Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.12.2011

20:53 Uhr

Euro-Mitgliederentscheid

Es brodelt in der FDP

Sowohl FDP-Parteichef Rösler als auch Generalsekretär Lindner gehen nicht davon aus, dass der Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungsschirm genug Stimmen erhält. Trotzdem herrscht viel Unmut in der Partei.

Der Bundesvorsitzende der FDP Philipp Rösler (rechts) und der Bundestagsabgeordnete der FDP und Initiator des Mitgliederentscheids Frank Schäffler: In der Partei läuft es nicht rund. dpa

Der Bundesvorsitzende der FDP Philipp Rösler (rechts) und der Bundestagsabgeordnete der FDP und Initiator des Mitgliederentscheids Frank Schäffler: In der Partei läuft es nicht rund.

BerlinDer gegen die FDP-Spitze um Philipp Rösler gerichtete Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungsschirm ESM ist aller Voraussicht nach gescheitert. Das Quorum - die nötige Zahl von 21.500 gültigen Stimmen - könne absehbar bis einschließlich Dienstag nicht mehr erreicht werden, sagte der Parteichef der „Bild am Sonntag“. Euro-Rebell Frank Schäffler sei damit gescheitert.

Unterdessen schwelt der Unmut über Rösler und die engere Führungsmannschaft der Liberalen weiter. Auch FDP-Generalsekretär Christian Lindner ging in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ von einem Scheitern des Mitgliederentscheids aus: „Jetzt stellt sich heraus, dass eine große Mehrheit unserer Mitglieder offenbar keinen Veränderungsbedarf beim Kurs der FDP sieht. Ich begrüße das.“

Das Magazin „Der Spiegel“ berichtet, Rösler beobachte Fraktionschef Rainer Brüderle mit Argwohn, weil dieser in der Partei inzwischen als der eigentliche starke Mann gelte. Brüderle dürfe nun auf Veranlassung von Rösler nicht - wie für den Fraktionschef üblich - beim Dreikönigstreffen der FDP am 6. Januar in Stuttgart reden. Das Treffen gilt als wichtiges Stimmungsbarometer der Freien Demokraten.

Eine FDP-Sprecherin hielt dieser Darstellung entgegen, dass die Rednerauswahl für das Dreikönigstreffen einvernehmlich getroffen worden sei. Brüderle wird den Absprachen zufolge am 5. Januar auf dem Landesparteitag der Liberalen in Stuttgart sprechen, der traditionell dem Dreikönigstreffen vorgeschaltet ist.

Nach Darstellung des Magazins „Focus“ kritisieren Vorstandskreise inzwischen auch die Führungsarbeit Lindners. Der Parteimanager habe während des Mitgliederentscheides auf nur sechs Veranstaltungen für den Antrag des Bundesvorstandes geworben, hieß es im Vorstand. Bundestagsvizepräsident Hermann Otto Solms etwa habe sich auf zwölf Mitgliederabenden den Kritikern gestellt. Lindner selbst sprach in der ARD von 19 Veranstaltungen. Gerade Solms hatte in den vergangenen Wochen Kritik an der Parteispitze geübt.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

smarty_32

11.12.2011, 21:20 Uhr

Die FDP liegt seit Monaten bei 3% in den Wählerumfragen, trotz dem Rücktritt von Herrn Westerwelle. Es zeigt sich, dass es nicht an Westerwelle liegt, sondern vielmehr an der jünglich-inkompetenten Machtvasallen Truppe Lindner-Rösler-Bahr-Vogel-Fricke. Diese Jungkarrieristen haben sich erst in NRW dann in Berlin hochgeputscht.
Die Bürger wollen solide, gestandene Politiker und keine Egoisten. Herr Brüderle ist noch der "erträglichste" der nutzlosen Führungsmanschaft und der noch nutzloseren Partei FDP.

Account gelöscht!

11.12.2011, 23:44 Uhr

Ist ja sehr erschaunlich um nicht zu sagen erschreckend, daß man Herrn Schäffler in diesem Forum als Drecksack beschimpfen darf und so etwas auch veröffentlicht wird. Da hab ich die Commuity Richtlinien wohl falsch verstanden und somit ist jeglicher weiterer sachliche Kommentar zu diesem Thema überflüssig.

Account gelöscht!

12.12.2011, 00:21 Uhr

finde ich auch unmöglich, aber vielleicht gehört sowas zur freien Meinungsäußerung einfach dazu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×