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18.02.2011

09:46 Uhr

Erklärung zu Vorwürfen

Guttenberg versucht den Befreiungsschlag

Das Krisengespräch bei der Kanzlerin zeigt Wirkung: Karl Theodor zu Guttenberg, der wegen Schummeleien in seiner Doktorarbeit unter massivem Druck steht, geht nun in die Offensive und will sich erklären.

Wie groß sind die Vorwürfe wirklich für Karl-Theodor zu Guttenberg? Quelle: dapd

Wie groß sind die Vorwürfe wirklich für Karl-Theodor zu Guttenberg?

BerlinVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will an diesem Freitag voraussichtlich eine Erklärung abgeben. Der 39 Jahre alte CSU-Politiker war am Donnerstagabend im Kanzleramt gewesen, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen zu beraten. ZDF und ARD berichteten, Merkel habe Erklärungen von dem Minister verlangt. Unionspolitiker nahmen ihn in Schutz.

Plagiatsjäger listeten derweil  im Internet mehr als 80 Textstellen auf, die Guttenberg abgekupfert haben soll, ohne korrekt darauf hinzuweisen. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nimmt Guttenberg aber in Schutz.  „Ihm zu unterstellen, dass er die ganze Doktorarbeit abgeschrieben haben soll, (...) wird dem Charakter dieser Arbeit überhaupt nicht gerecht“, sagte er im Deutschlandfunk. „Jedem passiert auch mal vielleicht ein Fehler.“

Schäuble empfahl aber, so rasch wie möglich Klarheit zu schaffen. Auf die Frage, ob Guttenberg wegen dieser Affäre zurücktreten müsse, sagte Schäuble: „Wir müssen zunächst einmal warten (...) und den Sachverhalt aufklären.“

Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) forderte in der „Rheinischen Post“ Geduld bei der Prüfung der Vorwürfe. „Ich finde, auch Minister haben den Anspruch, nicht vorverurteilt zu werden.“ Der Parlamentarische Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt (CSU) sagte im „Hamburger Abendblatt“: „Wenn die bisherigen Fußnoten nicht ausreichen, muss es eine zweite, verbesserte Auflage geben.“ CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder sagte im Deutschlandfunk: „Ich glaube, hier sind offenbar Fehler passiert.“ Dies könne er aber nicht abschließend beurteilen.

Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz legte dem Minister im „Kölner Stadt-Anzeiger“ den Rücktritt nahe für den Fall, dass ihm der Doktortitel aberkannt wird. „Mit diesem Makel kann man nicht mehr Minister sein.“

Die Universität Bayreuth hatte ihm am Donnerstag eine Frist von zwei Wochen gesetzt, um Stellung zu nehmen zu den Vorwürfen. Guttenberg hatte am Mittwoch Fehler nicht ausgeschlossen.

Von

dpa

Kommentare (9)

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18.02.2011, 09:58 Uhr

Ist schon interessant, wer alles meint, sich einmischen zu müssen. Auch diese ,,Fehler,, schleichen sich nicht von alleine in eine Doktorarbeit ein, aber wer meint den ersten Stein werfen zu müssen, der hat es getan, gutenberg hat wohl einen schlechten Mentor gehabt.

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18.02.2011, 10:29 Uhr

Der Plagiator
Ja, man kann auch mal Fehler machten; aber 80 Fehler?
Er wird wohl sang und klanglos als "Der Plagiator" aus der deutschen Geschichte verschwinden.

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18.02.2011, 10:33 Uhr

Als ob wir keine andere Baustellenin Deutschland zu bearbeiten haben. Wenn sich die Herren Politiker endlich mal um ihre Aufgaben kümmern würde...Es ist doch ein absolutes Armutszeugnis wie hier dreckige Wäsche gewaschen wird.
Mir fehlen die Worte und Ihnen wie man sieht die Argumente um Wähler zu gewinnen. Eine Schande!

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