Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.12.2011

09:08 Uhr

Ex-Verfassungsrichter

"Gute Chancen für NPD-Verbot"

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter und Strafrechtler Winfried Hassemer sieht durchaus Chancen für ein Verbot der rechtsextremistischen NPD. Im Interview erklärt er, worauf dabei dieses Mal unbedingt zu achten ist.

Winfried Hassemer, hier bei seiner ehemaligen Tätigkeit als Vorsitzender des Zweiten Senats des Bundesverfassungerichts. ap

Winfried Hassemer, hier bei seiner ehemaligen Tätigkeit als Vorsitzender des Zweiten Senats des Bundesverfassungerichts.

FrankfurtDer 71-Jährige, der 2003 zusammen mit zwei Kollegen eine Fortsetzung des Verbotsverfahrens abgelehnt hat, weiß worauf bei solch einem Verbot zu achten ist.

Als Bundesverfassungsrichter haben Sie vor acht Jahren eine Fortsetzung des NPD-Verbotsverfahrens abgelehnt. Hat sich die Lage seither verändert?

Hassemer: Das hat sich wesentlich verändert. Denn das Gericht hat damals die Fehler, die man machen kann, sehr klar beschrieben. Und der Fehler ist halt einfach der, dass das Gericht nicht unterscheiden kann, ob die inkriminierten Texte, die das Verfahren begründen sollen, von der NPD stammen oder von den V-Leuten. Der Verfassungsschutz konnte seine Leute natürlich nicht aufdecken und das war das Problem. Wir waren gewissermaßen im Blindflug.

Warum haben Sie damals gegen die Fortsetzung des Verbotsverfahrens gestimmt?

Wir haben damals nicht über die Verfassungswidrigkeit in der Sache entschieden. Wir haben nur über die Vorfrage entschieden - über die wir dann ja auch in Streit geraten sind: „Können wir ein faires Verfahren garantieren?“ Ich war und bin der Meinung, das konnten wir nicht. Wenn man heute nicht mehr denselben Fehler macht, ist das schon eine ganze Menge.

Sehen Sie heute also gute Chancen für ein Verbot der NPD?

Die rechtlichen Bedingungen für ein solches Verfahren gibt es. Das Grundgesetz hat das gut und klug gemacht. Man darf nur nicht solche Fehler machen wie damals. Man muss klar stellen, von wem die Texte sind. Und wenn man das nicht kann, muss man es lassen.

 

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

titus70

06.12.2011, 09:45 Uhr

Es sollte die Frage geklärt werden, so wie die NPD von Mainstream-Medien und Volksvertreteren(Verrätern )propagiert wird, diese nicht ein Produkt und gefördert ist durch die Zionistische Finanz- und Wirtschaftsmafia!!
P. Werner, Kiefersfelden
Gott zum Gruße und endlich die Erleuchtung aufzuwachen!!

Polit

06.12.2011, 11:19 Uhr

Die Überschrift ist eine dreiste Manipulation und passt überhaupt nicht zu dem tatsächlichen Text. Hassemer hat nur Voraussetzungen genannt, aber ob diese gegeben sind, hat er gerade nicht gesagt.

Spartakus

07.12.2011, 07:55 Uhr

Nicht die NPD ist das Problem, das Problem ist der radikale Rechtsruck ganz Deutschlands seit der Wiedervereinigung!
Ein NPD-Verbot wäre nur Kosmetik, das Problem ist der Grund dieses Rechtsrückens. Gerade in den Jahren nach der Wiedervereinigung wurden permanent deutsch-national pseudo- historische orientierte Sendungen auf fast allen Sendern gestrahlt, ich glaube nicht dass das Zufall war.
Hier, bei den Verantwortlichen der Medien, müsste geprüft werden ob sie nicht von Rechtsradikalen unterwandert sind und Vorsicht gelten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×