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12.12.2014

13:10 Uhr

Europaweite Studie

Deutschland hat das schlechteste Glasfasernetz

Schnelles Internet ist für einen Wirtschaftsstandort von entscheidender Bedeutung. Für Unternehmen ist eine Ansiedlung in einem Land ohne flächendeckende Breitbandanbindung unattraktiv. Deutschland hat Nachholbedarf.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland beim Glasfasernetz auf dem letzten Platz. dpa

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland beim Glasfasernetz auf dem letzten Platz.

BerlinDeutschland verpasst einer Studie zufolge beim superschnellen Internet den Anschluss. Im europäischen Vergleich liege die Bundesrepublik beim Glasfasernetz mit einem Anteil von nicht einmal einem Prozent an letzter Stelle, heißt es im „Monitoring-Report Digitale Wirtschaft 2014“, den Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig am Freitag vorstellte.

„Unternehmen können sich eine Ansiedlung in einem Land, das keine flächendeckende, hochleistungsfähige Breitbandanbindung bietet, nicht mehr leisten“, kritisiert der Bericht. Hochgeschwindigkeitsnetze seien für die Innovationskraft des Standorts von entscheidender Bedeutung.

Machnig verspricht Besserung. „Es gibt massive Anstrengungen sowohl von privater als auch von öffentlicher Seite“, sagte er und verwies auf die für 2016 bis 2018 geplanten zusätzlichen Investitionen der Bundesregierung. „Aus diesem Paket wird es auch in größerem Umfang Breitbandinvestitionen geben“, kündigte der Staatssekretär an. Auch aus dem 315 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramm der EU-Kommission werde ein Teil in diesen Bereich fließen.

Die IKT-Branche (Informations- und Kommunikationstechnologien) zählt in Deutschland gut 91.000 Unternehmen mit mehr als einer Million Mitarbeitern. Sie setzte 2013 rund 226 Milliarden Euro um, so die Studie. Ihre Anteil an der Wertschöpfung liege mit 4,7 Prozent gleichauf mit der Auto-Industrie und noch vor dem Maschinenbau.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Jens Muche

12.12.2014, 15:17 Uhr

„Im europäischen Vergleich liege die Bundesrepublik beim Glasfasernetz mit einem Anteil von nicht einmal einem Prozent an letzter Stelle,....“

Hat der Herr Wirtschaftsstaatssekretär auch die Ursachen in seinem Monitoring beschrieben? Der Ausbau von TK-Netzen ist im Telekommunikationsgesetz geregelt und bevorzugt ganz klar die Firmen, die nicht ausbauen bzw. kein eigenes Netz betreiben. Der Telekom hat man den Schwarzen Peter zugeschoben und die hat sich bisher beim Ausbau dieser Netze zurückgehalten, weil die Konkurrenten nur darauf warten, daß der „Rosa Riese“ Glas verlegt, damit sie diese Infrastruktur, nach von der Bundesnetzagentur festgelegten Regularien und Entgelten, nutzen können. Wenn der Herr Staatssekretär einen hohen Bedarf an schnellen IT-Verbindungen erkennt, was zweifellos der Fall ist, warum empfiehlt er nicht der Regierung diesen notwendigen Glasfasernetzausbau zu übernehmen, damit sich jede Firma, die sich irgendwo in einem Dorf ansiedelt, diese schnellen Breitbandanschlüsse für billig Geld nutzen kann. Aufbau und Betrieb dieser Netze kann sie dann der Telekom oder welchem Anbieter auch immer, für geringe Gebühren überlassen. Dann können die schlauen Leute in der Politik lernen, wieviel Geld Ausbau und Betrieb solcher Netze kosten und wie wenige Firmen bereit sind, Nutzungsentgelte für derartige Infrastruktur auszugeben. In Deutschland muß so etwas immer billig sein und ständig auf höchstem Niveau funktionieren.

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