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02.06.2012

15:08 Uhr

Ermittlungen laufen

Stadtteil nach Neonazi-Demo verwüstet

Der Hamburger Stadtteil Wandsbek gleicht einem Katastrophengebiet. Bei schweren Ausschreitungen rund um einen Aufmarsch Rechtsextremer sind ganze Straßenzüge verwüstet worden.

Ein Polizist geht in Hamburg im Bezirk Wandsbek am Rande eines Aufmarsches von Rechtsextremen an einer angezündeten Barrikade vorbei. dapd

Ein Polizist geht in Hamburg im Bezirk Wandsbek am Rande eines Aufmarsches von Rechtsextremen an einer angezündeten Barrikade vorbei.

HamburgDurch schwere Ausschreitungen rund um eine Demonstration von Rechtsextremen ist am Samstag der Hamburger Stadtteil Wandsbek verwüstet worden. Gegner des Neonazi-Aufmarschs stellten am Eilbeker Weg Straßenbarrikaden auf, um die Marschroute zu blockieren. Dann zündeten sie die aus Müll oder Tonnen bestehenden Barrikaden an. Die Polizei rückte mit Wasserwerfern an, um die Flammen zu löschen. Augenzeugen sprachen von einem Bild wie „in einem Katastrophengebiet.“

Zuvor hatten Teilnehmer einer ursprünglich angemeldeten Gegendemonstration in Wandsbek Polizisten mit Steinen und Böllern beworfen. Acht Beamte wurden verletzt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Täter ordnete sie der linken Szene zu. Beamte umstellten die Gruppe und nahmen 500 bis 700 Teilnehmer in Gewahrsam, um deren Personalien aufzunehmen. Es wurden Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs eingeleitet.

Gegen Mittag waren der Sprecherin zufolge stadtweit „über tausend“ Polizisten im Einsatz. Neben Wasserwerfern war die Polizei auch mit einem Hubschrauber unterwegs, um den Überblick über die Veranstaltungen in der Stadt zu behalten. „Die Lage ist sehr unübersichtlich“, sagte die Sprecherin. Schon in der Nacht hatten Brandstifter elf Polizeiautos auf dem Parkplatz eines Hotels angezündet, in dem Beamte schliefen. Die Täter waren unerkannt entkommen.

Polizei geht gegen Sitzblockaden vor

Am Samstag protestierten aber auch Tausende Menschen friedlich in der Innenstadt gegen den Aufmarsch der Rechtsextremen. Am Morgen gab es eine Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) mit Polizeiangaben zufolge 3.000 Teilnehmern und eine Kundgebung des vom Senat unterstützten Bündnisses „Hamburg bekennt Farbe“ vor dem Rathaus. Nach Polizeiangaben versammelten sich dort 10.000 Menschen. Es gab ein buntes Bühnenprogramm, Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hielt eine Rede.

Ebenfalls friedlich versuchten Menschen mit Sitzblockaden den Aufmarsch der Neonazis zu verhindern. Am Eilbeker Weg setzten sich Hunderte auf die Straße. Ein Sprecher der Veranstalter berichtete dapd von Festnahmen, zudem seien einige Teilnehmer von der Polizei verletzt worden. Ein Augenzeuge berichtete, dass Beamte die Blockierer mit körperlicher Gewalt und Wasserwerfern von der Straße entfernten. Eine Polizeisprecherin bestätigte Festnahmen. „Wir versuchen den Eilbeker Weg freizubekommen“, sagte sie.

Derweil erreichten nach offiziellen Angaben gegen 13 Uhr rund 500 Neonazis die Kreuzung Pappelallee/Hammer Straße, um von dort aus in Richtung des Eilbeker Wegs zu marschieren.


Von

dapd

Kommentare (1)

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02.06.2012, 16:47 Uhr

Frage 1.
Wer sagt denn eigentlich immer allen Bescheid, wenn da mal eine Demo von ein paar NPD-Hanseln ist?
D. h. doch, die linken Krawallmacher werden von der jeweiligen Stadt geradzu aufgefordert angeblich als Gegendemo da zu sein.
Unter dem Deckmäntelchen von Bürgerinitiativen formieren sie sich
Denn die Linken sind ja die Freunde der Politik, die Linken sind quasi die Privatarmee der Politik und alles was nicht ganz auf dem angeagten linken Mainstream ist, wird bekämpft, auch Gruppierungen, die mit der NPD gar nichts zu tun haben, werden ja mittlerweile in die rechte Ecke gesteltl und die Linken in Marsch gesetzt.
Ausbaden darf diesen verlogenen Mist unserer Politiker, die mit Gewalt ein stramm linkes Land wollen, dann die Polizei.
Was sind die Politiker für elende und armselige Typen
Warum geht man nicht nach dem Motto "Die Nzis haben eine Demo und keienr geht hin"
Abr nei, man macht die ganze Stadt mobil.
Bei uns herrscht längst Links-Faschismus und der muß durchgesetzt und eingehalten werden
Deutschland schafft sich ab

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