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20.08.2011

10:45 Uhr

Euro-Bonds

Seehofer lehnt Euro-Anleihen weiter ab

CSU-Chef Seehofer sieht in Euro-Bonds eine Vergemeinschaftung der Schulden der EU-Länder - und lehnt die Anleihen weiter kategorisch ab. SPD und Grünen plädieren weiter für die Euro-Anleihen - unter bestimmten Auflagen.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). dapd

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

BerlinCSU-Chef Horst Seehofer hat seine Absage an die Einführung von Euro-Bonds im Kampf gegen die Schuldenkrise bekräftigt. Eine Vergemeinschaftung der Schulden mache seine Partei nicht mit, sagte der bayerische Ministerpräsident der „Wirtschaftswoche“. Hauptursache der Krise sei die Überschuldung einzelner Staaten. „Die Überschuldung überwinden wir nicht, indem wir die Schulden auf alle verteilen.“ Zudem warnte Seehofer vor der „inflationären Tendenz“, die den Euro-Bonds innewohne. Die schwarz-gelbe Bundesregierung lehnt die von der Opposition und einzelnen Euro-Staaten geforderten Gemeinschaftsanleihen ab. Der SPD-Finanzexperte Joachim Poß plädierte erneut für die Einführung von Euro-Bonds unter bestimmten Auflagen. „Euro-Bonds sind kein Wundermittel, aber sie können die Märkte beruhigen und sind allemal besser, als immer neue Rettungsschirme aufzulegen“, sagte Poß dem Blatt.

Grünen-Chef Cem Özdemir warnte vor einem Zerfall des gemeinsamen Währungsraums, sollte es keine Euro-Bonds geben. „Ein Krisengespräch jagt inzwischen das nächste, die Kosten für den Rettungsschirm klettern immer höher, und dennoch beruhigten sich die Märkte nicht. Schlimmstenfalls droht ein Zerbrechen des Euros“, sagte Özdemir der Zeitung. Es würde den Euroraum überfordern, sollten vielleicht auch Spanien oder Italien demnächst unter den Rettungsschirm schlüpfen müssen. „Wir brauchen eine europäische Lösung - und dazu gehört, dass die Zinsen für die Krisenländer auf ein erträgliches Maß abgesenkt werden.“ Wie Poß forderte Özdemir, dass Krisenstaaten, die Euro-Bonds in Anspruch nähmen, einen Teil ihrer Souveränität in Finanz- und Hauhaltsfragen abgeben müssten.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Pendler

20.08.2011, 10:59 Uhr

Recht so.

So wichtig ist der €-Verbund dann doch nicht.
(s. Schweiz, Japan, Singapore)

Die Dolce Vita Staaten haben über ihre Verhältznisse gelebt. Wenn wir sie jetzt wieder retten, gewöhnen sie sich an die Subventionen.

Die €-Bond haben doch nur 1 Zweck.
"Füttert die Schmarotzer"

Solidarität ist ein gefährliches und 2 seitiges Schwert. Bloss im Moment ricfhtet es sich mal wieder voll gegen Dt.

Ondoron

20.08.2011, 11:41 Uhr

Die CSU begreift sich als Volkspartei. Wenn sie eine realitische Europapolitik durchsetzen will, dann wird die CSU für den Euro Nord und Euro Süd votieren. Dann sollte die CSU jetzt aber schnell die Möglichkeit ergreifen, sich auf das gesamte Bundesgebiet auszudehnen - in Konkurrenz zur CDU. Ich würde diese CSU, die volksnah ist und die volkswirtschaftlichen Realitäten beachtet, sofort wählen!

Miss_Trauen

20.08.2011, 11:49 Uhr

Krisenstaaten sollten also einen Teil ihrer Souveränität in Haushalts- und Finanzfragen abgeben, wenn sie Eurobonds wollten - so fordern es die roten und die grünen Sozialisten. An wen denn abgeben? An die EU-Kommission? Von wem ist die demokratisch legitimiert? Das ist der Weg in die EUSSR! Die EU-Kommission als Politbüro entscheidet also? Und uns wird das verkauft als weitere notwendige "Integration Europas"?
Perfidie zum Quadrat! Solche Denken ist undemokratisch und totalitär! Diese Utopie von Europa, wie sie vor allem wohl rot-grün vorschwebt, soll unter Zwang entstehen, gegen die Bevölkerungen der einzelnen europäischen Nationalstaaten durchgedrückt! Damit entlarven sich die Sozen und die Grünen als diejenigen, die eine totalitäre Wurzel haben!
Und als Grieche, Portugiese und Spanier würde ich mich über solche deutschen Einflußnahmen ganz besonders freuen! Kein Wunder, dass in der ausländischen Presse vom 4. Reich geschrieben wird, das die Deutschen angeblich anstreben.

Realist zu sein heißt, die Währungsunion weiterzuentwickeln, damit sie funktionieren kann. Hier heißt es nichts Anderes als einen Nord- und einen Südeuro einzuführen! Damit hat Europa den notwendigen Wettbewerb und die notwendigen Währungspuffer, damit nicht alles auseinanderfällt. Außerdem wird ein Nord- und Südeuro den politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in Europa gerecht. Es gilt, die Vielfalt Europas zu wahren - der Euro für alle ist ein Zwangskorsett, das allen Schmerzen bereitet!

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