Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.07.2013

17:58 Uhr

Euro-Krise

Wagenknecht will EZB unter Aufsicht stellen

ExklusivDie Drohung des deutschen EZB-Direktors Jörg Asmussen, Zypern die Hilfen zu entziehen, stößt bei der Linken auf Protest: Die Notenbank operiere jenseits ihrer Zuständigkeiten und gehöre selbst unter Kuratel.

Für Sahra Wagenknecht, stellvertretende Vorsitzende der Partei Die Linke, nimmt sich die EZB viel zu viel heraus. dpa

Für Sahra Wagenknecht, stellvertretende Vorsitzende der Partei Die Linke, nimmt sich die EZB viel zu viel heraus.

BerlinDie Vize-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sarah Wagenknecht, hat gefordert, die Euro-Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) unter die Aufsicht des Europaparlaments zu stellen. Sie reagierte damit auf Berichte, wonach der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen Zypern gedroht haben soll, die Hilfen einzustellen, sollte das Euro-Land weiter auf Änderungen der Reformauflagen pochen. "Asmussen und Co. operieren weit jenseits der Grenzen, die ihnen die europäischen Verträge setzen. Wir müssen die Stellung der EZB grundsätzlich überprüfen", sagte Wagenknecht Handelsblatt Online.

Es müsse mehr Parlamentskontrolle geben, sowohl bei der Auswahl des Personals als auch bei der operativen Führung. "Im nächsten Europaparlament könnte eine eigene Kontrollkommission für die EZB eingesetzt werden, um den Notenbankern auf die Finger zu schauen." Die Zentralbank dürfe kein demokratiefreier Raum sein.

Medienbericht: Asmussen droht Zypern mit Ende des Hilfsprogramms

Medienbericht

Asmussen droht Zypern mit Ende des Hilfsprogramms

Zyperns Vorstoß für eine Abschwächung der Reformauflagen des eigenen Rettungspakets sorgt für Ärger. Der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen soll damit gedroht haben, die Hilfen für Zypern einzustellen.

Mit Blick auf Asmussens angebliche Drohung Richtung Zypern sagte Wagenknecht weiter: „Es ist absolut nicht hinnehmbar, dass ein EZB-Funktionär einen souveränen Staat erpresst. Wir haben doch inzwischen den Zustand, dass sich die EZB-Chefs wie die Sonnenkönige unserer Zeit aufführen. Von niemandem gewählt, von vielen gehasst, das EZB-Direktorium führt sich als europäisches Politbüro auf." Über die Troika nehme die EZB sogar direkten Einfluss auf Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik in den Mitgliedsstaaten. Das sei eine eindeutige Mandatsüberschreitung. 

Die EZB ist neben der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Teil der sogenannten Troika und überwacht die Auflagen und Reformfortschritte Zyperns.



Von

dne

Kommentare (30)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.07.2013, 18:19 Uhr

Es fällt mir schwer, ihrer Argumentation etwas entgegenzustellen.

Account gelöscht!

05.07.2013, 18:26 Uhr

LOL, logo...unter Aufsicht stellen....und wer wird das dann beaufsichtigen, wenn wir bereits einen Italiener an der Druckerpresse haben? Der Finanzminister von Portugal? :D

Vicario

05.07.2013, 18:32 Uhr

Zitat : „Es ist absolut nicht hinnehmbar, dass ein EZB-Funktionär einen souveränen Staat erpresst. Wir haben doch inzwischen den Zustand, dass sich die EZB-Chefs wie die Sonnenkönige unserer Zeit aufführen. Von niemandem gewählt, von vielen gehasst, das EZB-Direktorium führt sich als europäisches Politbüro auf." Über die Troika nehme die EZB sogar direkten Einfluss auf Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik in den Mitgliedsstaaten.

- Die Fakten stimmen ja, Frau Wagenknecht ! Nur am Lösungsvorschlag hapert es....

Es bringt absolut NICHTS, einen Selbstläufer wie EZB unter Aufsicht eines Bürokraten-Zirkels zu stellen...das verschlimmert die Situation nur.

Der einzige vernünftige Weg aus diesem Dilemma :

Abschaffung des € und Abwicklung der EZB ! Alles andere ist Flickschusterei !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×