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20.04.2012

12:47 Uhr

Ex-Finanzminister

Steinbrück ist Spitzenreiter bei Nebenjobs

Hoch bezahlte Vorträge, stolze Buchhonorare und Aufsichtsratsmandate: Der mögliche SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kann finanziell nicht klagen. Aber auch andere Bundestagsabgeordnete sind gut im Geschäft.

Als Redner gefragt: der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD). dpa

Als Redner gefragt: der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD).

BerlinDer frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat in dieser Wahlperiode bislang mindestens 600.000 Euro für Vortragshonorare und andere Nebentätigkeiten kassiert. Wahrscheinlich lagen seine Einnahmen in dieser Zeit sogar deutlich über einer Million Euro. Das geht aus den aktualisierten Angaben des Bundestags über die Nebeneinkünfte der 620 Parlamentarier hervor.

Demnach wurde Steinbrück, der auch als nächster Kanzlerkandidat gehandelt wird, besonders häufig als gut bezahlter Redner engagiert: Er kam zwischen Oktober 2009 und Februar 2012 auf nicht weniger als 75 Vorträge. Die Honorare für jeden Auftritt neben seinem Bundestagsmandat lagen fast immer bei mindestens 7000 Euro.

Auch andere ehemalige Regierungsmitglieder mit Bundestagsmandat, wie etwa der frühere Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), haben die Zahl ihrer lukrativen Nebenjobs deutlich erhöht. Glos' frühere Staatssekretärin Dagmar Wöhrl (CSU) wiederum sitzt seit kurzem im Verwaltungsrat einer Schweizer Bank. Abgeordnete von CDU/CSU und FDP gehen mit Abstand am häufigsten einer Nebentätigkeit nach. Aktiven Regierungsmitgliedern ist dies bis zu ihrem Ausscheiden untersagt.

Generell müssen Parlamentarier alle Nebentätigkeiten offen legen, die mehr als 1000 Euro im Monat oder 10.000 Euro pro Jahr einbringen. Sie werden dann in drei Gruppen unterteilt: Stufe eins erfasst einmalige oder regelmäßige Einkünfte von 1000 bis 3500 Euro. Stufe zwei reicht bis 7000 Euro. Stufe drei gibt pauschal Einnahmen über 7000 Euro an, die allerdings auch viel höher liegen können.

Allein für Steinbrücks rege Vortragstätigkeiten, die bis auf wenige Ausnahmen alle mit Stufe drei honoriert wurden, ergibt sich damit ein Mindestgesamtbetrag von mehr als 500.0000 Euro, legt man lediglich 7000 Euro je Auftritt zugrunde. Nach Schätzungen von Branchenkennern liegt Steinbrücks „Marktwert“ als Redner jedoch mehr als doppelt so hoch: bei 15.000 bis 20.000 Euro je Vortrag.

Weitere Einkünfte fließen dem SPD-Politiker aus publizistischen Tätigkeiten sowie seinen Buchhonoraren zu. Für die beiden vergangenen Jahre gibt er die Erlöse aus seinen gut verkauften Veröffentlichungen jeweils mit Höchststufe drei an. Dazu kommen noch Gelder für einen Aufsichtsratsposten beim Stahlkonzern ThyssenKrupp, die laut Medienberichten im Geschäftsjahr 2009/2010 bei knapp 50.000 Euro gelegen haben.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

20.04.2012, 13:18 Uhr

Also, wenn Steinbrück, der ein "Bilderberger" ist, trotz seines Totalversagens in der Politik von den Wählern für seine Dummheit und absolute Unfähigkeit je wiedergewählt werden sollte, ist dem deutschen Dumm-Michel-Wähler auch nicht mehr zu helfen. Dann kann man nur noch sagen: auf jeden Pott passt ein Deckel!!!

GegenkorruptePolitiker

20.04.2012, 13:36 Uhr

..ich habe da auch einen Vorschlag, zu mindestens einen dahingehend, wie sich jeder Bürger gegen die kommenden Enteignungen schützen kann:" Buchtipp - Freiheit durch Gold: Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige
Prof. Dr. Hans J. Bocker und auch das Buch "Vom Gelde, Valuta, Währungsnot 1921-1923 von Argentarius!"

Zudem bieten andere reale Werte wie Silber, Aktien, Kunst, alte Kfz mit Wertsteigerungssinn ebenfalls eine gewisse Absicherung.


Bloß keine Papier-Altersvorsorgeprodukte abschließen und Schulden möglichst vermeiden. Dazu eine gute BU- und Risiko-LV!

Ich befürchte das wird nix mehr mit dem Euro.Die EU hat einfach zu lange gewartet und dann auch noch "Falschgeld" in Umlauf gebracht.

viterbi1

20.04.2012, 14:27 Uhr

Als Normalsterblicher bin ich immer wieder über unsere Bundestagsabgeordneten zutiefst beeindruckt: Auf "bundestag.de" liest man da doch: "Statt 38,5 oder 40 Stunden haben die meisten Abgeordneten 80-, 90-, manchmal 120-Stunden-Wochen." Dazu dann noch die 30-40 Vorträge (1-2 Stunden + An- und Abreise) im Jahr, 1-2 Bücher im Jahr und dann noch diverse Aufsichtsratposten. Wie ich diesen Steinbrück bewundere. Er sollte nur aufpassen, dass er nicht mehr als 168 Stunden die Woche arbeitet, sonst wird er unglaubwürdig (Ironie off)

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