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18.05.2012

10:17 Uhr

„Erfolgsprinzip Frau“

Wie die SPD den Merkel-Thron erklimmen kann

VonDietmar Neuerer

Nach ihrem fulminanten Erfolg bei der NRW-Wahl stehen Hannelore Kraft in der SPD alle Türen offen. Feministinnen-Ikone Alice Schwarzer ist sogar überzeugt: Die „Hannelore aus Mülheim“ hat das Zeug zur Kanzlerin.

Hannelore Kraft. dpa

Hannelore Kraft.

BerlinHannelore Kraft ist es gelungen, was die drei männlichen Bewerber für die Kanzlerkandidatur - Parteichef Sigmar Gabriel, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück - bislang nicht geschafft haben: Eine wichtige Wahl für die Sozialdemokraten zu gewinnen.

Mit ihrem fulminanten Erfolg in Nordrhein-Westfalen hat Kraft allerdings noch viel mehr erreicht. Die 50-jährige hat die Herzkammer der Genossen für die Partei endgültig zurückgeholt und die Schmach von 2005, als man der CDU unterlag, glatt gezogen. Sie hat das letzte Ergebnis von 34,5 Prozent sogar noch ausgebaut, sie hat die SPD-Traumkonstellation Rot-Grün möglich gemacht und dabei gleichzeitig die Linke kalt gestellt. Größere Erfolge kann man derzeit kaum einfahren für die SPD.  Das dürfte nicht nur die führende Männer-Riege, die sogenannte SPD-Troika, beeindruckt haben, sondern auch Angela Merkel. Ihr könnte mit Kraft bald eine ernsthafte Gegnerin gegenüberstehen. Das meint zumindest die Feministinnen-Ikone Alice Schwarzer.

Die Verlegerin und Chefredakteurin der Frauenzeitschrift „Emma“ glaubt, für ihre Einschätzung gute Gründe zu haben. In ihrem Blog schreibt sie dazu: „Die Zeit der Alphamänner in der Politik scheint in unseren Breitengraden besiegelt zu sein.“ Der überragende Sieg von Hannelore Kraft sei vor allem „ein Sieg des Prinzips Frau bzw. des Prinzips Mensch“. Nach Schwarzers Beobachtung hat die Bürger allerdings weniger die Politik der Kandidatin überzeugt, sondern vielmehr ihr Stil. „Bescheidenheit, Solidarität, Sachorientiertheit. Also der Effekt, der die Menschen nach dem XL-Alphatrauma mit Schröder/Fischer zu Merkel trieb“, ist Schwarzer überzeugt.  

Dass Merkels Sieg im Jahr 2005 allerdings dennoch denkbar knapp ausfiel , führt Schwarzer auf Widerstand in ihren Reihen zurück. „Es waren laut Wahlanalyse die alten Konservativen, die die eigene Kandidatin nicht gewählt haben.“ Ob das Krafts Chancen als mögliche Kanzlerkandidatin erhöhen würde? Das lässt Schwarzer in ihrem Blog-Eintrag offen: „Sollte Merkel es 2013 noch einmal schaffen, wäre es von nun an wahrscheinlich, dass der ersten Kanzlerin Deutschlands im Jahr 2017 auf den Fuß die zweite Kanzlerin folgt, diesmal eine sozialdemokratische“, gibt sie sich dennoch zuversichtlich.

Hannelore Kraft in Partylaune

Singen mit der Siegerin

Hannelore Kraft in Partylaune: Singen mit der Siegerin

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Kommentare (19)

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Africaqueen

18.05.2012, 10:30 Uhr

Die Schuldenkönigin hat nur keine Zukunft. Das Keynesianische Modell ist am Ende der Papierwährungen angelangt. So wird das nix.
Wer meint, mit Gelddrucken schaffe man Wohlstand... Simbabwe müsste danach das reichste Land der Welt sein!

SabineM

18.05.2012, 10:30 Uhr

Gerade Merkel hat gezeigt, dass Frauen es auch nicht besser machen als Männer. Noch nie wurde Deutschland so schlecht regiert wie derzeit - mit schlimmen Folgen für die nachfolgenden Generationen. Noch nie hat eine Regierung es geschafft, die Souveränität nachfolgender Parlamente aufzuheben - Merkel macht das (ESM)

Account gelöscht!

18.05.2012, 10:38 Uhr

Sie haben vollkommen recht. Aber das liegt nur daran, dass Merkel von den vielen bösen Männern am richtigen Regieren gehindert wurde. *Ironie*

Übrigens, Schwarzer war auch hellauf begeistert als Merkel an die Macht kam. Das sollte uns erst recht zu denken geben!

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