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27.05.2014

11:00 Uhr

Erhöhung ab 2016

Koalition steckt mehr Millionen in das Bafög

Die Große Koalition will mehr Geld für den Ausbau von Krippen und Kitas bereitstellen. Zudem übernimmt der Bund die Kosten für die Ausbildungsförderung Bafög komplett. Die Länder geben dafür ein großes Privileg auf.

Das Bafög, das vielen Studenten bei der Finanzierung ihres Studiums hilft, soll zum Wintersemester 2016/17 umfassend reformiert werden. dpa

Das Bafög, das vielen Studenten bei der Finanzierung ihres Studiums hilft, soll zum Wintersemester 2016/17 umfassend reformiert werden.

BerlinDie schwarz-rote Koalition hat sich auf eine Erhöhung des Bafög ab dem Wintersemester 2016 geeinigt. Zudem übernimmt der Bund nach Angaben von Finanzminister Wolfgang Schäuble die Finanzierung des Bafög ab 2015 alleine und entlastet damit die Länder um jährlich 1,17 Milliarden Euro. Diese freiwerdenden Mittel sollen sie für Bildungsausgaben einsetzen. Zudem soll das Bafög zum Wintersemester 2016/17 umfassend reformiert werden. Auch dafür werden laut Schäuble insgesamt 625 Millionen Euro bereitgestellt.

Damit sich der Bund wieder unter bestimmten Voraussetzungen an der Finanzierung etwa von Hochschulen beteiligen kann, soll das Grundgesetz ergänzt werden. Bisher hindert das Kooperationsverbot den Bund, Bildungsprojekte auf Länderebene finanziell zu fördern. Hier gibt es laut Schäuble aber noch keine endgültige, verfassungsrechtlich abgeklopfte Formulierung.

Bildungserfolg und soziale Schichten

Schulerfolg hängt von sozialer Herkunft ab

Die Lehrer sind sich einig: Der Schulerfolg hängt maßgeblich von der sozialen Herkunft ab.

Der Einfluss der sozialen Schicht des Elternhauses auf die Leistung von Schülern ist sehr groß, sagen 33 Prozent der Lehrer, groß sagen 49 Prozent der Lehrer und gar nicht groß sagen 15 Prozent. Unentschieden sind drei Prozent der Lehrer.

Lehrer sehen zunehmende soziale Differenzierung

18 Prozent der Lehrer haben den Eindruck, dass die Leistungsunterschiede zwischen den Kindern aus verschiedenen sozialen Schichten zu 60 Prozent an Grundschulen zugenommen haben, 17 Prozent haben den Eindruck, die Unterschiede haben zu 63 Prozent an Haupt/Realschulen zugenommen, 37 Prozent meinen, der Unterschied habe an Gymnasien zu 45 Prozent zugenommen.

Mittlere soziale Schichten

Von Kinder aus mittleren sozialen Schichten besuchen 52 Prozent ein Gymnasium, 33 Prozent eine Realschule, sieben Prozent eine Hauptschule, acht Prozent eine Mischform aus Haupt- und Realschule und 13 Prozent eine Gesamtschule.

Schwächere soziale Schichten

Von Kindern, deren Eltern aus schwächeren sozialen Schichten sind, besuchen 30 Prozent ein Gymnasium, 34 Prozent eine Realschule, 17 Prozent eine Hauptschule, elf Prozent eine Mischform aus Haupt- und Realschule und 18 Prozent eine Gesamtschule.

Höhere soziale Schichten

Von Kindern aus höheren sozialen Schichten besuchen 70 Prozent ein Gymnasium, 25 Prozent eine Realschule, fünf Prozent eine Hauptschule, ein Prozent eine Mischform aus Haupt- und Realschule und 14 Prozent eine Gesamtschule.

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag insgesamt sechs Milliarden Euro zur Entlastung des Bildungsbereichs versprochen. Am Montag hatten sich die Parteichefs von CDU, CSU und SPD auf die Verteilung der Zusatzmilliarden verständigt.

Zum Ausbau von Krippen und Kitas solle das Sondervermögen von derzeit 450 Millionen Euro bedarfsgerecht auf bis zu eine Milliarde Euro aufgestockt werden, sagte Schäuble weiter. Darüber hinaus solle der Festbetrag an der Umsatzsteuer zugunsten Länder um jeweils 100 Millionen in den Jahren 2017 und 2018 erhöht werden.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

27.05.2014, 11:29 Uhr

Was soll das denn bringen, wenn jeder Depp studiert?

Einem Esel kann man auch nicht das Lesen beibringen.

wo nichts drin ist, kann man nichts rausholen.

Account gelöscht!

27.05.2014, 13:11 Uhr

Wow, eine ganze Milliarde für Kitas bei einer Geburtenrate von ganzen 1,3 Kindern pro Frau seit Jahrzehnten? So dringend ist das Problem ja nun auch nicht. Wundert mich, dass die CDU nicht lieber das Herdgeld erhöht hat oder potentiellen Müttern höhere Fantasierenten in 40 Jahren versprochen hat.
Zum Vergleich: Das Target-2 Saldo liegt bei rund 600 Mrd.

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