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03.09.2012

07:10 Uhr

EU-Kommission

Barnier lehnt Grenze für Banker-Boni ab

ExklusivEU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier hat sich gegen eine gesetzliche Obergrenze für Banker-Boni ausgesprochen. Damit steht das Europaparlament mit seiner Forderung nach einer gesetzlichen Deckelung alleine da.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Reuters

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier.

BrüsselIn der EU wächst der Widerstand gegen eine gesetzliche Deckelung von Erfolgsprämien für Banker. Nach den EU-Finanzministern hat sich auch EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier gegen eine gesetzliche Obergrenze ausgesprochen. Nicht der Gesetzgeber, sondern die Aktionäre der Bank sollten die Boni begrenzen, heißt es in einem Kompromissvorschlag des Kommissars, der dem Handelsblatt vorliegt: „Solche Limits sollten von der Genehmigung des betroffenen Instituts abhängig sein.“

Das Europaparlament steht mit seiner Forderung nach einer gesetzlichen Deckelung der Boni jetzt allein da. Der Wirtschaftsausschuss der EU-Volksvertretung hatte im Mai beschlossen, das Verhältnis der variablen zu den fixen Gehaltsbestandteilen auf maximal 1:1 festzulegen. Der federführend zuständige Europaparlamentarier Othmar Karas sei mittlerweile bereit, von dieser Forderung abzurücken, erfuhr das Handelsblatt aus dem Europaparlament. In den Verhandlungen mit der EU-Kommission und dem EU-Finanzministerrat könne Karas aber keine Zugeständnisse machen, weil er an das Votum des Wirtschaftsausschusses gebunden sei.

Die EU-Kommission, der Finanzministerrat und das Europaparlament müssen sich über die Regelung der Boni sehr schnell einigen. Die Erfolgsprämien sollen in Artikel 48a der neuen EU-Eigenkapitalrichtlinie CRD IV geregelt werden. Die EU hatte der Gruppe der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G-20) versprochen, CRD IV spätestens ab 2013 anzuwenden. Das ist nun aber kaum noch zu schaffen. Denn wegen des Streits über die Banker-Boni hat sich die Verabschiedung von CRD IV bereits mehrfach verzögert.

Von

rut

Kommentare (31)

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erika

03.09.2012, 07:30 Uhr

Unfassbar!!! Dieses EU-Komplott unterstützt nun noch massiver, offensiver die GIER der Banker! Die kleinen Leute werden einfach weg radiert. Komme was wolle. - Oder ja: sie werden "EDEL-weg-ge-ZWICK-t". Nur, die Mühe für das Wegzwicken macht sich niemand, die hat man ohnehin längst vergessen! - Jetzt sollen 6000 Banken zentralistisch kontrolliert werden. Auf einem Zwischenschritt werden die privaten Konten wohl geplündet oder durch Inflation entwertet. Die Verursacher allen Übels - bei Morgan Stanley - werden nun "kollegial" in Europa durch höhere Boni gestützt, eingeseift aber mit Vanille-Bonus in Mrd- Höhe. Wann wird das System wohl kollabieren?

Tabu

03.09.2012, 07:42 Uhr

Ist doch klar, die EU Ratten wollen die Banken übernehmen und den Boni für sich abkassieren.

Martina

03.09.2012, 08:15 Uhr

warum bekommen Bankster überhaupt Boni ? Reicht das Gehalt nicht aus, was auch bei Stümperei/Unfähigkeit gezahlt wird ? Wieso gibts Boni auch bei Milliardenverlusten ?

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