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09.08.2011

10:53 Uhr

Euro-Krise

Mißfelder will CDU-Sonderparteitag fordern

Philipp Mißfelder, Chef der Jungen Union, fordert für den Fall, dass Italien unter den Euro-Rettungsschirm kommt, einen CDU-Sonderparteitag. Auch Sachsens Ministerpräsident Tillich (CDU) kritisiert das Krisenmanagement.

Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder Quelle: dpa

Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder

Berlin/LeipzigIn den Koalitionsparteien hält der Unmut über die Politik in der Euro-Krise an. Der Chef der Jungen Union, Philipp Mißfelder, brachte in der "Bild"-Zeitung vom Dienstag erneut einen Sonderparteitag der CDU zur Euro-Rettung ins Spiel. "Die Partei hat ein Recht darauf, an so folgeschweren Entscheidungen beteiligt zu werden", sagte Mißfelder dem Blatt.

"Wenn Italien auch noch unter den Euro-Rettungsschirm kommt und Europa endgültig zu einer Transferunion wird, werde ich auf der nächsten Sitzung des CDU-Präsidiums am 22. August einen Sonderparteitag zur Euro-Krise fordern", fügte er hinzu.

Kritik am Krisenmanagement kam auch vom sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU). "Wir dürfen nicht länger eine Ad-Hoc-Maßnahme nach der anderen treffen, ohne dass dadurch der Kern des Problems gelöst wird", sagte Tillich der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstagsausgabe). Um den Euro zu retten, müssten die hochverschuldeten Länder einen konsequenten Sparkurs durchsetzen. "Er ist die Grundlage für die Glaubwürdigkeit an den Finanzmärkten."

FDP-Generalsekretär Christian Lindner verteidigte jedoch das Vorgehen der Politik. "Die Regierungen haben den Schlüssel zur Bewältigung der Situation in der Hand", sagte er dem "Handelsblatt" vom Dienstag. Er wandte sich ausdrücklich gegen Forderungen nach Sonderparteitagen oder Sondersitzungen des Bundestages.

"Blinder Aktionismus wäre ein Ausdruck der Hilflosigkeit. Das Vertrauen an den Märkten wächst nicht durch weitere Sitzungen und Parteitage, sondern nur durch richtiges Handeln", sagte er. Am Montag hatte der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler eine Sondersitzung des Bundestages zu den Rettungsmaßnahmen für den Euro verlangt.

Von

afp

Kommentare (5)

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r2d2

09.08.2011, 11:23 Uhr

Zitat: "Die Regierungen haben den Schlüssel zur Bewältigung der Situation in der Hand". Ja gut, aber was tun wir, wenn die Regierungen der überschuldeten Händer eben nicht handeln? Oder nicht in ausreichendem Maß? Wie bei Griechenland immer weiter zahlen? Die Frage, um die es letztlich geht, ist die Frage nach Konsequenzen bei Unterlassung geeigneter Massnahmen.

atinak

09.08.2011, 11:42 Uhr

Herr Lindner hat schon mehrfach durch Ignoranz geglänzt, aber dieser Spruch setzt all seinen Sprüchen die Krone auf. Meint er die gewissenlose Weiterbedienung der für den Normalbürger existenzvernichtenden Gelddruckmaschine? Man sollte die Möglichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung solcher Geldvernichter prüfen. Wählbar sind solche Gestalten nur noch für Tagestrader, also für Zocker.

terrone

09.08.2011, 11:44 Uhr

Bisher hat sich der Missfelder immer medienwirksam als Kriegs-Stratege verkauft, jetzt will er auch noch Etwas von Wirtschaft verstehen. Der hat 0 Ahnung (wie alle Politiker, der haushaltspolitische Sprecher der SPD war mal Azubi bei einer Sparkasse im Osten und hat dort gelernt, wie man Kaffee kocht). Also lassen die sich auch beim sonderparteitag von Euro-Roller einwickeln. Der Herr scheint mir so jung, der ist noch nicht in dem Alter, in dem man sich taeglich rasieren muss. Daher erinnert er sich vielleicht nicht mehr an seine glorreiche christliche Schwesterpartei in Italien: Die DC war an allen italienischen Nachkriegsregierungen beteiligt, bis sie waehrend tangentoploi ganz einfach in der klospuelung verschwand. Wenn aus Garantien deutsche Verbindlichkeiten werden, ist das der Weg der CDU - dann muss auch Herr Missfelder lernen, richtig zu arbeiten.

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