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10.06.2013

14:19 Uhr

Ex-„Bild“-Journalist

Ein neuer Sprecher für Steinbrück

Zwei Frauen komplettieren Steinbrücks Schattenkabinett. Der SPD-Kanzlerkandidat setzt auf Cornelia Füllkrug-Weitzel (Entwicklungspolitik) und Christiane Krajewski (Wirtschaft). Einen Getreuen lässt Steinbrück dagegen fallen.

Sechs Frauen und sechs Männer helfen Peer Steinbrück im Wahlkampf. dpa

Sechs Frauen und sechs Männer helfen Peer Steinbrück im Wahlkampf.

BerlinDas Wahlkampfteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist komplett: Via Twitter verkündete Steinbrück, dass auch die letzten beiden Posten vergeben sind: Christiane Krajewski soll im Schattenkabinett das Thema Wirtschaft beackern, Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt, sich um Entwicklungspolitik kümmern. Damit hat der Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) alle zwölf Mitglieder seines Teams benannt. Der Wahlkampfmannschaft gehören sechs Frauen und sechs Männer an.

Füllkrug-Weitzel erklärte, sie wisse aus langjähriger Erfahrung, was Armutsbekämpfung sei, da sie in den „Hinterhöfen der Menschheit“ habe mitansehen können, wohin ungehemmter Kapitalismus und Umweltzerstörung führe. Sie erinnerte an die große Zeit von Willy Brandt, der mit seinem "Report zur Entwicklungshilfe" neue Maßstäbe gesetzt habe.

Die frühere saarländische Wirtschafts- und Finanzministerin Krajewski war bis 1999 Ressortchefin in Saarbrücken. Damit zählte sie zu den politischen Weggefährten des damaligen saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine, der damals auch noch der SPD angehörte. 2001 und 2002 war Krajewski Senatorin in Berlin. Derzeit arbeitet die mittlerweile 64-Jährige für die Investmentbank Leonardo & Co in Frankfurt.

Steinbrück lobte Krajewskis Verständnis von Politik und Wirtschaft, da sie selbst als Geschäftsführerin in einem Familienunternehmen gearbeitet habe und Beraterin einer Bank sei. Krajewski betonte, wie wichtig ein Angleichen des Verhältnisses von „Markt und Moral“ sei.

Der Essener Kulturmanager Oliver Scheytt ist für Kunst und Kultur verantwortlich. Scheytt hob bei seiner Vorstellung die Bedeutung von Kunst als eine Grundlage der Gesellschaft hervor. Er hatte 2010 gemeinsam mit Fritz Pleitgen die Veranstaltung „Ruhr.2010 – Kulturhauptstadt Europas“ organisiert und war viele Jahre als Kulturdezernent der Stadt Essen tätig. Er verwies auf den wichtigen Beitrag, den Steinbrück dafür geleistet habe, das Ruhrgebiet wieder attraktiv gemacht zu haben. Jetzt wolle er Steinbrück für dessen Engagement etwas zurückgeben.

Getrennt hat sich Steinbrück dagegen von seinem Sprecher Michael Donnermeyer. Schon am Montagmittag, wenn Steinbrück die letzten Mitglieder seines Kompetenzteams vorstellen wird, soll Donnermeyer nicht mehr im Willy-Brandt-Haus vor die Presse treten, berichtet „Spiegel Online“. Er wurde demnach am Wochenende über die Entscheidung informiert. Der Kandidat zieht mit dem Schritt die Konsequenzen aus den für ihn unglücklich verlaufenen vergangenen Monaten. Donnermeyer galt seit längerem als angeschlagen. Ihm wurden parteiintern etliche kommunikative Fehler angelastet, die das Bild von Steinbrück in der Öffentlichkeit beschädigten.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

10.06.2013, 10:08 Uhr

Jetzt muss Steinbrück sich nur noch auch tagsüber ein Kleid anziehen, dann ist das Frauengeschleime perfekt. Wie erbärmlich muss die SPD denn noch werden, um die letzten Felle zu retten?

Account gelöscht!

10.06.2013, 10:27 Uhr

Steinbrück? Hat da wieder einen den Käfig offen gelassen?

SPD_in_der_medialen_Einsamkeit

10.06.2013, 10:32 Uhr

Wen interessieren denn das Schattenkabinett vom Steinbrück? Macht die SPD dadurch bessere Politik? Ich gehe mal davon aus, dass Steinbrück so versucht etwas mediale Beachtung zu bekommen. Leider fuscht ihm da die blöde Flut ein wenig in die Parade.

Die SPD sollte sich lieber dazu besinnen wieder Politik für den Bürger zu machen. Aber man macht ja lieber linke Politik, nur leider tummeln sich da schon einige Parteien rum. Also vergrault man die Wähler der Mitte und am linken Flügel bekommt man die Wähler nicht da sie entweder zu den Linken, Piraten oder Grünen gehen. Es wird also höchstens eine Vize-Steinbrück geben. Vielleicht fühlt er sich unter Mutti Merkel aber auch ganz wohl und geborgen.

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