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24.11.2011

18:01 Uhr

Euro-Rettung

„Auch gegen Widerstand aus den eigenen Reihen“

Ex-Finanzminister Manfred Lahnstein fordert stärkeren Einsatz der EZB zur Rettung des Euro.

Ex-Politiker Manfred Lahnstein dpa

Ex-Politiker Manfred Lahnstein

Der ehemalige Finanzminister Manfred Lahnstein hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, sich für einen stärkeren Einsatz der Europäischen Zentralbank zur Rettung des Euro einzusetzen. Dies müsse sogar "gegen Widerstand" aus den eigenen Reihen geschehen, schreibt er in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

Nach Ansicht des SPD-Politikers und Beraters besteht keine akute Inflationsgefahr. Außerdem hält er es für möglich, dass die EZB schwache Euro-Staaten mit relativ hohen Renditen beim Ankauf von Staatsanleihen und der Drohung, dieses Programm einzustellen, zur haushaltspolitischen Disziplin anhalten kann. Lahnstein vertritt die Ansicht, dass selbst Euro-Bonds heute die Märkte nicht mehr überzeugen könnten. Die Alternative zu einem stärkeren Einsatz der EZB sei daher, dass "uns die gesamte Euro-Konstruktion mit völlig unabsehbaren Konsequenzen um die Ohren" fliege.

Auf der anderen Seite: Wenn die EZB das Überleben sichert, hält Lahnstein es für möglich, in "fast allen Ländern" die Staatshaushalte "in zwei oder drei Jahren" so in Ordnung zu bringen, dass die Märkte für öffentliche Anleihen wieder funktionieren.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

24.11.2011, 19:03 Uhr

"Der ehemalige Finanzminister Manfred Lahnstein hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert,[...]

Sorry, aber wer ist Lahnstein?
Wieso meint eigentlich jeder Politiker der 3. und 4. Reihe unserer Bundeskanzlerin zu etwas "auffordern" zu dürfen?

Roman-Eurokritiker

24.11.2011, 19:04 Uhr

Es ist schon bemerkenswert wen die Finanzindustrie alles aufbietet. Da greift man doch allmählich auch noch in die letzte und unterste Schublade.
Die SPD sollte sich sehr schnell überlegen, ob Sie weiterhin sich auf die Seite der Gelddrucklobby schlägt. Das gleiche rate ich den Grünen. Es gibt nämlich sehr viel mehr Menschen mit gesundem Menschenverstand, die bei diesem Wahnsinn wissen, was wir unseren Kindern und Enkeln antun werden, wenn wir hier "den Märkten" gehorsam erweisen. Finnland hat sich bekannterweise beim Rettungsschirm abgesichert. Wie klug !!!
Scheinbar fehlt es immer mehr Menschen in Führungspositionen in Deutschland an der fundamentalen Erkenntnis: "Mit Schulden kann ich keine hochverschuldeten Staaten oder Firmen retten". Hier versucht man sich an einer Mathematik, die nicht aufgehen kann.

Mazi

24.11.2011, 19:16 Uhr

Das muss man auch so sehen. Egal was die aktuell handelnden Politiker auch unternehmen, richtiges oder falsches, die Märkte strafen es auf ihre Weise ab. Man traut den Politikern nicht mehr zu, dass sie die Situation überhaupt noch händeln können.

Demzufolge gibt es nur die EZB.

Aber die EZB muss auf ihrer vertraglichen Grundlage handeln. Nur dafür hat sie ihre Legitimation. Anderes kann auch Herr Lahnstein nicht gemeint haben. Für die Finanzierung der Staaten gab und gibt es keine Grundlage.

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