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06.09.2011

02:50 Uhr

Ex-BND-Chef

Zusammenarbeit mit autoritären Regimen normal

Auch Deutschland hat von dem Gaddafi-Regime Informationen zur Terrorismus-Bekämpfung erhalten. Ex-BND-Chef Wieck bezeichnet diese Art der Zusammenarbeit als Normalität.

Auch der Bundesnachrichtendienst hat Informationen des GAddafi-Regimes zur Terror-Bekämpfung genutzt. Reuters

Auch der Bundesnachrichtendienst hat Informationen des GAddafi-Regimes zur Terror-Bekämpfung genutzt.

HalleDer frühere BND-Chef Hans-Georg Wieck hat Kritik an der Zusammenarbeit westlicher Geheimdienste mit dem Regime des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi zurückgewiesen. „Kooperation auf dem Gebiet der Informationsgewinnung ist eine Normalität“, sagte der Ex-Präsident des Bundesnachrichtendienstes der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Dienstag). Der deutsche Auslandsgeheimdienst habe zu diesem Zweck stets Kontakte zu autoritären Regimes unterhalten.

Der BND beschaffe Informationen, die deutsche Sicherheitsinteressen berührten, betonte Wieck. Dabei gehe es um Terrorismus, organisierte Kriminalität oder die Außenpolitik autoritärer Regime. Überdies liefere er der Bundesregierung Grundlagen für politische Entscheidungen. Dazu müsse der Auslandsgeheimdienst „Länder einbeziehen, die etwas offerieren können, das man selbst nicht hat“, erklärte der 83-Jährige. „Bei dieser Zusammenstellung der Partner geht es nicht nach demokratischen Regeln, sondern nach Interessen. Wir haben immer Verbindungen zu autoritären Regimes gehabt - zur Informationsgewinnung.“

In den vom Gaddafi-Regime hinterlassenen Geheimdienst-Zentralen waren vor kurzem Dokumente aufgetaucht, die eine enge Zusammenarbeit mit westlichen Nachrichtendiensten nahelegen. Neben dem US-Geheimdienst CIA sieht sich auch der britische MI-6 entsprechenden Vorwürfen ausgesetzt. Der ehemalige Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung unter Altkanzler Helmut Kohl, Bernd Schmidbauer, bestätigte, Deutschland habe von Tripolis Informationen im Zusammenhang mit der Terrorismus-Bekämpfung erhalten.

Von

dpa

Kommentare (4)

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caesarenwahn

06.09.2011, 03:35 Uhr

na klar, die Gehlen-Organisation kommt doch selbst aus dem Milieu.

flyingfridge

06.09.2011, 09:04 Uhr

„Länder einbeziehen, die etwas offerieren können, das man selbst nicht hat“
Zum Beispiel die Möglichkeit, Verdächtige durch Folter ein wenig gesprächiger zu machen.

WFriedrich

07.09.2011, 08:58 Uhr

Pauschale Kritik an Zusammenarbeit verkennt die Realität und irrt in einer Scheinwelt umher. Auch nachträgliche Kritik am Erreichten bewegt sich angesichts der Besonderheiten von inoffiziellen Kontakten unter Diensten auf weltfremden Niveau, das volkstümlich auch als "Klugscheißerei" bezeichnet werden darf. In Deutschland wurden die Aktivitäten der britischen und US-amerikanischen Dienste in Libyen tlw. sehr abschätzig oder mit befremdlicher Häme bewertet. Dazu gibt es keinen Grund und niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass es solche partiellen Kontakte während der Zeit der dt. Teilung nicht gegeben hat. Unsere Partner aus USA und GB könnten darauf hinweisen, falls die abfällige Wertung ihrer Dienste nicht unverzüglich eingestellt bzw. als unverzichtbares Element der Sicherheitspolitik anerkannt wird.

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