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26.05.2012

11:42 Uhr

Erzieher-Mangel

Kommunen wollen Ungelernte in Kitas einsetzen

Ab dem nächsten Jahr haben Eltern ein Recht auf einen Kita-Platz. Doch vielerorts fehlen die Erzieher. Städte und Gemeinden erwägen, ungelernte Hilfskräfte einzusetzen. Eine Katastrophe, meint der Kinderschutzbund.

Frühstücken in der Kita: Vielerorts fehlt es an ausgebildeten Erziehern. dpa

Frühstücken in der Kita: Vielerorts fehlt es an ausgebildeten Erziehern.

EssenWegen des Mangels an Erziehern in Kitas erwägen die Kommunen übergangsweise auch ungelernte Kräfte einzusetzen. Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes, Roland Schäfer, schlug in den Zeitungen der WAZ-Gruppe vor, „vorübergehend auch Hilfskräfte im Sozialen Jahr oder aus dem Bundesfreiwilligendienst zu beschäftigen“. Hintergrund ist der ab dem Kindergartenjahr 2013/14 geltende Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Schäfer äußerte die Erwartung, dass es danach „eine Übergangsphase von ein bis zwei Jahren" geben werde, die mit Ungelernten überbrückt werden könne.

Scharfe Kritik an dem Vorschlag kam vom Kinderschutzbund. Dies sei „ein katastrophaler Vorschlag, der zulasten der Kinder geht“, sagte Verbandspräsident Heinz Hilgers ebenfalls den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Zurückhaltender äußerte sich der Präsident des Kinderhilfswerks, Thomas Krüger: „Für eine Übergangszeit wird man punktuell mit Provisorien leben können“, sagte er der WAZ-Gruppe. Der Einsatz von Hilfskräften dürfe aber nicht "Einstieg in eine Verschlechterung der Standards" sein.

Allein in Nordrhein-Westfalen fehlen den Zeitungen der WAZ-Gruppe zufolge immer noch 27.000 Kita-Plätze für Unter-Dreijährige, gemessen am durchschnittlichen Bedarf. Tatsächlich liege die Nachfrage in Großstädten aber deutlich höher als in ländlichen Gemeinden. „Um allen Eltern, die einen Platz brauchen, ein Angebot zu machen, müsste der Bund rund drei Milliarden Euro zusätzlich ausgeben“, verlangte daher Schäfer. Tatsächlich gibt es im Familienministerium nach Medienberichten Überlegungen, die Mittel für den Kita-Ausbau noch einmal um mehrere hundert Millionen Euro aufzustocken - auch um Gegner des umstrittenen Betreuungsgeldes zu beschwichtigen.

Die Bundesregierung hatte zuletzt angekündigt, den ins Stocken geratenen Kita-Ausbau mit einem Zehn-Punkte-Programm vorantreiben zu wollen. Angedacht sind unter anderem Subventionen für Betriebskindergärten, Hilfen bei Umschulung und Weiterbildung von Erzieherinnen und Tagesmüttern und auch eine befristete Absenkung von Baustandards. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) soll das Kita-Programm bis Ende Mai zusammen mit dem Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld für daheim erziehende Eltern vorlegen.

Mit den Ländern ist vereinbart, dass ab 2013 für 35 bis 40 Prozent der unter Dreijährigen Betreuungsangebote zur Verfügung stehen sollen. Während in den östlichen Bundesländern diese Quoten mit 44 bis 56 Prozent längst übererfüllt sind, hinkt der Westen hinterher.

Kommentare (12)

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KinderschutzbdgleichKatastrophe

26.05.2012, 12:23 Uhr

Ungelernte in Kitas - Eine Katastrophe, meint der Kinderschutzbund. ??? Dann wären alle Eltern die „Erziehung“ nicht gelernt haben ebenfalls eine Katastrophe.

Account gelöscht!

26.05.2012, 12:31 Uhr

Die geistig bemitldeidenswerte sächsische Landesregierung setzt da noch einen drauf: Sie beendet die Ausbildung von Kindergartenkräften aus Geldmangel!!! Von diesem Geld müssen nun Lehrer bezahlt werden.

Und warum dieses Sparen? Richtig, die Sachsenregierung hat Milliarden in der SachsenLB verzockt!!

Für diese Dummheit müssen nun die kleinsten büßen!

Aber Hauptsache die Banken machen gewinne....

Account gelöscht!

26.05.2012, 12:32 Uhr

20 fremde Kinder zu betreuen ist eine andere Wiese, als zwei eigene!

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