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06.09.2011

15:49 Uhr

Ex-Minister vs. Minister

Stänkernder Steinbrück bringt Schäuble in Rage

Ungewöhnlicher Schlagabtausch im Bundestag. Schäuble erklärt sein Schuldenabbaukonzept, doch SPD-Mann Steinbrück fährt ihm in die Parade. Dann platzt dem Minister der Kragen.

Peer Steinbrück. Reuters

Peer Steinbrück.

BerlinDie scharfe Rüge zielte in die hinteren Reihen. „Wenn Sie Kanzlerkandidat werden wollen, müssen Sie sich noch ein bisschen bessere Manieren zulegen. Sonst wird das nichts“, keilte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Dienstagmorgen zum Auftakt der Haushaltsdebatte im Bundestag gegen seinen SPD-Vorgänger.

Von seinem Platz in der fünften Reihe im Plenum hatte Peer Steinbrück zunächst aufmerksam zugehört. Doch nach gut einer halben Stunde war es damit vorbei. Als Schäuble zum Thema Schuldenabbau kam, erregte sich Steinbrück mit einigen Zwischenrufen.

Der verbale Schlagabtausch zeigte, dass auch in der schwarz-gelben Koalition die Personaldebatten in der SPD aufmerksam registriert werden. Die Aussicht, dass der populäre Ex-Finanzminister spätestens in zwei Jahren gegen Amtsinhaberin Angela Merkel antreten könnte, scheint den einen oder anderen durchaus nervös zu machen.

Obwohl Parteichef Sigmar Gabriel und andere sich Mühe geben, die endgültige Antwort auf die K-Frage zu vertagen, ist für viele in der Partei die Sache zumindest vorentschieden. Nach jetzigem Stand werde es Steinbrück machen, wenn er tatsächlich auch wolle, war beim Sommerfest des Parteiblatts „Vorwärts“ in Berlin am Montagabend gängige Ansicht.

Selbst sonst eher vorsichtige Spitzensozialdemokraten gehen inzwischen aus der Deckung. So ließ sich der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck den Satz entlocken, wenn jetzt Bundestagswahlen wären, hätte Angela Merkel „keine Chance“ gegen Steinbrück.

Die hohen Erwartungen könnten sich in den kommenden Tagen noch verstärken. Nach sechswöchiger Pause hat der Umworbene angefangen, wieder die politische Bühne in Beschlag zu nehmen. „Griechenland ist pleite. Es ist langsam Zeit, sich das einzugestehen“, bekam sein Publikum am Montagabend beim Auftritt in der Essener Philharmonie gewohnt prägnant zu hören. „Gleich null“ seien im übrigen die Spielräume für Steuersenkungen in Deutschland.

Kommentare (20)

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Account gelöscht!

06.09.2011, 16:13 Uhr

Soso, bessere Manieren, meint der hochgeschätzte und im Volk beliebte Herr Schäuble. Er ist da ja ein leuchtendes Vorbild. Vergißt einfach, daß er einen Umschlag mit Bestechungsgeld in der Schublade hat. Das sind natürlich Manieren, die die Vorbildwirkung der Regierung ins rechte Licht rücken.

Oh Mann, der Schäuble ist eine größere Zumutung als Merkel, und das muß man erstmal schaffen....

SteiniforKanzler

06.09.2011, 16:28 Uhr

Hoffentlich nicht der Wowereit. Den als Kanzlerkandidat der SPD, dann hat die Merkel leichtes Spiel. Der Steinbrück hat ja zumindest Ahnung von Finanzen und hat während der grossen Koalition das Amt ja ganz solide im Griff gehabt. Wäre sicher auch en guter Kanzler, da er standing im In-und Ausland brerits bewiesen hat. Im Gegensatz zu Wowi der js seine "Arm aber sexy" Masche in Berlin immer noch durchzieht. Da funktioniert das ja auch, aber auf Bundesebene funktioniert das nicht. Mich würde mal eine Umfrage im HB interessieren die lautet: "Können sie sich einen Bundeskanzler Wowereit vorstellen" Das Resultat wäre sicher interessant zu sehen. Also bite liebes HB, macht doch mal so eine Umfrage. Reges Beteiligung ist sicherlich garantiert......

Account gelöscht!

06.09.2011, 16:34 Uhr

Steinbrück muß gegen Merkel antreten. Er hat das Niveau, Können und die Aura eines Bundeskanzlers.

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