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22.10.2012

12:56 Uhr

Ex-Staatssekretär Pfahls

„Schreiber hat mir Millionen geboten“

Die Geschäfte des mittlerweile betagten Karlheinz Schreiber sind erneut Thema vor einem deutschen Gericht. Ex-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls seine Aussage über die Bestechung durch Schreiber bekräftigt.

Der deutsche Spürpanzer „Fuchs“, der der US-Armee während der Golfkrise zur Verfügung gestellt wurde. dpa

Der deutsche Spürpanzer „Fuchs“, der der US-Armee während der Golfkrise zur Verfügung gestellt wurde.

AugsburgEx-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls hat vor Gericht erneut ausgesagt, vom ehemaligen Waffen-Lobbyisten Karlheinz Schreiber einen Millionenbetrag angeboten bekommen zu haben. Im neuen Verfahren gegen Schreiber vor dem Landgericht Augsburg sagte Pfahls am Montag, Schreiber habe gewollt, dass er sich in den USA wenn nötig für ein Panzergeschäft einsetze. Dafür habe ihm Schreiber zwei Millionen D-Mark angeboten - und später zu ihm gesagt: „Ich gratuliere dir, du bist jetzt doppelter Millionär.“

Schreiber war 2010 zu acht Jahren Haft verurteilt worden - aber nur wegen Steuerhinterziehung und nicht wegen Bestechung. Er selbst wie auch die Staatsanwaltschaft legten erfolgreich Revision ein. In dem neuen Verfahren muss nun geprüft werden, ob der Vorwurf der Bestechung Pfahls tatsächlich verjährt ist.

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Karlheinz Schreibers Steuerhinterziehungsprozess zieht sich weiter in die Länge.

In einem früheren Prozess hatte Pfahls gestanden, von Schreiber mit 3,8 Millionen Mark geschmiert worden zu sein. 1999 war er untergetaucht. 2004 wurde er in Paris gefasst und ein Jahr später wegen Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Statt die Prozesskosten und Steuerforderungen zu begleichen, gab sich Pfahls als mittellos aus - in Wahrheit besaß er Millionen. Ende 2011 wurde er deshalb unter anderem wegen Betrugs zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

Wegen der angeschlagenen Gesundheit Schreibers wurde die Verhandlung am Montagvormittag unterbrochen. Der 78-jährige Angeklagte hatte nach Angaben eines Amtsarztes zu hohen Blutdruck und war vorläufig nicht verhandlungsfähig.

Von

dpa

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