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20.07.2014

17:20 Uhr

Ex-Bundespräsident

Wulff fordert härtere Regeln für Journalisten

„Häme, Diffamierung und Denunziationen“: Der frühere Bundespräsident Christian Wulff teilt weiterhin gegen die Medien aus und fordert, die Regularien des Presserats zu überarbeiten. Doch er übt auch Selbstkritik.

Christian Wulff teilt aus: „Wenn Sie solche Maßstäbe an Politiker so unbarmherzig und rigoros anlegen, dann können Sie sich Politiker künftig im Kloster ausleihen.“ dpa

Christian Wulff teilt aus: „Wenn Sie solche Maßstäbe an Politiker so unbarmherzig und rigoros anlegen, dann können Sie sich Politiker künftig im Kloster ausleihen.“

BerlinDer frühere Bundespräsident Christian Wulff hat eine Überarbeitung der Regularien des Presserats gefordert. Auswüchse in der Berichterstattung ließen sich so im Interesse des Ganzen strenger ahnden, sagte Wulff dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Die Medien müssten sich immer wieder kritisch fragen, ob sie mit ihrer großen Macht auch verantwortungsvoll und korrekt umgingen.

„Was ich beklage, ist die Verrohung des Diskurses, diese ganze Häme, mit Diffamierung und Denunziationen“, sagte Wulff, der 2012 nach einer durch Medienberichte ausgelösten Affäre über die angebliche Annahme von Vorteilen als Bundespräsident zurückgetreten war. Ein Korruptionsprozess in Hannover endete mit einem Freispruch für Wulff.

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Selbstkritisch räumte der 55-Jährige ein, dass er es im privaten Bereich bisweilen an Fingerspitzengefühl habe fehlen lassen, etwa bei seinem Ferienaufenthalt im Haus des befreundeten Unternehmers Carsten Maschmeyer. Ein Bundespräsident sollte Distanz wahren, sagte Wulff. „Und diese Distanz war bei diesem Urlaub, obwohl ich ihn selbst bezahlt habe, nicht gewahrt. Aber wenn Sie solche Maßstäbe an Politiker so unbarmherzig und rigoros anlegen, dann können Sie sich Politiker künftig im Kloster ausleihen.“

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Wolfgang Trantow

21.07.2014, 10:43 Uhr

Herr Wulff fordert? Er wollte doch die Pressefreiheit abschaffen. Dafür wurde er leider immer noch nicht bestraft!

Herr Don Pedro

21.07.2014, 14:29 Uhr


mag sein, dass der ehem. BPr unter die Räder kam, nur von der Presse oder vom eigenen Gestüt. ?

Bevor Deutschland seine Restpressefreiheit im Mohn/Springeroligopol weiter beschneidet, sollten Politiker und Beamte bei Korruptionsverstößen, Vetternwirtschaft, Vergeudung von Steuermitteln etc, alte preussische Beamtentugenden erfahren..

Auch die seinerzeitige Prügelstrafe...

Alles ein Frage von Moral und Ehre. Letztere verschwanden eingangs der 70iger Jahre.

Criminaldeutschland lebt weiterhin unbeschwert im rechtsfreien Raum...

Herr Manfred Zimmer

21.07.2014, 20:51 Uhr

"Wulff fordert härtere Regeln für Journalisten"

Ausgerechnet er fordert dies. Es gibt da andere Leute, die hätten mehr Grund zu klagen und es gibt Leute, die verdanken den Medien, dass sie wieder aus der Klapse raus sind.

Ich habe nirgendwo gelesen, dass Herr Wulff sich für Herrn Mollath eingesetzt hat. Und jetzt den "Dicken machen"?

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