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23.10.2013

16:22 Uhr

Europaabgeordneter Theurer

FDP-Politiker verortet AfD im „braunen Sumpf“

Weil er ihr Populismus attestierte, ist Bundespräsident Gauck von der Anti-Euro-Partei AfD scharf kritisiert worden. Rückendeckung bekommt das Staatsoberhaupt nun von der FDP, die noch deutlicher Stellung bezieht.

Mitglieder der Partei Alternative für Deutschland (AfD) im Hafen von Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern). Über die politische Richtung der Partei ist ein Streit entbrannt. dpa

Mitglieder der Partei Alternative für Deutschland (AfD) im Hafen von Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern). Über die politische Richtung der Partei ist ein Streit entbrannt.

BerlinDer FDP-Europaabgeordnete Michael Theurer hat Bundespräsident Joachim Gauck gegen Kritik des Chefs der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, verteidigt. Jeder wisse, dass die AfD populistisch sei. „Da hat Bundespräsident Gauck recht", sagte das FDP-Bundesvorstandsmitglied. „In Deutschland wird man Tatsachen wohl noch benennen dürfen.“

Der Kölner „Express“ hatte berichtet, Gauck habe die AfD als „populistische Partei“ bezeichnet, über deren verpassten Einzug ins Parlament er „sehr dankbar“ sei. AfD-Chef Lucke hatte darauf der Zeitung gesagt: „Ich halte das für eine Entgleisung und einen Verstoß gegen die Neutralitätspflichten des Bundespräsidenten.“ Es sei nicht hinnehmbar, dass Gauck öffentlich äußere, wen er im Parlament sehen wolle und wen nicht.

Theurer sagte dazu, Luckes Reaktion „mit Schaum vor dem Mund“ zeige, dass der Bundespräsident den Nerv getroffen habe. „Wer sich bewusst ins populistische Lager begibt, muss sich nicht wundern, wenn er als Populist behandelt wird“, sagte der FDP-Politiker und fügte hinzu: „Wer im trüben Wasser fischt, muss sich nicht wundern, wenn er im braunen Sumpf ausrutscht.“

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“

Parteigründer

Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

Nein zum Euro

Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September 2013 ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie sieben Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

Bei einer Diskussionsveranstaltung mit dem polnischen Staatspräsidenten Bronislaw Komorowski an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) hatte Gauck am vergangenen Freitag nach Angaben des „Express“ gesagt, viele Länder hätten populistische Parteien im Parlament. „Wir nicht! Darüber bin ich sehr dankbar“. Jetzt aber sei der Einzug der AfD in das Europaparlament möglich.

Kommentare (144)

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23.10.2013, 16:28 Uhr

Au ja, gleich geht's wieder los: die ganzen frustrierten AfDler kriechen wieder hervor und fangen an, sich zu empören... :-). Der Nachmittag ist gerettet!

RumpelstilzchenA

23.10.2013, 16:30 Uhr

Weder der Gauckler noch die FDP interessieren noch!

Antonique

23.10.2013, 16:33 Uhr

Über die FDP kann man ja wohl nur noch lachen. Die schmoren jetzt in der Hölle, weil sie ihre Seele der Freiheit und Demokratie an Merkel und die EU verkauft hatten. Letztlich hat die AfD mit ihrem überraschenden Wahlergebnis diese FDP in den Untergang gedrückt. Nun hat die AfD die besseren Karten, weil immer mehr Bürger diesen Euro- und EU-Wahnsinn der Kosten satt haben. Die Europawahlen werden es zeigen. Es wird eine massive Bewegung gegen das Euro- und EU-Monster des Größenwahnsinns geben. Man muss sich nur die aktuellen Bewegungen in diesen Ländern ansehen: Frankreich, Deutschland, Österreich, Finnland, Ungarn, Niederlande, Großbritannien etc. Alles das verheißt nichts Gutes für den unproduktiven und sich selbst bedienenden Wasserkopf Brüssel, dessen Bevormundungen die Bürger satt sind.

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