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10.08.2012

05:00 Uhr

Euro-Krisenländer

„Erst einmal eigene Bürger zur Sanierung heranziehen“

Zahlt Deutschland für die Beendigung der Schuldenkrise einen zu hohen Preis? Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Zeil will zunächst die Bürger verschuldeter Euroländer in die Pflicht nehmen.

Martin Zeil (FDP) im Bayrischen Landtag in München. dpa

Martin Zeil (FDP) im Bayrischen Landtag in München.

MünchenBayerns stellvertretender Ministerpräsident Martin Zeil (FDP) hat von den Euro-Krisenländern gefordert, ihre Finanzen durch eine Zwangsanleihe bei ihren eigenen Bürgern zu stabilisieren.

„Alle Länder müssen zuerst die Möglichkeiten nutzen, die sie im eigenen Land haben - etwa die Vermögen ihrer eigenen Bürger“, sagte Zeil der „Passauer Neuen Presse“. In Spanien und Italien seien die Privatvermögen viermal so hoch wie die Staatsschulden.

„Offensichtlich gibt es also großes Potenzial für Schuldenländer, im eigenen Land tätig zu werden, ehe man nach deutschem Geld ruft. Durch eine rückzahlbare Zwangsanleihe bei den eigenen Bürgern könnten diese Länder ihre Schuldenkrise in den Griff bekommen.“

Es sei nur gerecht, wenn diese Länder „erst einmal ihre eigenen Bürger zur Sanierung des Landes heranziehen“, sagte der bayerische Wirtschaftsminister - schließlich seien die Hilfen aus den Rettungsschirmen „nichts anderes als eine Zwangsanleihe beim deutschen Steuerzahler“.

Zugleich betrachtet Zeil das Ausscheiden mehrerer Länder aus dem Euroraum als Möglichkeit. „Das Regelwerk der Rettungsschirme und die Vereinbarungen mit der Troika sind strikt anzuwenden - dazu gehört, dass im Zweifel die Zahlungen eingestellt werden und ein Land aus dem Euro ausscheiden muss, wenn es die Auflagen nicht erfüllt. Wenn es sein muss, können auch zwei oder mehr ausscheiden.“

Deshalb werde der Euro in seinem Kern nicht auseinanderbrechen und auch das „Haus Europa“ nicht einstürzen.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Bert

10.08.2012, 07:16 Uhr

Das Problem ist, dass sowas immer nur von solchen Politikern kommt, die hierbei nichts zu sagen haben.
Die Meinung von Herrn Zeil wird auf EU-Ebene niemanden interessieren. In der Zwischenzeit werden Merkel und Schäuble die Bürger weiter für dumm verkaufen.

Lilly

10.08.2012, 07:49 Uhr

Guter Vorschlag, Herr Zeil.
Weshalb sind ANDERE nicht FRÜHER drauf gekommen?

Jetzt den Vorschlag des stellvertretenden Ministerpräsidenten Zeil aufzunehmen hieße demnach für die Regierungsbank plus verlängerte Regierungsbank (sprich Opposition): das Gesicht verlieren?

Lilly

10.08.2012, 10:48 Uhr

Nachtrag:

„Anstatt spanische oder italienische Schulden durch deutsche Zwangsanleihen subventionieren zu lassen, könnten Spanien und Italien auch in die Taschen ihrer eigenen reichen Staatsbürger greifen. Denn deren Vermögen ist recht groß. Einerseits hat der italienische Staat momentan Schulden von 1960 Milliarden Euro, andererseits verfügen die Italiener über ein Privatvermögen von 3737 Milliarden Euro – der ein oder andere Euro ließe sich also abzwacken. Ähnlich sieht es in Spanien aus: Hier steht einem Schuldenberg von 775 Milliarden Euro ein privates Vermögen von 1857 Milliarden Euro gegenüber.“

Quelle:
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/krise-wer-zahlt-fuer-europas-schulden-11839961.html

01.August 2012

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