Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.07.2011

19:02 Uhr

Euro-Sondergipfel

Hundt kritisiert Merkels Euro-Krisenmanagement

ExklusivDer Arbeitgeberchef fordert klare Entscheidungen in der Schuldenkrise. Zugleich sieht er die Wirtschaft in der Pflicht, Griechenland zu helfen.

BDA-Chef Dieter Hundt. Quelle: dpa

BDA-Chef Dieter Hundt.

BerlinArbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat vor dem Euro-Sondergipfel am Donnerstag deutliche Kritik am aktuellen Krisenmanagement geäußert und vor allem von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen klareren Kurs gefordert. "Deutschland hat in gewisser Weise eine Lokomotivfunktion und muss bei der Lösung des Problems eine Führungsrolle übernehmen", mahnte Hundt in einem Interview mit dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe). "Die Zeit für kleine Schritte, die die Finanzmärkte nicht überzeugen, ist nach den Spekulationen gegen italienische Staatsanleihen endgültig vorbei", sagte er.

Bedauerlicherweise fehle es jedoch an einer klaren Perspektive, monierte Hundt. "Wenn Frau Merkel ein stringentes Konzept hätte, wäre das sehr gut", sagte er. Doch leider fehle es an einer "fertigen Lösung". Das gelte sowohl für die Kanzlerin, als auch für die Vertreter der Bankenwelt.

Nach Einschätzung des Arbeitgeberpräsidenten wird ein Schuldenschnitt für Griechenland notwendig sein. "Ich befürchte, dass es am Ende ohne eine Umschuldung nur schwer gehen wird", sagte er. "Wenn einem Patienten mit Medikamenten nicht mehr zu helfen ist, muss irgendwann die Entscheidung für eine Operation fallen", urteilte Hundt über die Probleme Griechenlands und äußerte zugleich deutliche Sorge um die Zukunft der Gemeinschaftswährung. "Noch ist der Euro nicht geschwächt, aber er ist gefährdet", sagte er.

Auch für die deutsche Wirtschaft könne er sich allerdings eine noch aktivere Rolle bei der Erneuerung der griechischen Wirtschaft vorstellen, machte der Arbeitgeberpräsident deutlich. "Wir müssen sehen, wo und wie wir helfen können", sagte er. Interessant seien beispielsweise Überlegungen für einen Ausbau Griechenlands als Standort für Solarenergie. "Zudem könnten sich deutsche Unternehmen an Investitionsprojekten beteiligen", sagte Hundt. Das Problem sei, "dass es bisher keine konzertierte Aktion in dieser Richtung gibt."

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.07.2011, 21:16 Uhr

Lieber Herr Hundt, da Sie ja scheinbar immer noch irrlichternd durch den Euro-jungle streifen, hier ein paar infos zur Sache: "Die Argumente der Euro-Befürworter sind lächerlich" http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13497681/Die-Argumente-der-Euro-Befuerworter-sind-laecherlich.html

Profit

20.07.2011, 21:36 Uhr

Gebt dem Mann eine Flasche Rotwein und gut ist. Wer nimmt den denn noch ernst?

no.7

21.07.2011, 00:02 Uhr

Immerhin erkennt hundt, daß die wirtschaft hier helfen muß, wenn nicht alles verloren sein soll. Es muß dort investiert werden, wo arbeitsplätze dringend benötigt werden; in deutschland werden sie nicht dringend benötigt, in deutschland brauchen wir nicht immerzu die ballungsräume noch mehr vollzustopfen, das brauchen wir nicht. Daß der von Merkel/Sarkozy eingeschlagene Aufschiebekurs ein völliger Blödsinn und voraussehbar total gescheitert ist, hätte hundt von anfang an sehen und es auch sagen müssen. Der durchwurschtel-kurs merkels war von anfang an ein unsäglicher Murks und betrug am Steuerzahler. Niemals werden die griechen diese Schulden bedienen, und ich glaube, sie schaffen es nicht einmal bei 50% Schuldenerlass.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×