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02.12.2011

13:44 Uhr

Euro-Schuldenkrise

CSU denkt über Sonderparteitag nach

Die CSU lehnt Eurobonds weiterhin klar ab. Allerdings fragen sich einige in der Partei, wie lange sich diese Position noch durchhalten lässt. Könnte schon bald ein Sonderparteitag notwendig werden?

Das CDU-Logo im Regen. dapd

Das CDU-Logo im Regen.

MünchenIn der CSU gibt es Diskussionen, ob eine Kehrtwende in der Bewertung von Eurobonds notwendig werden könnte. Generalsekretär Alexander Dobrindt und Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt erteilten solchen gemeinsamen Staatsanleihen der Euro-Länder am Freitag zwar erneut eine klare Absage. Allerdings gibt es nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ Befürchtungen in der CSU, dass man in der sich verschärfenden Euro-Schuldenkrise die eigenen Positionen womöglich nicht mehr lange durchhalten kann.

Das Blatt berichtet, dass Parteichef Horst Seehofer die CSU bereits auf einen Sonderparteitag vorbereite, falls sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem EU-Gipfel in der kommenden Woche dem Druck der anderen Euro-Länder beugen muss und den Weg für europäische Staatsanleihen oder den dauerhaften Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) freimacht. Beides hat die CSU auf ihrem Parteitag im Oktober strikt
abgelehnt.

Seehofer habe Zweifel, dass Deutschland dem wachsenden Druck der Nachbarländer standhalten werde, hieß es unter Berufung auf Münchner Fraktionskreise. Bundesregierung und CSU stünden schwere Wochen bevor. Merkel könnte zu Kompromissen gezwungen werden, die von der CSU verlangen würden, die eigenen Beschlüsse zu revidieren.

Ein CSU-Vorstandsmitglied sagte der Zeitung: „Die Wirklichkeit wird bald eine andere sein. Damit sind die Beschlüsse überholt.“ Die Festlegungen gehen auch auf Seehofer selbst zurück. „Bis hierhin und nicht weiter“, hatte er erklärt. „Sollten wir diese roten Linien überschreiten, sind unsere Beschlüsse Makulatur“, sagte nun der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach der Zeitung. „Dann müssen wir sagen, ob wir die Notbremse ziehen oder nicht.“

Dobrindt betonte am Freitag: „Eurobonds sind und bleiben die rote Linie. Einer Vergemeinschaftung der Schulden in Europa wird die CSU nicht zustimmen. Hier gibt es eindeutige Parteitagsbeschlüsse.“ Er sei sich sicher, „dass ein CSU-Parteitag heute nicht anders entscheiden würde als vor zwei Monaten“, fügte der CSU-General hinzu.

Hasselfeldt betonte ebenfalls: „Wir stehen in der CSU geschlossen. Für uns gilt nach wie vor folgender Dreiklang: keine Eurobonds, keine Schulden- und Transferunion sowie die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank.“ Sie fügte hinzu: „Ein anderer Kurs würde zweifelsohne eine neue Bewertung durch die Partei erforderlich machen.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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crash

02.12.2011, 14:05 Uhr

Hasselfeldt betonte ebenfalls: „Wir stehen in der CSU geschlossen. Für uns gilt nach wie vor folgender Dreiklang: keine Eurobonds, keine Schulden- und Transferunion sowie die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank.“ Sie fügte hinzu: „Ein anderer Kurs würde zweifelsohne eine neue Bewertung durch die Partei erforderlich machen.“
Auch die CSU hat offensichtlich noch nicht bemerkt, dass die Transferunion längst Realität ist (siehe Aufkäufe vonn Ramschanleihen durch die EZB sowie die sich immer mehr aufschaukelnden TARGET-Salden). An allem ist Deutschland mit mindestens 27% (warum eigenlich ?) beteiligt.
M. E. soll der Druck der europäischen Länder steigen (wodurch eigentlich?) - Deutschland soll und muß eine Grenze ziehen. Wenn es dies nicht tut, wird das Land zu Guter Letzt der Letzte sein, den die Hunde beißen und dann ist keiner mehr da, der uns hilft.

Account gelöscht!

03.12.2011, 04:33 Uhr

CSU und FDP scheinen derzeit die einzigen Parteien zu sein, die in der Frage der Eurobonds noch klar denken können. Hoffentlich halten sie durch.

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