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07.09.2014

15:11 Uhr

Ex-Rapper „Deso Dogg“

Deutscher macht Karriere bei Terrormiliz IS

Der Berliner Denis Cuspert gehört zum engeren Zirkel der Terrormiliz IS. Das geht aus einem Bericht von Verfassungsschützern hervor. Die Experten befürchten, dass der Ex-Rapper nun Kämpfer aus Deutschland anwirbt.

Vor zwei Jahren hielt sich der Berliner noch in Deutschland auf. dpa

Vor zwei Jahren hielt sich der Berliner noch in Deutschland auf.

BerlinDer deutsche Islamist Denis Cuspert gehört nach Erkenntnissen des Berliner Verfassungsschutzes inzwischen zum engeren Kreis der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Der ehemalige Berliner Rapper „Deso Dogg“ sei dem IS im Irak und in Syrien im April 2014 beigetreten. Nun rufe er vor allem radikalisierte Salafisten in Deutschland auf, sich der Organisation anzuschließen, heißt es in einem Dossier der Verfassungsschützer über das Leben Cusperts, das die Berliner Senatsverwaltung für Inneres veröffentlichte. Über die Analyse hatten zuerst die „Bild am Sonntag“ und die „Berliner Morgenpost“ berichtet.

Bei einem Treffen mit hochrangigen IS-Chefs soll Cuspert im April einen Treueschwur auf den Topterroristen Abu Bakr al-Bagdadi geleistet haben, schreibt der Verfassungsschutz. In dem Bericht ist auch von einem Video von Ende Juli die Rede, das Cuspert „bei der Schändung einer Leiche“ zeige. Bei dem Toten handelt es sich dem Verfassungsschutz zufolge um einen zivilen Mitarbeiter eines Gasfeldes, der wie seine Kollegen „offenkundig mit Kopfschüssen getötet“ worden sei.

So viel kostet ein Terroranschlag

Die exakten Kosten...

... ... für Anschläge von Terrororganisationen sind schwierig zu bestimmen, wurden jedoch gerade als Folge von 9/11 von den Ermittlungsbehörden taxiert.

500.000 US-Dollar...

... haben demnach die Anschläge vom 11. September gekostet. Es ist die höchste Summe, die soweit bekannt, jemals für einen Terrorangriff ausgegeben wurde. Bereitgestellt wurde das Geld durch Überweisungen.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung...

... aus Sicht der Islamisten ist dabei gerade nach 9/11 perfekt aufgegangen. Den 500.000 investierten Dollars stehen direkte Kosten des Sachschadens 15,5 Milliarden US-Dollar gegenüber plus weitere Milliarden Belastungen der Haushalte durch den „Kampf gegen den Terror“ und gesamtwirtschaftliche Kosten, etwa für Fluglinien und Versicherungen.

Die Bombenanschläge auf Bali...

... mit mehr als 200 Todesopfern im Oktober 2002 kosteten die Terroristen deutlich weniger. So wird die Summe, die dafür aufgewendet wurde, mit 50.000 Dollar taxiert.

Die Anschläge von Madrid...

... vom 11. März 2004 auf Nahverkehrszüge, bei denen 192 Menschen starben, werden mit maximal 15.000 Dollar angegeben.

Extrem niedrige Kosten...

... für die Islamisten verursachten die Anschläge auf die U-Bahn in London im Juli 2005 mit mehr als 30 Toten zur Rushhour am 7. Juli 2005. Die vier Bomben, vier Rucksäcke, Handys und Zugtickets kosteten die Terroristen höchstens 2000 Dollar.

Diese Mikrofinanzierung...

... des Terrors macht es so schwierig, die Finanzströme mit den üblichen Kontrollen aufzudecken und zu stoppen. Das zentrale Mittel dieser Organisationen sind die selbstmordbereiten Attentäter, für deren individuellen und kollektiven Deradikalisierung aus Sicht von Experten zu wenig getan wird.

Quelle

German Institute of Global and Area Studies/Konrad-Adenauer-Stiftung/eigene Recherche


Cuspert ist nach der Analyse der Verfassungsschützer um „eine zumindest öffentlich dargestellte Authentizität in der Lebensführung bemüht“. Seine „Glaubwürdigkeit auf dem Schlachtfeld geht einher mit der gestiegenen Wertschätzung in der internationalen jihad-salafistischen Szene“, heißt es in dem Report weiter.

Er genieße „eine exponierte Stellung als deutschsprachiger Propagandist des Islamischen Staates“. Das berge „ein erhebliches Mobilisierungsmoment für einschlägig radikalisierte Personen in Deutschland“. Cuspert könne „junge Menschen für ein vorgebliches Paradiesversprechen ins Verderben locken“. Cuspert, der sich inzwischen Abu Talha der Deutsche nennt, hatte die Bundesrepublik 2012 nach dem Verbot seiner Organisation „Millatu Ibrahim“ verlassen.

Kommentare (23)

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Herr Marcus T.

08.09.2014, 07:44 Uhr

"Mehr als 43.000 Menschen gehören nach Schätzungen zur islamistischen Szene in Deutschland. Der Anteil der deutschen Staatsangehörigen unter ihnen hat in den vergangenen Jahren zugenommen – gerade unter denen, die die Behörden „Gefährder“ nennen. Ein deutscher Pass ist für die Terrorszene von großem Wert. Er erlaubt die visumfreie Einreise in viele westliche Staaten und schützt mitunter vor staatlichen Eingriffen und Sanktionen."

Vielen Dank an unsere rot-grünen Gutmenschen, zu denen man getrost inzwischen auch die Union zählen kann, für ihre eklatante "Beglückung" unserer Ausländischen Mitbürger durch die doppelte Staatsbürgerschaft. In welchem anderen Land bekommt man denn sonst noch einfach so mal eine Staatsbürgerschaft geschenkt ohne seine alte aufgeben zu müssen? Die Rechte, die eine solche Staatsbürgerschaft mit sich bringt werden von solchen Individuen natürlich gern in Anspruch genommen - und Pflichten wie z.b. Gesetzestreue, Verfassungstreue, Achtung und Integration in den vorherrschenden Kulturkreis werden aber abgelehnt. Für jeden unserer Gutmenschen müsste die im Artikel gefällte Aussage eigentlich ein Schlag ins Gesicht sein der die Leute auf den Boden der Tatsachen zurück holt, aber ich denke in unserem Land/unserem Kulturkreis ist naives Gutmenschentum bereits soweit verklärt, dass entsprechende Thesen für viele dieser unserer eigenen Kultur/Religion überdrüssigen Mitmenschen - nur oft genug als Mantra wiederholt - zu einer unverrückbaren Wahrheit, einem Religionsersatz geworden sind.
Die Kosten, die die Überwachung der gesamten salafistischen Szene in Deutschland den Steuerzahler kostet würden mich an dieser Stelle ebenso interessieren wie die Lösung für die Integration unserer "Mitbürger" die derzeit in Syrien/Irak aktiv sind und dort Christen und andersgläubige ermorden, plündern, erpressen und verständlicherweise riesige Flüchtlingsströme nach Europa und in die Nachbarländer in gang setzen.

Herr Marcus T.

08.09.2014, 07:52 Uhr

Ein einfacher Lösungsvorschlag zum Thema ISIS meinerseits: Lt. diversen Angaben hat ISIS ca. 20000 kämpfende Mitglieder, ca. 10 % davon sind Mitbürger aus Europa. Mit einer Spende (man könnte es auch Kopfgeld bezeichnen) von gerade einmal 10000 € je Liquidierten ISIS-Kämpfer - und für unsere Mitbürger aus Europa noch einen Schnaps oben drauf - würden die Einheimischen diese Horde wohl selbst schnell entsorgen bzw. würde sich wohl schnell ein "Richter" für diese Barbaren finden. Die beträchtliche und teure Militärhilfe könnte man sich dann ebenfalls sparen und würde nicht noch zusätzliches Öl ins Feuer gießen - von der entfallenden Problematik der gewaltbereiten Heimkehrer wäre man dann ebenfalls befreit.

Herr Jürgen Dannenberg

08.09.2014, 08:49 Uhr

Ganz klar als Deutscher zu erkennen. Auch wegen der feinen, gut akzentuierten Aussprache als gut zu erkennen.
Ja, wenn die armen verwirrten Schäfchen vorerst genug von ihrem Sch... leben haben, können sie ja wieder heim ins Reich kommen - zur Sozialhilfe. Natürlich ist eine Trauma Therapie mit inbegriffen. Fragen zur religiösen Kompetenz und deren koscheren Zubereitung sind selbstverständlich.

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