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09.09.2014

16:50 Uhr

EU-Richtlinie tritt in Kraft

Maas will Konto für Jedermann bald einführen

Bundesjustizminister Heiko Maas will das Konto für Jedermann möglichst schnell umsetzen. Eine entsprechende EU-Richtlinie tritt in der kommenden Woche in Kraft. Menschen ohne eigenes Konto gibt es noch viele.

Bundesjustizminister Heiko Maas pocht auf eine schnelle Einführung des Kontos für Jedermann. dpa

Bundesjustizminister Heiko Maas pocht auf eine schnelle Einführung des Kontos für Jedermann.

BerlinBundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will das Konto für Jedermann bald einführen. „Noch immer wird zu vielen Menschen in Deutschland ein eigenes Bankkonto verweigert“, sagte Maas am Dienstag im Bundestag. „Die Betroffenen geraten dabei immer wieder in einen Teufelskreis.“ Wer kein eigenes Konto habe, erwecke Misstrauen, und habe dadurch Nachteile etwa bei der Suche nach einer Wohnung oder einem Arbeitsplatz.

In der kommenden Woche trete die EU-Richtlinie in Kraft, „mit der das Konto für Jedermann endlich Wirklichkeit werden soll“, sagte Maas weiter. Die Bundesregierung beginne jetzt mit der Umsetzung. Dafür hat sie zwei Jahre lang Zeit; allerdings soll es nach dem Willen des Ministeriums für Justiz und Verbraucherschutz schneller gehen. Wie viele Menschen in Deutschland kein eigenes Konto besitzen, ist nicht genau bekannt. Die von der EU-Kommission genannte Zahl von 670.000 Menschen stellt aus Sicht der Bundesregierung eine grobe Schätzung dar.

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Maas bekräftigte in diesem Zusammenhang auch sein Vorhaben, die oft überhöhten Dispo-Zinsen auf Bankkonten zu begrenzen. Sie dürften nicht zur Schuldenfalle für die Bankkunden werden. Zwar reagierten hier einige Geldinstitute durchaus vernünftig. Aber wenn eine Bank auf Überziehungszinsen von 14 Prozent angewiesen sei, habe sie „kein wirkliches Geschäftsmodell“, kritisierte der Minister. Die Banken sollten ihre Zinsen transparenter machen, außerdem solle es eine Beratungspflicht der Banken für ihre Kunden geben, um ihnen Alternativen zu den hohen Dispo-Zinsen aufzuzeigen.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

10.09.2014, 09:25 Uhr

Das ist doch alles ganz einfach!

Die SPD eröffnet eine eigene Bank und Schluss ist. Gestützt bzw. Garantiert wird sie von EZB und ESM.

Der Sozialismus, die Aushebelung von verantwortungs-, eigenverantwortlichem Handeln ist kaum noch steigerbar. Welche Verantwortung wollen wir dann noch einem Bankvorstand zumuten, wenn ihm die drohenden Verluste mit staatlicher Macht "aufgedrückt" werden.

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