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10.03.2017

16:22 Uhr

Erdogan-Gedicht

Böhmermann geht in Berufung

TV-Moderator Jan Böhmermann möchte einem Medienbericht zufolge das Urteil des Landgerichts Hamburg zu seinem Erdogan-Schmähgedicht anfechten. Sein Anwalt Christian Schertz habe am Freitag Berufung eingelegt.

„Herr Böhmermann wird die durch das Urteil erfolgte Einschränkung seiner Grundrechte nicht akzeptieren“, sagt sein Anwalt Christian Schertz. dpa

Böhmermann-Gedicht

„Herr Böhmermann wird die durch das Urteil erfolgte Einschränkung seiner Grundrechte nicht akzeptieren“, sagt sein Anwalt Christian Schertz.

HamburgIm Streit zwischen Recep Tayyip Erdogan und Jan Böhmermann um dessen Gedicht „Schmähkritik“ will der TV-Moderator nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ das Urteil des Landgerichts Hamburg anfechten. Böhmermann-Anwalt Christian Schertz habe am Freitag Berufung eingelegt, berichtete die Zeitung.

Das Landgericht hatte am 10. Februar einer Klage des türkischen Präsidenten teilweise stattgegeben. Die Pressekammer verbot dem Satiriker, „ehrverletzende“ Verse des gegen Erdogan gerichteten Gedichts zu wiederholen. Erdogan wollte den Beitrag komplett verbieten lassen.

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Medienanwalt Christian Schertz vertritt Jan Böhmermann in der Schmähgedicht-Affäre. Von Günther Jauch bis Nico Rosberg – schon oft trat er für die Rechte von Prominenten ein. Diesmal hat er jedoch die Fronten gewechselt.

„Herr Böhmermann wird die durch das Urteil erfolgte Einschränkung seiner Grundrechte nicht akzeptieren“, sagte Schertz der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). „Man kann ein Kunstwerk nicht in Einzelteile sezieren.“

Das Gericht habe den aktuellen Gesamtkontext nicht berücksichtigt. Erdogan schränke die Grundrechte in der Türkei systematisch ein und lasse Kritiker und Journalisten inhaftieren. „Das übersteigerte Ehrempfinden“ Erdogans dürfe ebenso wenig zum Maßstab des deutschen Rechtsstaates werden wie persönlicher Humorgeschmack oder strategische Erwägungen der Politik.

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Das Hamburger Landgericht lässt sich nicht beirren. Der ZDF-Moderator Böhmermann darf Erdogan weiterhin nicht als Zoophilen mit „Schrumpelklöten“ beschimpfen – und muss dem türkischen Präsidenten die Kosten erstatten.

Ein Sprecher des Gerichts konnte auf Anfrage nicht bestätigen, dass die Berufung bereits eingegangen ist.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Hans Henseler

10.03.2017, 17:24 Uhr

Geschmacklosigkeiten und Anschuldigungen unter der Guerterlinie muessen geahndet werden. Ich hoffe die Revision wird kostenpflichtig abgeschmettert.

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