat zu diesem vermögen??
ach ja, er ist demokrat und chodorkowsky ist der gauner oder?
was gibt es von putin denn als gegenleistung?

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