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30.11.2014

16:35 Uhr

„Eurofighter“-Abbestellungen

Airbus fordert 500 Millionen Euro Ausgleichszahlungen

Weil die Bundeswehr weniger „Eurofighter“ abnimmt als geplant, fordert Hersteller Airbus Ausgleichszahlungen. Der Konzern verlangt laut einem Bericht mehr als 500 Millionen Euro. Doch die Kosten könnten noch steigen.

Die Bundeswehr verfügt derzeit über 108 „Eurofighter“, bestellt sind insgesamt 143. ap

Die Bundeswehr verfügt derzeit über 108 „Eurofighter“, bestellt sind insgesamt 143.

Berlin Wegen abbestellter Kampfjets vom Typ „Eurofighter“ drohen der Bundeswehr hohe Ausgleichszahlungen an den Hersteller Airbus. Der Konzern habe in einem Brief vom 28. August zunächst 514,2 Millionen Euro gefordert, berichtete das Magazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf interne Papiere aus dem Verteidigungsministerium. Hintergrund sei die 2011 von der Regierung beschlossene Reduzierung der deutschen Bestellung von 180 auf rund 140 Kampfjets.

Ein Ministeriumssprecher sagte, er könne bestätigen, dass es „Forderungen seitens der Industrie im dreistelligen Millionenbereich“ gebe. Diese würden derzeit durch Experten und Juristen geprüft. Dem „Spiegel“ zufolge könnten die Kosten sogar noch steigen, denn Airbus werde weitere Forderungen in Höhe von 220,7 Millionen Euro über die Nato-Agentur Netma geltend machen. In dem Papier heiße es, diese würden am Ende auf Deutschland zukommen.

Die Bundeswehr verfügt derzeit über 108 „Eurofighter“, bestellt sind insgesamt 143. In früheren Verträgen war die Abnahme von 180 Kampfjets vereinbart worden, 37 davon allerdings nur optional.

Eurofighter in Zahlen

Abmessungen

Länge: 15,96 m
Höhe: 5,28 m
Spannweite: 10,95 m

Gewicht

Leergewicht: 11.000 kg
Startgewicht: max. 23.500 kg
maximale Zuladung: 7.500 kg

In der Bundeswehr

Die Luftwaffe schafft derzeit insgesamt 140 Eurofighter an – die Zahl war Anfang 2014 von 177 auf den neuen Wert gekürzt worden.

Leistung

Nachbrennerschub: 2 x 90 kN
Höchstgeschwindigkeit: Mach 2,35
Startstrecke: < 700 m
Landestrecke: < 600 m

Die Grünen im Bundestag warfen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor, nach wie vor „bei Beschaffungen nach der Pfeife der Rüstungsindustrie“ zu tanzen und „höchst bereitwillig Geld über den Tisch“ zu schieben. Das Nachsehen hätten die Bundeswehr und der Steuerzahler, kritisierte die Fraktionssprecherin für Sicherheitspolitik und Abrüstung, Agnieszka Brugger.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

01.12.2014, 08:19 Uhr

Wann fordern endlich unsere Politiker den Ausgleich von Airbus für das vorsätzliche Versagen und Abzocken??? Die Deutschen dürften dann min. 10 Jahre keine Steuern zahlen.

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