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21.06.2014

04:39 Uhr

Ex-Außenminister

Westerwelle an Leukämie erkrankt

Guido Westerwelle hat Krebs. Wie seine Stiftung mitteilte, ist der Ex-Außenminister und Ex-FDP-Chef an Leukämie erkrankt und befindet sich in Behandlung. Die Nachricht löste über die Parteigrenzen hinweg Bestürzung aus.

Ex-Außenminister in Behandlung

Westerwelle leidet an akuter Leukämie

Ex-Außenminister in Behandlung: Westerwelle leidet an akuter Leukämie

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BonnDer frühere FDP-Vorsitzende und Ex-Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist an Krebs erkrankt. Der Büroleiter von Westerwelles Stiftung, Alexander Vogel, teilte am Freitag auf Facebook mit, der 52-Jährige leide an einer akuten Leukämie.

Westerwelle befinde sich bereits in medizinischer Behandlung mit dem Ziel einer vollständigen gesundheitlichen Genesung. „Wir bitten, auch im Namen von Guido Westerwelle und seiner Familie, von Nachfragen abzusehen.“ Über die Erkrankung hatte zuerst MDR Info berichtet.

Die Erkrankung sei vor einer geplanten Knie-Operation entdeckt worden, berichtete Werner Hümmrich, Chef der Bonner FDP, dem „Kölner Express“. Westerwelle habe Beschwerden gehabt, nachdem er sich auf Mallorca beim Joggen vertreten habe. Bei der Voruntersuchung zu dem Eingriff sei aufgefallen, dass sein Blutbild nicht in Ordnung gewesen sei. Gewissheit habe es dann am Donnerstag gegeben. Nach Informationen des „Kölner Express“ wird Westerwelle inzwischen stationär in der Kölner Universitätsklinik behandelt.

Merkel: „Er ist ein großer Kämpfer“

Die Nachricht löste über die Parteigrenzen hinweg Bestürzung aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte dem FDP-Politiker, der von 2009 bis 2011 ihr Stellvertreter war, gute Genesung: „Ich kenne Guido Westerwelle seit langen Jahren als einen großen Kämpfer. Meine Gedanken sind bei ihm.“

Westerwelle sei natürlich erschrocken. „Aber auch bereit, den Kampf aufzunehmen und zuversichtlich, den Krebs zu besiegen“, sagte Westerwelles langjähriger Freund Hümmrich dem „Kölner Express“. „Er ist in guter körperlicher Verfassung und hat viele Freunde - mich eingeschlossen -, die ihm durch diese schwierige Zeit helfen und ihm die nötige Kraft geben.“ Der frühere FDP-Chef lebt in einer eingetragenen Partnerschaft mit dem Geschäftsmann Michael Mronz zusammen.

Chronologie der FDP im Bundestag

1949

Die FDP erzielt bei der Bundestagswahl 11,9 Prozent und verhilft Konrad Adenauer (CDU) zur ersten Kanzlerschaft.

1953

Die Partei rutscht auf 9,5 Prozent ab und regiert weiterhin als stärkster Partner der Union unter Adenauer.

1957

Die Liberalen gehen mit 7,7 Prozent in die Opposition.

1961

Die FDP legt auf 12,8 Prozent zu und bildet mit der Union die erste rein schwarz-gelbe Koalition, zunächst unter Adenauer, ab 1963 unter Ludwig Erhard.

1965

9,5 Prozent reichen zur Fortsetzung des Bündnisses unter Erhard. Ein Jahr später scheidet die FDP aus der Regierung aus, als Union und SPD die erste große Koalition eingehen.

1969

Mit schwachen 5,8 Prozent ermöglicht die FDP die erste sozial-liberale Koalition unter SPD-Kanzler Willy Brandt. Walter Scheel (FDP) wird Vizekanzler.

1972

8,4 Prozent; das rot-gelbe Bündnis regiert weiter.

1976

7,9 Prozent trägt die FDP zur sozial-liberalen Regierung unter Helmut Schmidt bei. Starker Mann der FDP ist Hans-Dietrich Genscher.

1980

10,6 Prozent für Genschers Partei; Rot-Gelb bleibt – noch.

1982

Bruch der Koalition mit der SPD und Wechsel in ein Regierungsbündnis mit der Union unter Kanzler Helmut Kohl (CDU).

1983

Bei der vorgezogenen Wahl fällt die FDP auf 7,0 Prozent. Doch es reicht für die Fortsetzung des gerade erst gebildeten christlich-liberalen Bündnisses. Es hält 16 Jahre.

1987

Die FDP steigert sich auf 9,1 Prozent, das Bündnis bleibt.

1990

FDP-Außenminister Genscher gilt als einer der Väter der Wiedervereinigung. Bei der ersten gesamtdeutschen Wahl stimmen 11,0 Prozent für die Liberalen.

1994

Die FDP sinkt auf 6,9 Prozent – die letzte Phase von Schwarz-Gelb beginnt.

1998

6,2 Prozent – die FDP muss wie die Union für elf Jahre in die Opposition. Das erste rot-grüne Bündnis startet unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder.

2002

7,4 Prozent reichen nicht für den erhofften Machtwechsel.

2005

9,8 Prozent sind wieder zu wenig: Die Union von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) koaliert mit der SPD.

2009

Ein 14,6-Prozent-Rekord sichert den Liberalen fünf Ministerämter in einer schwarz-gelben Regierung unter Merkel.

2013

Die FDP stürzt unter Parteichef Philipp Rösler auf 4,8 Prozent und gehört erstmals dem Bundestag nicht mehr an.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte bei einem Besuch in der Türkei: „Ich wünsche ihm, auch im Namen aller Mitarbeiter des Auswärtigen Amts von Herzen viel Kraft für den Kampf gegen die Krankheit und baldige vollständige Genesung.“ Auch der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu äußerte „beste Genesungswünsche“.

CSU-Chef Horst Seehofer sagte der „Mittelbayerischen Zeitung“: „Ich wünsche ihm die Kraft und die Portion Glück, die man in einer so schweren Situation braucht.“ Linksfraktionschef Gregor Gysi erklärte: „Meine Gedanken sind bei ihm und Michael Mronz.“

FDP-Chef Christian Lindner zeigte sich betroffen. „Wir sind in Gedanken bei Guido Westerwelle“, sagte er laut Mitteilung. „Von Herzen wünschen wir ihm, dass er seine Erkrankung bald und vollständig überwindet.“

Der promovierte Jurist und gelernte Rechtsanwalt Westerwelle war von 2009 bis Ende 2013 Außenminister der schwarz-gelben Bundesregierung.

Kommentare (10)

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20.06.2014, 15:21 Uhr

Na ja, das wünscht man ja keinen.

Gut fand ich, als er als Außenminister zu einem britischen Reporter sagte, er solle auf deutsch seine Fragen stellen, denn das ist Deutschland hier.

Erinnert ihr euch noch, wie das Raunen da einen Tag später durch den deutschen Blätterwald ging: Ist er da wieder, der dumpfe Nationalismus, der wieder rülpsend nach oben schwappt.

Alles Gute, Guido.

Account gelöscht!

20.06.2014, 16:49 Uhr

Lieber Herr Westerwelle,

alles Gute und gute Besserung für Sie. Das wird wieder ...

Account gelöscht!

20.06.2014, 17:33 Uhr

Diesen guten Wünschen schließe ich mich an.

Vielleicht ermuntert's: Ich kenne eine junge Frau, die eine derartige Diagnose überlebt hat. Das sind jetzt ca. 15 Jahre her. Sie hat vor wenigen Jahren zwei gesunde Kinder geboren.

Kopf hoch. Das wird schon!

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