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07.02.2012

16:42 Uhr

Ex-FDP-Generalsekretär

Liberaler Vordenker im Standby-Modus

Der Ex-Generalsekretär hat seinen Job als forschungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion angetreten. Dabei bleibt Christian Lindner unverändert populär. Die Rückkehr an die Parteispitze ist nur eine Frage der Zeit.

Ex-FDP-Generalsekretär Christian Lindner. dapd

Ex-FDP-Generalsekretär Christian Lindner.

BerlinBraun gebrannt und gut gelaunt nahm Christian Lindner am Dienstag die Glückwünsche seiner Kollegen entgegen. Er ist jetzt forschungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Für einen wie Lindner, der mit 21 jüngster Abgeordneter aller Zeiten im Düsseldorfer Landtag war, ist das natürlich kein Spitzenjob.

Nach dem Rücktritt als Generalsekretär Mitte Dezember aber doch ein Ausrufezeichen. Bei den Liberalen gibt es viele, die sagen, auf einen wie Lindner könne die ums Überleben kämpfende FDP nicht verzichten. Mit dem Sprecherposten in der Fraktion ist der 33-Jährige nun so etwas wie ein liberaler Vordenker im Standby-Modus.

Warum er am 14. Dezember als Parteigeneral nicht mehr wollte, darüber schweigt Lindner eisern. Nachtreten ist seine Sache nicht. Sein Nachfolger Patrick Döring war da weniger zimperlich. In seinem schon legendären „Stern“-Gespräch kurz nach der Nominierung hatte er Lindner die Absicht unterstellt, er habe mit seinem Rücktritt einen Sturz von FDP-Chef Philipp Rösler herbeiführen wollen.

Einen großen Knall zwischen Rösler und Lindner gab es dem Vernehmen nach aber nie. Lindners Gegner warfen ihm vor, die FDP-Zentrale sei unter seiner Ägide nicht mehr kampagnenfähig gewesen. Umgekehrt wurden von Lindner beantragte Extra-Stellen für das Dehler-Haus nicht genehmigt, zudem lähmte die Mitgliederbefragung zum Euro lange den gesamten, kleinen Parteiapparat.

Für Rösler jedenfalls kam Lindners Rücktritt damals überraschend. Der Vizekanzler soll sich gefühlt haben, als wenn an der eigenen Haustür jemand das Schloss ausgetauscht hat. Unter dem Strich war es wohl eher eine schleichende Entfremdung, die zum Bruch der „Boygroup“ Rösler, Lindner und Gesundheitsminister Daniel Bahr führte.

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