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13.04.2011

21:47 Uhr

„Euromantiker“

Ökonom wirft Schäuble verfehlte Politik vor

Exklusiv„Erstaunlich beratungsresistent“: Ökonomie-Professor Roland Vaubel reitet eine scharfe Attacke auf den Bundesfinanzminister.

In der Kritik: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Quelle: dapd

In der Kritik: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Ein „Euromantiker“ ist Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nach Ansicht von Roland Vaubel, Professor für Politische Ökonomie an der Uni Mannheim. In einem Gastkommentar für das Handelsblatt wirft er Schäuble vor, seine „verfehlte Politik“ bei der Euro-Schuldenkrisehabe „die Popularität der Regierungsparteien – schon vordem Tsunami in Japan – auf Tiefstwerte absinken lassen.“

Vaubel begründet seine herbe Kritik damit, dass der Minister sich nicht um die Ratschläge seines Wissenschaftlichen Beirats schere, der ihn vor schädlichen Folgen von zu großzügigen Krediten an einzelne Euro-Staaten gewarnt habe.„Der Fehlanreiz wäre geringer, wenn der Schuldnerstaat die verbürgten Hilfskredite, ob sie nun zur Finanzierung frischer Defizite oder zur Ablösung von Altschulden dienen, nur zu einem merklich höheren Zinssatz erhalten würde.“

Griechenland zum Beispiel könne sich auch nach Verabschiedung der ihm auferlegten Reformen „nicht am Markt zu so günstigen Bedingungen verschulden wie beim europäischen Bail-out-Fonds.“  Anstatt einen merklich höheren Zinssatz vorzusehen, habe der Europäische Rat den Kreditzins für Griechenland noch um einen Prozentpunktgesenkt und die Laufzeit von4,5 auf 7,5 Jahre verlängert.

Vaubels Schlussfolgerung: Der Minister habe sich „als erstaunlich beratungsresistent erwiesen.“ Er scheine nicht zu verstehen, welchen Schaden er anrichte. Der Professor endet mit der Frage: „Weshalb kann sich Schäuble – selbst nach dem Verlust seines Stammlandes Baden-Württemberg– als Bundesfinanzminister halten?“

Kommentare (19)

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13.04.2011, 22:17 Uhr

Ich hoffe man ist in der Lage den Mann zu schonen und nunmehr seinen Wert zu schätzen, er hat noch einen sehr langen Weg zu gehen.
Er muß aufgrund seines Alters und seines ramponierten Rufs nun den lebendigen Minensucher machen, er sollte für eventuelle Leuchttürme wie Guttenberg die Drecksarbeit übernehmen und nach getaner Arbeit die Bühne verlassen.

Wie wir wissen kam es anders.

azaziel

13.04.2011, 22:57 Uhr

Wenngleich ich sein Urteil ueber die Beratungsresistenz des Finanzministers teile, verstehe ich Vaubels Aussage nicht. Seit Beginn der Finanzkrise sind die Schulden von Griechenland nur weiter gewachsen. Griechenland kann seine Schuldenlast nicht stemmen und jeder weitere Kredit verteuert die Insolvenz. Es macht also gar keinen Unterschied, ob man hoehere oder niedrigere Zinsen fordert, am Ende wird man Griechenland soviel von den Schulden erlassen muessen, damit das Land wieder auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament stehen kann.

alex

13.04.2011, 23:58 Uhr

Der errinert mich an die Idioten bei der KFW die Lehman 300 mio nach ihrer pleite überwiesen hatten.

aber beratungsresistenz? ich sehe das verhalten Schäubles und Merkels als Veruntreuung an - Vorsatz.
Er wäre privat bestimmt niemals so blöd einem Junkie Geld zu leihen.

Wenn der EURO, EU und die NATO so gut zu uns sind - warum kommen dann Ihre Vertreter immer nur wie Betrüger zu uns angeschissen?

Die EU hat in Deutschland geputscht und wir haben die Arschlöcher gewählt die Ihr dabei geholfen haben.


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