Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.03.2012

10:49 Uhr

Ex-Bundespräsident

Wulff zieht sich in Kloster zurück

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat sich nach Zeitungsinformationen vorübergehend in ein Kloster zurückgezogen. Unterdessen wird klar, dass Wulff zumindest zunächst auf seinen Dienstwagen verzichten muss.

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff beim Großen Zapfenstreich zu seinen Ehren. Wulff zieht sich vorübergehend in ein Kloster zurück. dapd

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff beim Großen Zapfenstreich zu seinen Ehren. Wulff zieht sich vorübergehend in ein Kloster zurück.

Berlin/HamburgWie die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf hochrangige politische Kreise berichtet, hatte das ehemalige Staatsoberhaupt den Aufenthalt für den Großen Zapfenstreich am vergangenen Donnerstag nur unterbrochen. Wie lange er im Kloster bleibe wolle, sei ungewiss.

Der 52-Jährige nutzt die Zeit im Ordenshaus dem Bericht zufolge auch für einen ausgedehnten Gesundheitscheck. Wulff hatte sich kurz nach seinem Rücktritt wegen einer Nierenkolik kurzfristig im Krankenhaus behandeln lassen. In welchem Kloster er sich aufhält, blieb offen. Der frühere CDU-Vize ist gläubiger Katholik, 2007 reiste Wulff, damals noch als niedersächsischer Ministerpräsident, für eine Privataudienz zu Papst Benedikt XVI. nach Rom.

Opposition will Wulff Dienstwagen und Büro nicht genehmigen

Unterdessen wurde klar, dass der Ex-Bundespräsident zumindest zunächst wohl auf einen Dienstwagen und ein Büro verzichten muss. Die Opposition würde eine entsprechende Anfrage im Bundestag ablehnen, sagten mehrere Politiker von SPD und Grünen am Wochenende. Die FDP will nach eigener Aussage das Ende des Vermittlungsverfahrens abwarten, und die Union setzt sich nach Angaben eines Haushaltspolitikers für eine befristete Genehmigung ein. Der Bundestag hatte die entsprechende Ausstattung der früheren Bundespräsidenten immer einvernehmlich beschlossen.

„Ich sehe derzeit keinen Anlass dafür, Christian Wulff ein Büro und Fahrer zur Verfügung zu stellen“, sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Ziel dieser Ausstattung sei es, bisherigen Amtsträgern die Möglichkeit zu geben, ihre repräsentative Arbeit für das Gemeinwohl nach dem Ausscheiden aus dem Amt fortsetzen zu können. „Christian Wulff wird Deutschland aber nicht repräsentieren können“, sagte Oppermann. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hatte Wulff bereits aufgefordert, von sich aus auf Dienstwagen und Büro zu verzichten.

Der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour sagte der „FAS“, die Stimmung im Haushaltsausschuss gegenüber einem möglichen Antrag Wulffs halte er für „eher kritisch“. Die Obfrau der Grünen im Haushaltsausschuss, Priska Hinz, forderte, eine Entscheidung nicht vor Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zu treffen. Auch FDP-Obmann Jürgen Koppelin sagte der Zeitung: „Über diese Frage entscheiden wir erst, wenn das Ermittlungsverfahren gegen Wulff abgeschlossen ist.“

Der für den Etat des Bundespräsidenten zuständige Haushaltspolitiker der Union, Herbert Frankenhauser (CSU), forderte im „Spiegel“ laut Vorabmeldung vom Sonntag, Wulff nur zeitlich begrenz ein Büro zur Verfügung zu stellen. „Die Amtsausstattung sollte dann enden, wenn Wulff wieder eine entgeltliche Tätigkeit aufnimmt.“

Kommentare (36)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.03.2012, 11:04 Uhr

Gläubiger Katholik? Scheidung, Ehebruch, Lügen und Täuschen, wie passt das zusammen?

catweezle

11.03.2012, 11:23 Uhr

Ich wünsche Herrn Wulff, dass er im Kloster zu einer anderen Art Reichtung findet. Vielleicht schafft er es doch noch einen emotionalen, ethischen und spirituellen Reifungsprozess zu durchlaufen. Zu wünschen ist das jedem Menschen.

MaWo

11.03.2012, 11:32 Uhr

@ WolfgangPress,
keine Sorge - das passt.
(Ein resignierender Katholik).

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×