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15.05.2012

12:38 Uhr

Euro-Attacken gegen Merkel

Die SPD-Troika schaltet auf Angriff

VonDietmar Neuerer

Die Sozialdemokraten ziehen die Samthandschuhe aus: Gestärkt durch den NRW-Triumph attackiert die SPD-Spitze jetzt Kanzlerin Merkel und deren Euro-Krisenmanagement. Die Argumente sind alt, aber es gibt zwei neue Helfer.

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BerlinIn den vergangenen Wochen sah man sie häufiger gemeinsam für Siege der SPD in den Bundesländern kämpfen. Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück leisteten Wahlkamphilfe für ihre Parteifreunde in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Die Bundespolitik geriet dabei fast zur Nebensache, so dass Kanzlerin Angela Merkel von der sogenannten Troika der drei möglichen SPD-Kanzlerkandidaten wenig zu befürchten hatte. Doch jetzt sind die drei wieder in Angriffslaune.

Den Zeitpunkt für ihren gemeinsamen Auftritt in der Berliner Bundespresskonferenz haben sie geschickt gewählt. Es ist der Tag der Amtseinführung von François Hollande, dem neuen französischen Präsidenten. Dass der Franzose heute erstmals auch sein politisches Programm umreißen will, nimmt die Troika in Berlin gerne auf. Auch für sie geht es heute um Europafragen und, wie die Veranstaltung betitelt ist, um einen „Weg aus der Krise“.

Dass dieser Weg nicht Merkels Weg sein kann, darin sind sich die Genossen mit Hollande einig. Denn der kann mit Merkels Europapolitik genauso wenig anfangen, wie die Spitzengenossen. Hollande wird denn heute auch bei seinem Besuch in Berlin der Kanzlerin sagen, dass es einen EU-Fiskalpakt ohne ergänzende Wachstumsinitiativen nicht geben wird. Günstiger kann es für die Troika kaum laufen. Sie stellt sich einfach auf das Trittbrett des sozialistischen Genossenfreundes – in der Hoffnung, dass auch für sie etwas von seinen Erfolgen gegen Merkel abfällt.

Der Troika-Auftritt mutiert so zu einer Art Nebenkriegsschauplatz: Gabriel, Steinmeier und Steinbrück bereiten Hollande mit Attacken gegen Merkel den Boden für das, was am Abend im Kanzleramt seine Fortsetzung finden soll.

Doch so polternd wie die deutschen Genossen wird der französische Präsident wohl kaum auftreten. Auf ganzer Linie sei die Euro-Politik der Kanzlerin und ihres einstigen Verbündeten, Nicolas Sarkozy, gescheitert, giftet Gabriel. Mit dem Ergebnis, dass Europa eine „veritable Krise des Euros“ und eine „Krise des Zusammenlebens“ erfahre. „Merkel und Sarkozy tragen dafür die Verantwortung.“

Kommentare (28)

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PRAWDA

15.05.2012, 12:44 Uhr

Rot-grün sind die Totengräber Deutschlands. Die verschenken den gesamten deutschen Wohlstand für ein "politisches Projekt". Nur Helmut Schmidt hatte deutliche Worte: "Die Deutschen müssen [wegen des Kriegs] noch das ganze 21. Jahrhundert für Europa zahlen; vielleicht auch noch das 22. Jahrhundert!"
Das Programm von rot-grün ist also nichts Anderes als die Versklavung der Deutschen - sie sollen arbeiten und zahlen! Mehr nicht.
Die Deutschen sind so einfach zu führen. Ihr Stolz wird angefacht durch Meldungen über vermeintlichen wirtschaftliche Stärke, wie gut es ihnen doch geht im Verhältnis. Dann noch etwas DSDS und Fußball, und der Deutsche ist ruhiggestellt - wie unter Drogen. Jetzt kann man ihn ausziehen und mit ihm machen, was der Politik gefällt.
Wer immer noch die Blockparteien wählt, darf sich später nicht beklagen. Ich empfinde die Politik in Deutschland mittlerweile als ein Schmierentheater gegen die eigene Bevölkerung, aber für die Banken, für die ach so armen Nachbareuropäer, für eine blödsinnige Ideologie! Die deutsche politische Kaste ist heutzutage vergleichbar mit Politikern aus der dunkelsten deutschen Geschichte in Ost und West. Keinen Deut besser! Nur professioneller!

Sozialistischer_Pseudo_Demokrat

15.05.2012, 12:47 Uhr

Die SPD sollte der keynesiansichen Veranstaltung eher den Namen geben: "Der Weg tiefer in die Krise!" Oder auch: "So ruinieren wir das deutsche Volksvermögen vollständig und effizient!" Passend wäre auch "Wir haben die Griechen in die Eurozone geholt, wir holen noch mehr!" Am besten wäre allerdings "Wir kämpfen für den Euroendsieg!" - da hat die Redaktion jetzt wohl wieder zu tun...

12345

15.05.2012, 12:49 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

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