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18.05.2017

13:16 Uhr

Entwicklungsminister Müller

„Wir haben globales Gerechtigkeitsproblem“

Gerd Müller sieht ein globales Gerechtigkeits- und Verteilungsproblem bei der Nutzung von Ressourcen und prangert die Problematik an. Der Entwicklungsminister warnt vor massiven und schwerwiegenden Folgen für Europa.

Die Folge des Gerechtigkeitsproblems sei eine massive Einwanderung von Globalisierungsverlierern nach Europa. dpa

Gerd Müller

Die Folge des Gerechtigkeitsproblems sei eine massive Einwanderung von Globalisierungsverlierern nach Europa.

BerlinEntwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hält fairen Handel und Sozialstandards in den Lieferketten für die beste Fluchtursachenbekämpfung. Sollten diese Ziele nicht erreicht werden, stehe eine Masseneinwanderung von Globalisierungsverlierern nach Europa bevor, warnte Müller am Donnerstag im Bundestag. Wenn 20 Prozent der Menschheit 80 Prozent der Ressourcen verbrauche, „dann haben wir ein weltweites Gerechtigkeits- und Verteilungsproblem“, fügte er hinzu. Die weltweiten Märkte bräuchten strengere Regeln. Dazu gehörten: Nein zur Kinderarbeit, faire Löhne, mehr Wertschöpfung vor Ort und verbindliche Umweltstandards.

SPD, Grüne und Linke stellten sich zwar hinter die Ziele des Ministers. Sie warfen ihm aber Schwächen in der Umsetzung vor. Heike Hänsel (Linke) sagte, Müller habe nichts unternommen, um auf EU-Ebene faire Handelsbedingungen für afrikanische Staaten durchzusetzen. Stefan Rebmann (SPD) sagte, der Minister habe zu viele Sonderinitiativen angestoßen. Diese müsse man „zurückfahren auf ein Maß, das erträglich ist“. Von den rund 8,5 Milliarden Euro, die dem Ministerium dieses Jahr zur Verfügung stehen, fließen acht Prozent in Sonderinitiativen. Dazu gehören die Initiative „Eine Welt ohne Hunger“ und eine Initiative zur „Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika, Nahost“.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

18.05.2017, 14:22 Uhr

Der Entwicklungshilfeminister repetiert gerne die ökosozialistischen Parolen der bekannten NGO.

Wenn man die seitens der linken NGO gewünschten Sozial-/Umweltstandards in Ländern wie Bangladesh, Ägypten etc. flächendeckend durchsetzen würde, würden diese Wirtschaften massiv an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und müssten mittels UN Hungerhilfe alimentiert werden. Letztlich ist das wie viele linke Ideologien sehr kontraproduktiv. Sinnvoller ist es die Marktkräfte gewähren zu lassen. Wenn ein gewisser Wohlstand erreicht ist, dann etablieren sich Sozialstandards, Bsp. GB, Deutschland, Japan, Südkorea, Taiwan und zuletzt auch in China aus den Gesellschaften heraus.

Gem. eines US Soziologieprofessors sind es nicht die Ärmsten die "Flüchten"/auswandern, sondern eher die etwas besser gestellten, mit ein wenig Bildung und hinreichend Geld um die Reise in die Altindustrieländer zu bezahlen. Gem. seiner Zahlen gibt es 2,6 Mrd. Menschen die zu arm zum "flüchten"/auswandern sind und 1,7 Mrd. die als potentielle "Flüchtlinge" anzusehen sind. Mit einem steigenden Lebensstandard nimmt die Zahl der potentiellen "Flüchtlinge" zunächst zu.

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