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14.10.2011

11:17 Uhr

Erneuerbare Energien

Ökostrom-Umlage lässt Strompreise steigen

Die Ökostrom-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt 2012 leicht auf knapp 3,6 Cent pro Kilowattstunde. Die Erhöhung zahlen Industrie und Verbraucher über den Strompreis.

Solaranlagen und Windkraftanlagen: 2012 wird die Ökostrom-Umlagen angehoben. dapd

Solaranlagen und Windkraftanlagen: 2012 wird die Ökostrom-Umlagen angehoben.

BerlinDie deutschen Verbraucher müssen sich im kommenden Jahr auf leicht steigende Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien einstellen. Die von allen Bürgern über den Strompreis zu zahlende Ökostrom-Umlage wird 2012 leicht von 3,5 auf knapp 3,6 Cent pro Kilowattstunde steigen. Die vier Übertragungsnetzbetreiber als Verwalter des Umlagekontos bestätigten am Freitag bereits vorab bekanntgewordene Zahlen.

Insgesamt kostet die Förderung einen Durchschnittshaushalt pro Jahr je nach Verbrauch 120 bis 150 Euro. Die Umlage wird 2012 auf exakt 3,592 Cent je Kilowattstunde steigen.

Die Höhe der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist ein Politikum. Die Bundesregierung hatte sich bei den Beschlüssen für die Energiewende im Sommer festgelegt, die EEG-Umlage werde in den kommenden Jahren 3,5 Cent nicht übersteigen. Sie wollte damit Befürchtungen entgegentreten, der schnelle Umstieg auf erneuerbare Energien werde enorme Kosten verursachen.

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Tatsächlich war die Umlage bereits in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Allein zum Jahresbeginn 2011 kletterte sie um 70 Prozent von 2,047 Cent auf den heutigen Wert von 3,53 Cent. Die Umlage summiert sich für die Verbraucher zu stattlichen Beträgen: 2010 waren es 13 Milliarden Euro.
Nach Ansicht der Energiepolitiker von Union und FDP ist der neuerliche Anstieg der Umlage ein Alarmsignal: "Man muss sich die Frage stellen, ob das Fördersystem nicht umgestellt werden kann", sagte Klaus Breil, energiepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, dem Handelsblatt im Vorfeld der Erhöhung. Breil schlug vor, die Höhe der Vergütung strikt an der Produktivitätssteigerung der Anlagen zu orientieren.

"Mittelfristig brauchen wir grundsätzlich neue Konzepte. Die EEG-Vergütungen dürfen nicht zu einer Dauersubvention werden", sagte Thomas Bareiß, energiepolitischer Koordinator der Unionsfraktion, dem Handelsblatt. Es müssten "mehr Markt und mehr Wettbewerb ins System", forderte Bareiß. Zwar habe man mit der jüngsten EEG-Novelle Marktmechanismen eingeführt. Dies könne aber nur ein Anfang sein. "In der kommenden Legislaturperiode muss das Thema ganz grundsätzlich bearbeitet werden", verlangte Bareiß. Außerdem sei eine stärkere europaweite Abstimmung der Förderung erforderlich.

Das Gesetzespaket zur Energiewende

Das Atomgesetz

Im Mittelpunkt steht das Atomgesetz, mit dem die stufenweise Abschaltung aller Atomkraftwerke bis 2021/2022 festgeschrieben werden soll. Drei AKW sollen 2015, 2017 und 2019 vom Netz gehen, drei weitere 2021 und die drei Letzten 2022. Im Gegenzug sollen die erneuerbaren Energien massiv gefördert werden, wofür ein rascher Ausbau der Stromnetze nötig ist.

Das Netzausbaubeschleunigungsgesetz (Nabeg)

Mit dem Gesetz wird die Zuständigkeit für die Genehmigung von Stromübertragungsleistungen beim Bund konzentriert.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Mit dem EEG werden die Vergütungssätze für Öko-Strom festgelegt. Zunächst geplante Einschnitte bei der Onshore-Windkraft sollen zurückgenommen werden.

Die Energiesparverordnung (EnEV)

Die EnEV regelt die Energieeffizienz von Gebäuden.

Das Gesetz zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Die Bundesregierung wird die Mittel für die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung-Förderung (KWK) effizienter einsetzen, um die Energieerzeugung aus KWK-Anlagen deutlich zu stärken.

Bauplanungsrecht

Das Bauplanungsrecht soll die Ausweisung von Flächen für EEG-Anlagen erleichtern.

Das Energiewirtschaftsgesetz

Das Gesetz betritt unter anderem die Einführung intelligenter Stromzähler.

Gesetz über den Energie-Klimafonds

Ursprünglich sollten Atomkonzerne als Gegenleistung für die beschlossene Laufzeitverlängerung in den Fonds einzahlen. Durch den Ausfall der Verlängerungen fallen nun auch die Zahlungen weg.

Mit dem Anstieg der Umlage haben sich schlimmste Befürchtungen allerdings nicht bestätigt. In den vergangenen Wochen hatte es geheißen, ein Anstieg der Umlage auf bis zu vier Cent je Kilowattstunde sei durchaus denkbar.

Kommentare (8)

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sterbende_demokratie

14.10.2011, 11:19 Uhr

Es lebe die Klimalüge und das CO2 Märchen.
Sie bieten die perfekte Grundlage zum Geld drucken.
Alaaf und Helau an die Grünen Pöbelclowns.

Account gelöscht!

14.10.2011, 11:40 Uhr

Keine Bange,die 4 cent kommen schon bald, dann 5 und 6 cent. Damit es nicht so schnell geht,könnte man die Liqiditätsreserve ins Minus laufen lassen.Der Atomausstieg in dieser Form kostet der deutschen Volkswirtschaft einen dreistelligen Milliardenbetrag. Die Nachbarn reiben sich zuerst die Augen und dann die Hände.

Account gelöscht!

14.10.2011, 11:54 Uhr

warten sie bitte bis zum winter, wenn die sonne nicht scheint!

im somemr haben wir keine probleme. da ist überproduktion, so dass wir teilweise den strom verschenken müssen - nach österreich und die schweiz. diese beiden länder speichern den strom in pumpspeicherwerke. und lösen diese reserve im winter wieder auf. was machen diese beiden länder dann damit? richtig! sie verkaufen den strom nach deutschland!!! ich betone, wir KAUFEN den strom.

das ist ökopolitik, die mit ökonimischen sachverstand gepaart ist. leider stimmt es diesmal wirklich, dass deutsche poilitik gegen deutschland wirkt...und keiner hats gemerkt.

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