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12.10.2013

11:16 Uhr

„Euro-Rebell“

Lindner will Schäffler in der FDP halten

Der designierte FDP-Vorsitzende Christian Lindner will Frank Schäffler in der FDP halten. Damit widerspricht Lindner dem Ehrenvorsitzenden Hans-Dietrich Genscher. Genscher hatte Schäffler den Austritt nahegelegt.

Der „Euro-Rebell“ Frank Schäffler. Seine Kritik an der Euro-Politik hatte Schäffler, Vorsitzender des FDP-Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe, auch im Wahlkampf deutlich gemacht. dpa

Der „Euro-Rebell“ Frank Schäffler. Seine Kritik an der Euro-Politik hatte Schäffler, Vorsitzender des FDP-Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe, auch im Wahlkampf deutlich gemacht.

BerlinDer designierte FDP-Vorsitzende Christian Lindner will den sogenannten Euro-Rebellen Frank Schäffler in der Partei halten. Die FDP sei die Partei der Meinungsfreiheit, sagte Lindner der in Bielefeld erscheinenden „Neuen Westfälischen“ (Samstag). Damit widersprach er dem Ehrenvorsitzenden der Liberalen, Hans-Dietrich Genscher, der Schäffler einen Austritt aus der FDP nahegelegt hatte.

Schäffler hatte sich im Bundestag immer wieder gegen den Euro-Rettungskurs der schwarz-gelben Koalition gestellt. Seine Kritik an der Euro-Politik hatte Schäffler, Vorsitzender des FDP-Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe, auch im Wahlkampf deutlich gemacht.

FDP: Die Folgen der Wahlpleite für Partei und Mitarbeiter

Der Exodus der FDP

Auf einen Schlag haben 93 Bundestagsabgeordnete der FDP ihren Job verloren – doch das ist bei weitem nicht die größte Konsequenz.

Betroffene Mitarbeiter

Nach Angaben der FDP-Fraktion könnten insgesamt etwa 500 bis 600 Beschäftigte vom Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde betroffen sein. Denn jeder Bundestagsabgeordnete hatte bisher etwa drei bis Mitarbeiter, einige mit befristeter Festanstellung, andere mit 400-Euro-Verträgen. Dazu kommen die Zuarbeiter in den Wahlkreisbüros der Politiker im ganzen Land.

Die Bundestagsfraktion selbst hatte bisher 120 feste Angestellte, deren Verträge Ende Oktober auslaufen. Viele hoffen, in anderen Fraktionen wie etwa bei der Union unterzukommen. Einige könnten auch in Ministerien zurückkehren.

Finanzierung

Die FDP-Bundespartei steht vor schwierigen finanziellen Zeiten. Im Wahlkampf waren dort etwa 45 Mitarbeiter aktiv, die Stammbelegschaft liegt bei rund 30. Die Parteizentrale, das Thomas-Dehler-Haus in Berlin-Mitte, ist gemietet. Geld bekommt die FDP aus der Parteienfinanzierung für die bei der Wahl erhaltenen Zweitstimmen. Die Altschulden der Bundespartei lagen zuletzt bei etwa 4,9 Millionen Euro. Das Budget für den Bundestagswahlkampf betrug etwa vier Millionen Euro.

Von

dpa

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

12.10.2013, 11:44 Uhr

Zitat : Genscher hatte Schäffler den Austritt nahegelegt.

- Genscher ist der Totengräber der FDP.

Falls die FDP den Genscherismus nicht ausrottet, ist dieser Partei nicht mehr zu helfen !

Und die Parteiführung sollte seine "Abgewählten Minister" zurückpfeifen.

Die schaden mit ihrem Schmarotzertum ( insbesondere die Welle )in Ministerämtern weiterhin der Partei.
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Account gelöscht!

12.10.2013, 12:12 Uhr

Man wird sehen, ob Lindner wirklich der Durchmarsch zum Parteivorsitz gelingt. Falls das der Fall sein sollte, wäre das ein Signal, dass die FDP an ihrem linksliberalen, antimarktwirtschaftlichen und euroreligiösen Kurs festhalten will. Schließlich steht der Name Lindner (wie auch Genscher) genau für diese Politik, und genau für diese Politik ist die FDP aus dem Bundestag herausgewählt worden.

Wenn diese Politik mit Lindner an der Spitze fortgesetzt wird, dürfte die FDP endgültig in der Versenkung verschwinden.

Herr Schäffler ist bisher vermutlich in der FDP geblieben, weil er der Meinung war, dass es leichter sei, die Politik einer bestehenden Partei von innen zu verändern als eine neue Partei zu gründen. Dieses Argument dürfte seit dem Aufkommen der AfD nicht mehr ziehen. Wenn Herrn Schäffler überhaupt politisch aktiv bleiben möchte, ist ihm daher zu raten, dass er zur AfD übertritt, wenn Lindner die Spitze der FDP übernimmt.

Anders würde sich die Situation darstellen, wenn wirkliche Liberale und Klimarealisten wie z.B. die sächsische FDP-Führung in der FDP das Sagen bekämen. Warten wir es ab.

tannenmehl

12.10.2013, 13:36 Uhr

Genscher kann man sicher nicht mehr ernst nehmen. Trotzdem wäre Schäffler in der AfD sehr gut aufgehoben. Er sollte handeln, denn seine Zukunft in der toten FDP ist auch tot.

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