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13.10.2014

19:48 Uhr

Epidemie

Deutschland kann 50 Ebola-Patienten aufnehmen

Deutschland könnte Dutzende von Ebola-Patienten aufnehmen. Auch andere Staaten helfen. Doch reichen die Maßnahmen? Die EU-Gesundheitsminister wollen beraten. In Liberia könnte ein Streik im Gesundheitssystem Folgen haben.

Ebola-Virus

Gröhe: Infektionsgefahr in Deutschland sehr gering

Ebola-Virus: Gröhe: Infektionsgefahr in Deutschland sehr gering

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BerlinTrotz des Vormarsches der Terrormiliz IS streiten die USA und die Türkei weiter über die Nutzung von Stützpunkten in dem Nato-Land. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu, es gebe noch keine Einigung, dass die internationale Allianz die türkischen Stützpunkte für den Kampf gegen den IS nutzen könne.Er dementierte damit Aussagen von Susan Rice, der Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama. Rice hatte im US-Fernsehen gesagt, die Regierung in Ankara habe zugestimmt, ihre Stützpunkte zur Verfügung zu stellen. Minister Cavusoglu bestätigte aber, dass es eine Einigung über die Ausbildung gemäßigter syrischer Rebellen gebe.

Das Anti-IS-Bündnis will die Türkei seit längerem enger einbinden. Die Regierung in Ankara sträubt sich jedoch dagegen und pocht unter anderem auf ein gemeinsames Vorgehen, das sich auch gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad richtet. Die Türkei spielt eine entscheidende Rolle, weil sie unmittelbar an Gebiete grenzt, die von den IS-Extremisten kontrollierte werden.

In der Diskussion um das weitere Vorgehen gegen den IS schloss die Bundesregierung den Einsatz deutscher Bodentruppen in Syrien aus. Bei einem Besuch in Saudi-Arabien wies Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) entsprechende Überlegungen aus Reihen der Grünen zurück: „Das lässt sich leicht fordern in Deutschland, wenn man weiß, dass ein solches Mandat nicht zustande kommt“.

Wie sich Ebola verbreitet

Wann ist Ebola ansteckend?

Nur dann, wenn jemand bereits Symptome zeigt. Diese können allerdings unspezifisch sein. Die Krankheit kann mit Fieber, grippeähnlichen Schmerzen und Unterleibsschmerzen beginnen, später können Erbrechen und Durchfall folgen.

Wie breitet sich Ebola aus?

Durch Körperflüssigkeiten einer infizierten Person. Dazu zählen Blut, Schweiß, Erbrochenes, Urin, Kot, Speichel und Sperma. Diese Flüssigkeiten müssen bei einem anderen Menschen einen Eingangspunkt finden, sie können durch einen Schnitt oder Kratzer eindringen. Das Virus kann zudem weitergereicht werden, wenn jemand mit kontaminierten Händen die Nase, den Mund oder die Augen eines anderen berührt. Oder jemand wird mit den kontaminierten Flüssigkeiten angespritzt. Darum tragen Gesundheitsmitarbeiter Schutzhandschuhe und andere Schutzausrüstung.

Die Weltgesundheitsorganisation teilte mit, Blut, Stuhl und Erbrochenes seien die am stärksten ansteckenden Flüssigkeiten. In Speichel sei der Virus nur bei schwer erkrankten Menschen entdeckt worden, aus Schweiß sei er noch nicht entnommen worden.

Was passiert bei zufälligem Kontakt mit einem Infizierten?

Ebola wird nicht durch die Luft übertragen. Der Direktor der US-Seuchenbehörde (CDC), Tom Frieden, sagte, Menschen steckten sich nicht an, wenn sie beispielsweise nur in einem Bus neben einem Ebola-Patienten sitzen. „Es ist nicht wie bei der Grippe. Es ist nicht wie bei Masern, nicht wie bei der gewöhnlichen Erkältung. Es breitet sich nicht so aus“, sagte er.

Können Hunde das Virus übertragen?

Das weiß man noch nicht genau. Die Behörden schläferten den Hund der spanischen Krankenschwester ein, bei der Ebola diagnostiziert worden war. Es ist aber kein Fall dokumentiert, in dem jemals Ebola von einem Hund auf einen Menschen übertragen wurde. Aber es gibt eine Studie, nach der es möglich sein soll, dass Hunde Ebola bekommen können - ohne Symptome zu zeigen.

Wie wird vorgegangen, wenn ein Ebola-Verdacht besteht?

Die Krankenhäuser, die einen Verdachtsfall haben, informieren ihr Gesundheitsministerium oder die Seuchenbehörde. Dann wird eine Checkliste durchgegangen, um festzustellen, wie hoch das Risiko ist. So wird unter anderem gefragt, ob die Person von einem riskanten Kontakt mit einem bekannten Ebola-Patienten berichtet hat, wie krank sie ist und ob eine andere Diagnose wahrscheinlicher ist.

Deutschland stehe mit der Entscheidung, keine Bodentruppen zu schicken, nicht allein. Die USA und die anderen europäischen Staaten sähen das genauso, betonte Steinmeier. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nannte den Grünen-Vorschlag, die Bundeswehr könne im Rahmen eines UN-Mandats in der Region aktiv werden, „wohlfeil“. Im ZDF sagte sie: „Es wird keine Kampftruppen in Syrien und im Irak geben.“

In der eingekesselten und umkämpften Stadt Kobane eroberten kurdische Volksschutzeinheiten (YPG) in der Nacht zu Montag nach eigenen Angaben Gebiete im Nordosten und Südwesten der Stadt vom IS zurück. Die Kämpfer hätten die Dschihadisten dort nach „schweren Gefechten“ vertreiben können, sagte Kurden-Sprecher Idris Nassan.

Die USA und Saudi-Arabien griffen am Montag gemeinsam vom IS besetzte Stellungen in Syrien an. Südwestlich von Kobane seien eine große und eine kleine IS-Einheit und im Nordosten der Stadt ebenfalls eine kleine Einheit getroffen worden, teilte das Zentralkommando in Tampa (Florida) mit. Die Koalition nahm unter anderem Gebäude und Sammelstellen der Extremisten ins Visier. Nahe der östlichen Provinz Al-Rakka sei zudem eine IS-Garnison getroffen worden.

Dagegen drangen die selbst ernannten Gotteskrieger im Westen des Iraks weiter vor und eroberten eine strategisch wichtige Militärbasis, wie die unabhängige irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News berichtete. Die Stadt Hit liegt knapp 150 Kilometer nordwestlich der irakischen Hauptstadt Bagdad und beherbergte einen der letzten Armeestützpunkte in der vom IS kontrollierten westirakischen Provinz Anbar. Die Regierungstruppen hätten einen „strategischen Rückzug“ angetreten, hieß es.

Wie Susan Rice weiter im US-Fernsehen sagte, gestatte die Türkei künftig, dass auf ihrem Gebiet gemäßigte syrische Rebellen für den Kampf gegen die Dschihadisten ausgebildet werden. Bislang sahen die US-Pläne vor, allein in Saudi-Arabien jährlich 5000 gemäßigte syrische Rebellen auszubilden und mit Waffen auszurüsten. Washington will keine Truppen in Kampfgebiete entsenden, die Regierung in Ankara lehnt eine Bodenoffensive im Alleingang ab.

Am Montag und Dienstag sollte in den USA ein erstes Bündnistreffen für eine langfristige Strategie gegen den IS stattfinden. Zu der Konferenz hat US-Generalstabschef Martin Dempsey mehr als 20 Militärchefs eingeladen, unter anderem aus Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr Woifi Fischer

14.10.2014, 07:28 Uhr

Deutschland kann 50 Ebola-Patienten aufnehmen?

Ich bin gegen die Aufnahme von weiteren EBOLA-Patienten in der BRD.
Alle diese Patienten müssen in ihren Heimatländern behandelt und versorgt werden, dazu müssen Krankenzentren in diesen Ländern errichtet werden, es ist doch eine Utopie, alle diese Patienten nach Deutschland zu hohlen.
Herr Gröhe sollte erst einmal sich genauer informieren, bevor er einen solchen Schwachsinn in die Welt setzt.
Wer einen solchen Lebenslauf aufweist wie Herr Gröhe, ist prädestiniert als Gesundheitsminister zu fungieren:
Nach dem Abitur 1980 am Quirinus-Gymnasium in Neuss absolvierte Gröhe ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität zu Köln, welches er 1987 mit dem Ersten juristischen Staatsexamen beendete. Anschließend war er bis 1993 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. wissenschaftliche Hilfskraft bei Martin Kriele am Seminar für Staatsphilosophie und Rechtspolitik der Universität zu Köln tätig. Nach Ableistung des Referendariats bestand er 1993 auch das Zweite juristische Staatsexamen. Seit 1994 ist er als Rechtsanwalt zugelassen. Seine Anwaltstätigkeit ruht, seit er in den Deutschen Bundestag eingezogen ist.

Herr Ylander Ylander

14.10.2014, 08:36 Uhr

Einfliegen von Ebola-Patienten und "Behandeln" in Deutschland: So ein verantwortungsloser Schwachsinn.

Das ist Drama, dass für Polit-Jobs fachliche und persönliche Qualifikation kein Kriterium sind.


Jeder Dummkopf kann doch verstehen, wo das Problem liegt: Die Bevölkerung der betroffenen Staaten versteht die Zusammnehängen nicht zwischen ihren Lebensgewohnheiten und der Verbreitung der Seuche. Ihnen mangelt es an Intelligenz und Bildung.

Das Problem muss dort vor Ort an der Wurzel gepackt werden.

Herr Ylander Ylander

14.10.2014, 08:48 Uhr

@ HB: Stimmen Sie doch einmal die Schlagzeile mit dem Artikel ab. Da stimmt etwas nicht.

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