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11.07.2011

20:50 Uhr

Ex-Kanzlerberater

„Die Bücher über die Kohl-Familie sind unappetitlich“

Horst Teltschik - Kohls wichtigster Berater während des Weges zur deutschen Einheit - nennt die Buchveröffentlichungen zum Leben der Familie Kohl "sehr unschön" und "schwer erträglich, ja unappetitlich" .

Horst Teltschik nennt Buchveröffentlichungen zum Leben der Familie Kohl "sehr unschön" und "schwer erträglich, ja unappetitlich" . Quelle: Reuters

Horst Teltschik nennt Buchveröffentlichungen zum Leben der Familie Kohl "sehr unschön" und "schwer erträglich, ja unappetitlich".

HamburgDer frühere Kanzlerberater Horst Teltschik hat die Buchveröffentlichung des ältesten Sohnes von Bundeskanzler Helmut Kohl kritisiert. "Wenn er das Buch für sich geschrieben hätte über seine Probleme mit einem großen Vater, als eine Art therapeutische Maßnahme, nur für sich, dann hätte ich das für richtig gehalten. Aber ich frage mich: Warum muss das in der Öffentlichkeit geschehen?", sagte Horst Teltschik "Spiegel Online".

Das Buch von Walter Kohl steht seit Monaten auf den Bestsellerlisten. Nach Angaben des Verlags sind seit Erscheinen im Januar bis heute rund 200.000 Exemplare von "Leben oder gelebt werden" verkauft worden.

Teltschik, der Kohls wichtigster Berater während des Weges zur deutschen Einheit war, kritisierte auch die jüngste Veröffentlichung des Journalisten Heribert Schwan über die frühere Kanzlerehefrau Hannelore Kohl. "Ich finde es schwer erträglich, ja unappetitlich, wenn ein Buch mit angeblich vertraulichen Informationen, die Frau Kohl damals dem Autor gegeben haben soll, veröffentlicht wird."

Das Buch "Hannelore Kohl - ein deutsches Leben" ist seit kurzem auf den Bestseller-Listen. Nach Verlagsangaben wurden bereits 160.000 Exemplare an den Handel ausgeliefert. Hannelore Kohl schied vor zehn Jahren durch Freitod aus dem Leben.

"Ich selbst und meine Frau haben 19 Jahre lang Hannelore Kohl persönlich gekannt, sie war oft Gast in unserem damaligen Haus in Bonn, hat uns Dinge erzählt, die nur für uns bestimmt waren. Es wäre doch unerträglich, wenn wir jetzt selbst anfangen würden, davon zu erzählen", so Teltschik.

Der frühere Kanzlerberater erklärte weiter, er halte die Veröffentlichungen auch angesichts des Gesundheitszustandes des Altkanzlers für ein Problem. "Er kann sich nicht mehr so wehren wie er es früher gekonnt hätte. Ich finde diese Buchveröffentlichungen sehr unschön. Ich werde keines dieser Bücher lesen", so Teltschik.

Kommentare (4)

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11.07.2011, 22:18 Uhr

Ich bin sehr dankbar, dass die Geschichte von Hannelore Kohl viele Dinge ins rechte Licht rückt. Moralisierende Gegenargumentationen sind hier fehl am Platz, bzgl. moralischen Handelns sind die beiden Kritiker - Helmut Kohl und Horst Teltschik - eh nicht die satisfaktionsfähig.

Thomas-Melber-Stuttgart

12.07.2011, 00:08 Uhr

Wohlwollend sei angemerkt, daß Herr Kohl nur das beste für Deutschland wollte. Allein: gut gemeint ist noch nicht gut gemacht. Das ist seine persönliche Tragik, und die des deutschen Volkes, sofern sich nicht schnell etwas ändert.

bommel

12.07.2011, 12:16 Uhr

kohl ist der größte verbrecher der jüngeren deutschen geschichte und wegbereiter für die derzeitigen krisen, die nun vertuscht werden sollen. 1. Verrat ans östliche deutsche Volk mit angeblichen "blühenden Landschaften" -> Resultat ist ein struktureller Wegzug der finanzkräftigsten Leistungsträger von ost nach west bzw. von nord nach süd. 2. Verrat des gesamten deutschen Volkes an die Profitgier der Wirtschaft und Zugeständnisse bei den 2+4-Verträgen, die dem deutschen Volke mehr geschadet haben als genutzt

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