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24.09.2014

09:07 Uhr

Essensausgaben

Tafel-Hilfe von Flüchtlingswelle überfordert

Die ehrenamtlichen Essensausgaben in Deutschland stoßen derzeit mitunter an ihre Grenzen. Grund ist die Flüchtlingswelle in einigen Regionen des Landes. Für viele Menschen sind die Tafel die erste Anlaufstelle.

Die ehrenamtlichen Essensausgaben erleben derzeit einen Ansturm von Flüchtlingen. dpa

Die ehrenamtlichen Essensausgaben erleben derzeit einen Ansturm von Flüchtlingen.

BerlinDer Zustrom von Flüchtlingen stellt die ehrenamtlichen Essensausgaben in Deutschland vor Probleme. „Tafeln helfen, wo sie können, aber sie kommen da auch sehr deutlich an ihre Grenzen“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel, Jochen Brühl, vor einem Jahresempfang am Mittwoch in Berlin.

„Wir merken, dass Flüchtlinge traumatisiert sind“, sagte Brühl der Nachrichtenagentur dpa. Damit seien die ehrenamtlichen Helfer überfordert. Die Flüchtlingswelle in einigen deutschen Regionen sei für die Tafeln nicht stemmbar. Die Essensausgaben seien oft die ersten Anlaufstellen, die in den Unterkünften genannt würden. Brühl forderte die Politik auf, die Bürger nicht alleinzulassen.

Einkommensarmut in Deutschland

Erläuterung

Relative Einkommensarmutsquote nationaler Schwellenwert: Anteil der Personen mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des deutschen Medianeinkommens.

Baden Württemberg

Relative Einkommensarmut: 11,3 Prozent

Bayern

Relative Einkommensarmut: 11,4 Prozent

Hessen

Relative Einkommensarmut: 13,4 Prozent

Schleswig-Holstein

Relative Einkommensarmut: 13,9 Prozent

Rheinland-Pfalz

Relative Einkommensarmut: 14,7 Prozent

Hamburg

Relative Einkommensarmut: 14,9 Prozent

Saarland

Relative Einkommensarmut: 15,8 Prozent

Niedersachsen

Relative Einkommensarmut: 16,0 Prozent

Nordrhein-Westfalen

Relative Einkommensarmut: 16,6 Prozent

Thüringen

Relative Einkommensarmut: 17,1 Prozent

Brandenburg

Relative Einkommensarmut: 18;4 Prozent

Sachsen

Relative Einkommensarmut: 19,2 Prozent

Sachsen-Anhalt

Relative Einkommensarmut: 20,9 Prozent

Berlin

Relative Einkommensarmut: 21,2 Prozent

Mecklenburg-Vorpommern

Relative Einkommensarmut: 22,9 Prozent

Bremen

Relative Einkommensarmut: 23,0 Prozent

Deutschland

Relative Einkommensarmut: 15,3 Prozent

Westdeutschland

Relative Einkommensarmut: 14,1 Prozent

Ostdeutschland

Relative Einkommensarmut: 19,9 Prozent

Generell kommen Tafelbesucher immer häufiger aus der „Mitte der Gesellschaft“, wie Brühl sagte. Früher waren es demnach hauptsächlich Obdachlose und Langzeitarbeitslose, heute seien es auch Senioren, Studenten, Alleinerziehende und kinderreiche Familien. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe weiter auseinander.

Nach Angaben des Verbandes gibt es 900 Tafeln in Deutschland, wo 60 000 ehrenamtliche Helfer arbeiten. Dort bekommen arme Menschen Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, entweder kostenlos oder für einen symbolischen Betrag.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Johann Brädt

24.09.2014, 12:23 Uhr

Kann ich nicht nachvollziehen wozu man diesen Blödsinn braucht. Es gibt in diesem Land niemanden der darauf angewiesen ist. Klingt vielleicht hart aber ist doch so. Asylbewerber, "Obdachlose", Arbeitslose, Arbeitsunfähige etc. bekommen genügend Geld für alles nötige. Selbst wenn man wenig verdient kann man Wohngeld usw. anfordern. In meinen Augen sind das Leute die von der Gutmütigkeit der anderen profitieren wollen, die selbst zu faul zum kochen sind. Man kann sich super günstig ausgewogen ernähren (besonders die angesprochenen Rentner wissen das). Infos und Beratungsangebote gibt es dafür auch genug. Das ist kein Armutsproblem, das ist Dickfälligkeit. Wenn ich was umsonst bekomme, warum Geld dafür ausgeben? Andere klettern in die Mülltonnen und nennen es stolz "Containern". Tafeln sind im Grunde organisiertes containern. Täte man die Tafeln dicht machen und stattdessen mehr Großküchen öffnen, könnte man auf einer wirtschaftlichen Grundlage Arbeitsplätze schaffen und zugleich günstiges Essen anbieten statt auf Mitleid zu bauen und sich an der zur Schaustellung von Hilfsbedürftigkeit und Ungelücklichsein zu befriedigen.

Herr Ylander Ylander

24.09.2014, 12:59 Uhr

Ich stimm eIhnen durchaus zu.

Doch das ist noch längst nicht alles:

Tafeln sind auch aus anderen Gründen mehr als fragwürdg:
Sie fördern die Wegwerf-Wohlstand-GutfühldaSpenden-Mentalität
Sie spalten die Gesellschaft
Sie blähen die "Sozialindustrie" auf und fördern die Unselbständigkeit der "Tafelnden", anstatt Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten

Im Grunde sind Tafeln nur eines von vielen Erkennungsmerkmalen unseren degenerieten Gesellschaft


Frau Margrit Steer

24.09.2014, 13:21 Uhr

Herr Johann Bädt
auch ich stimme Ihnen aboslut zu.
Für mich sind Tafeln auch konraprodukiv. Sie entlasten nämlich den Staat von seinen Pflichten.

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