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03.06.2015

09:08 Uhr

Experten des Europarates

Lob für Kampf gegen Menschenhandel

Deutschland nimmt den Kampf gegen Menschenhandel ernst und gibt dafür auch Geld aus. Das erkennt der Europarat an. Doch es gibt noch viel zu tun, um Zwangsprostitution und Zwangsarbeit zu beenden.

Die Expertengruppe des Europarates gegen Menschenhandel (Greta) attestiert Deutschland Fortschritte im Kampf gegen Menschenhandel. dpa

Straßenstrich

Die Expertengruppe des Europarates gegen Menschenhandel (Greta) attestiert Deutschland Fortschritte im Kampf gegen Menschenhandel.

StraßbourgDie Expertengruppe des Europarates gegen Menschenhandel (Greta) hat Deutschland wichtige Fortschritte im Kampf gegen Menschenhandel bescheinigt. Dabei geht es vor allem um Maßnahmen gegen Zwangsprostitution und Zwangsarbeit.

Im ersten Deutschland-Bericht, der am Mittwoch in Straßburg veröffentlicht wird, kommen jedoch auch noch eine Reihe von Schwachstellen zur Sprache. Die Behörden sollten angesichts uneinheitlicher Länder-Bestimmungen eine nationale Strategie gegen Menschenhandel entwickeln, heißt es in dem 65-Seiten-Dokument (Absatz 2 Executive summary).

Deutschland hat die Europaratskonvention gegen Menschenhandel 2012 ratifiziert. Die Experten besuchten Regierungsbehörden und sechs Bundesländer (Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen) im Juni des vergangenen Jahres besucht.

Nach Zahlen des Bundeskriminalamtes von 2010 bis 2013 stammen die meisten Opfer aus Rumänien (571), Ungarn (190), Polen (112) und Nigeria (102). Aber auch innerhalb Deutschlands wurden in dem Zeitraum mehr als 400 Frauen zur Zwangsprostitution verschleppt (Punkt II Absatz 12).

Kritisch merken die Greta-Experten an, dass Aufenthaltsgenehmigungen für Opfer von Menschenhändlern unter der Bedingung erteilt werden, dass die Betroffenen mit Polizei oder Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten, um gegen Schlepper vorzugehen (Punkt III Absatz 166).

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