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03.02.2011

03:34 Uhr

Eurokrise

Deutschland soll erneut "Gastarbeiter" anwerben

Die Union denkt über ungewöhnliche Wege zur Lösung der Schuldenkrise in Europa nach. Neueste Idee: Junge Leute aus Spanien oder Griechenland sollen nach Deutschland kommen. Das weckt Erinnerungen an die "Gastarbeiter" der 60er Jahre.

Gastarbeiter aus Italien tauschen in den 60er Jahren Lire gegen D-Mark. Quelle: dpa

Gastarbeiter aus Italien tauschen in den 60er Jahren Lire gegen D-Mark.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, hat vor dem Spanien-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angeregt, Zuwanderer aus wirtschaftlich schwachen EU-Staaten wie Spanien anzuwerben. "Wir werden viele junge Leute brauchen", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstagausgabe).

2015 gebe es in Deutschland schon 150.000 Auszubildende weniger als heute. Das sei eine alarmierende Zahl. Spanien oder Portugal hätten ihrerseits ein Problem, weil sie jungen Leuten keine Jobs anbieten könnten. "Es ist ein Stück gelebte europäische Solidarität, wenn wir sie unterbringen. Wir schlagen dabei zwei Fliegen mit einer Klappe. Diese jungen Leute habe eine Zukunftsperspektive. Und wir lösen unser Problem".

Die demografische Entwicklung könne niemand wegdiskutieren, betonte der CDU-Politiker. "Es wird irgendwann eine Notwendigkeit sein, im Ausland wieder Leute anzuwerben." Merkel will das Thema in Madrid ansprechen. 2010 waren lediglich 34.200 Spanier in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das Interesse junger Spanier an Jobs im Ausland dürfte künftig aber deutlich wachsen. Infolge der Wirtschaftskrise in dem Land ist die Jugendarbeitslosenquote auf 43 Prozent geklettert. Mitte der sechziger Jahre gab es 165.000 spanische "Gastarbeiter" in Deutschland.

Kommentare (15)

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Dummschule Deutschland

03.02.2011, 07:37 Uhr

Die können es garnicht mehr abwarten hier zu sein.

Faustrecht

03.02.2011, 08:09 Uhr

die bundesregierung moechte es wohl gerne wissen wie weit der bogen noch gespannt werden kann.
Wir haben hunderttausende von arbeitslosen Auslaendern die dem deutschen teuerzahler auf der Tasche liegen. Die Leistungen des Steuerzahlers werden stetig gekuerzt und Steuern erhoeht.
Die Absicht der deutschen Politiker schein die Zerstoerung unser Kulur zu sein.

Otto Kowalski

03.02.2011, 08:11 Uhr

Etwa eine halbe Million Frauen würde sofort wieder in den beruf einsteigen, wenn der Staat Einrichtungen zur Verfügung stellen könnte, in denen der minderjährige Nachwuchs qualifiziert betreut werden könnte. Weiterhin gibt es annähernd fünf Mio. arbeitslose Menschen mit Anspruch auf einen Arbeitsplatz vor Anwerbung von "Gastarbeitern". Nicht zu vergessen die Generation Praktikum der Universitäten, die wohl in die USA wird auswandern müssen. Für die sozialstaatliche betreuung der "Gastarbeiter" insbesondere aus der Türkei musste sich der deutsche Steuerzahler bis zum Jahr 2008 mit 1 billion Euro (1.000 Milliarden) verschulden. Um die behebung dieses untragbaren Zustandes sollte sich die Regierung prioritär kümmern. Dann ist auch das Geld vorhanden für Kindergärten, Ganztagsschulen, etc. Es gibt genug Arbeitskräfte in D'land.

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