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20.03.2014

07:05 Uhr

Erneute Arbeitsniederlegung

Verdi droht schon jetzt mit weiteren Streiks

Die Arbeitnehmer können mehr – Verdi-Chef Bsirske geht mit Kampfansagen in die neue Verhandlungsrunde für den Öffentlichen Dienst. Während Vertreter der Kommunen zur Mäßigung aufrufen, will Verdi die Aktionen ausweiten.

Er sieht das Ende der Streikkraft noch lange nicht erreicht: Verdi-Chef Frank Bsirske startet kampfeslustig in die nächste Tarifrunde. dpa

Er sieht das Ende der Streikkraft noch lange nicht erreicht: Verdi-Chef Frank Bsirske startet kampfeslustig in die nächste Tarifrunde.

PassauVor der Fortsetzung der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hat Verdi-Chef Frank Bsirske indirekt mit einer Ausweitung der Warnstreiks gedroht. Wenn die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegten, „sind die Kolleginnen und Kollegen in der nächsten Woche noch steigerungsfähig“, sagte Bsirske der „Passauer Neuesten Presse“. Am Mittwoch hatten nach Gewerkschaftsangaben bundesweit mehr als 40.000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, seit Wochenbeginn waren es über 110.000 Mitarbeiter von Bund und Kommunen.

„Wie gut der öffentliche Dienst funktioniert, merken viele erst, wenn mal gestreikt wird“, sagte Bsirske, Die Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst liege seit dem Jahr 2000 noch immer um mehr als 4,5 Prozent unter dem Durchschnitt der Tarifentwicklung der Gesamtwirtschaft, sagte Bsirske. „Hier wollen wir aufholen.“ Beschäftigte in unteren und mittleren Entgeltgruppen hätten einen zusätzlichen Nachholbedarf.

Die Gewerkschaften Verdi und der ddb-Beamtenbund fordern für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen Entgelterhöhungen um 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent, eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden.

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Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, rief die Gewerkschaften vor Beginn der zweiten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hingegen zur Mäßigung auf. Gerade die geforderten Zuwächse im unteren Lohnbereich durch den hohen Sockelbetrag von 100 Euro erhöhten den Druck auf die Kommunen, solche Aufgaben zu privatisieren, warnte Landsberg in der „Rheinischen Post“. Schon heute seien die Tariflöhne des öffentlichen Dienstes für einfachere Tätigkeiten höher als in der Privatwirtschaft. „Die Gewerkschaften müssen aufpassen, dass nicht der Ast abgesägt wird, auf dem sie sitzen“, sagte Landsberg.

Nach einer Welle von Warnstreiks werden die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften am Donnerstag in Potsdam fortgesetzt.

Von

afp

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

20.03.2014, 08:59 Uhr

...deren gehaltserhöhung zahlt dann der bürger; hr. birske kann sich das ja als ar-mitglied in diversen läden locker leisten. wie immer die frage: was verdienen die gewerkschaftsmitarbeiter?

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20.03.2014, 09:17 Uhr

Obwohl ich Gewerkschaften für erforderlich halte, habe ich bei "VERDI" erhebliche Bedenken. Der gutversorgte öffentliche Dienst kommt nicht zu kurz.
Warum wieder pauschale Erhöhungen für alle?
Warum nicht spürbare Erhöhungen für Niedrigverdiener?
Da sollte man was tun und nicht für die fetten Pfründe städtischer Verwaltungsangestellten.

Account gelöscht!

20.03.2014, 10:02 Uhr

Einfach mehr Beamte einstellen. ;) Die dürfen nämlich nicht streiken und man kann wie z. B. in Rheinland-Pfalz zur Sanierung des gegen die Wand gefahrenen Haushalts die jährliche Erhöhung ganz einfach per Gesetz auf 1 % begrenzen und das auf Jahre (hier bis 2016).

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