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06.10.2013

14:52 Uhr

Ersatz für Wowereit

Hessens SPD-Chef Schäfer-Gümbel vor Karrieresprung

Nach dem vergleichsweise guten Ergebnis bei der Landtagswahl winkt Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel nun der Karrieresprung in der Bundespartei. Die Entscheidung über den Aufstieg fällt in den nächsten Wochen.

Nach dem vergleichsweise guten Abschneiden bei der Landtagswahl winkt SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel nun der Aufstieg in der Bundespartei. dpa

Nach dem vergleichsweise guten Abschneiden bei der Landtagswahl winkt SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel nun der Aufstieg in der Bundespartei.

WiesbadenHessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel soll nach Vorstellungen seines Landesverbandes in der Bundespartei aufsteigen. Die beiden SPD-Unterbezirke in Hessen kündigten am Sonntag an, dass sie den 44-Jährigen als Vizeparteichef vorschlagen würden. Gewählt wird die Parteiführung Mitte November auf einem Bundesparteitag in Leipzig. Derzeit gibt es fünf Stellvertreter von SPD-Chef Sigmar Gabriel. Einer von ihnen, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, hatte angekündigt, er werde für diesen Posten nicht erneut kandidieren. Schäfer-Gümbel könnten dessen Platz dann übernehmen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel begrüßte die Nominierung von Schäfer-Gümbel, der in Hessen die Bildung einer Landesregierung unter seiner Führung auslotet. „Thorsten Schäfer-Gümbel hat den hessischen Landesverband der SPD nicht nur geeint, sondern Hessen wieder zu einem starken Land für die SPD gemacht“, sagte Gabriel, der derzeit fünf Stellvertreter hat.

Mit ihrem Spitzenkandidaten Schäfer-Gümbel hatte die Hessen-SPD bei der Landtagswahl am 22. September zugelegt, aber die angestrebte Mehrheit für Rot-Grün verfehlt. Auch CDU und FDP haben keine eigene Mehrheit mehr. Daher laufen in Hessen derzeit Sondierungsgespräche. In der zurückliegenden Woche hatten sich CDU und SPD sowie Grüne und SPD getroffen. In dieser Woche wollen SPD und Grüne erstmals gemeinsam auch mit der Linkspartei sprechen. Außer einer großen Koalition von CDU und SPD hätten im Landtag rechnerisch auch Rot-Rot-Grün, Schwarz-Grün sowie ein Bündnis aus SPD, Grünen und FDP eine Mehrheit. Die FDP hat solch ein Ampelbündnis aber bereits abgelehnt.

Hessen-Wahl in Fakten und Zahlen

Bevölkerung

Rund 4,4 Millionen Menschen sind wahlberechtigt.

Anzahl der Stimmen

Jeder Wahlberechtigte kann am Sonntag in Hessen insgesamt vier Stimmen vergeben, zwei für die Bundestags- und zwei für die Landtagswahl.

Erstwähler

Etwa 276.000 junge Menschen nehmen erstmals an einer Landtagswahl teil.

Kandidaten

672 Kandidaten treten an, 424 davon sind von den im Landtag vertretenen Parteien aufgestellt, darunter 148 Frauen. Ihr Anteil beträgt 35 Prozent und ist damit um sechs Punkte gesunken.

Dauer der Legislatur

Der Landtag wird für fünf Jahre gewählt.

Mandate

Zu vergeben sind 110 Sitze im Parlament, 55 Abgeordnete werden aus den Wahlkreisen direkt in den Landtag gewählt, 55 Abgeordnete kommen von den Listen der Parteien. Hinzu könnten Überhang- und Ausgleichsmandate kommen.

Fraktionen

Fünf Fraktionen gab es zuletzt im Landtag: CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke. Umfragen zufolge muss die Linke aber zittern, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde erneut überwinden kann.

Sozialdemokraten und Grüne wollten gemeinsam mit der Linkspartei sprechen. SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel sagte: „Rot-Grün waren sich dabei vor allem in einem ersten und wichtigen Punkt einig, dass das Wahlergebnis ein klarer Auftrag für einen Politikwechsel in Hessen ist.“ Zwar hatten weder SPD noch Grüne eine Koalition mit der Linken ausgeschlossen, bislang wurde sie jedoch wegen großer inhaltlicher Differenzen für unwahrscheinlich gehalten.

Schäfer-Gümbel ergänzte, Rot-Grün habe die Option, mit der Linkspartei oder mit der FDP ein Dreier-Bündnis einzugehen. „Ob das überhaupt realistische Wege sind, werden wir wissen, wenn wir wissen, was die inhaltlich, organisatorisch, strukturell zu sagen haben. Da bin ich sehr gespannt.“

Die designierte Generalsekretärin der Bundes-FDP und hessische Kultusministerin Nicola Beer sagte, es gebe keine Schnittmengen mit SPD und Grünen für ein Ampel-Bündnis. Wie 2008 gebe es zwar intensive Anfragen in diese Richtung. Sie habe aber damals dankend abgewinkt und mache es auch jetzt wieder.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

06.10.2013, 15:14 Uhr

Wellensittich auf dem Flug in Richtung Berlin.

Wieder ein "Gumensch-Aussitz-Grinser" in den Reihen der Block-Parteien. Plündern die Steuerzahler aus. Stellen das Leistung-Prinzip auf den Kopf. Kassieren üppige Pensionen gezahlt aus Steuergeld unserer Kinder steuerfrei ! Schuldenberg aus ganz Europa wird aufgetürmt.

Hesse

06.10.2013, 16:26 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Laienrichter

06.10.2013, 18:06 Uhr

Wowereit kann jeder ersetzen. das schafft sogar der Schäfer-Gümpel...

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