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02.05.2012

06:51 Uhr

Experten schätzen

Im April weniger als drei Millionen Arbeitslose

Das Frühjahr sorgt für sinkende Arbeitslosenzahlen. Im April wird dabei erstmals wieder die Drei-Millionen-Marke unterschritten. So rund wie in den Vorjahren läuft es dennoch nicht.

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht heute die Arbeitsmarktdaten für April. dapd

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht heute die Arbeitsmarktdaten für April.

NürnbergIm April ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland wieder unter die Drei-Millionen-Marke gerutscht. Nach Berechnungen von Experten waren 2,93 Millionen Männer und Frauen ohne Job. Dies wären rund 100 000 weniger als im März - der Rückgang fiele damit deutlich schwächer aus als im Schnitt der vergangenen Jahre. Im Vergleich zu 2011 wären im April rund 150 000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die offiziellen Zahlen gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Mittwoch (2. Mai) in Nürnberg bekannt.

Der Frühjahrsaufschwung falle in diesem Jahr deutlich schwächer aus als in den Vorjahren, gaben Volkswirte deutscher Großbanken und Konjunkturforscher in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa zu Bedenken. Nach Einschätzung der Fachleute haben im April vor allem Saison-Effekte für eine Belebung des Arbeitsmarktes gesorgt, die Konjunktur sorge kaum noch für Schub auf dem Arbeitsmarkt.

„Die Konjunktur schiebt nicht mehr so stark. Wir spüren inzwischen die Schleifspuren des schwachen letzten Quartals 2011“, urteilt etwa Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld. Deutsche Bank-Volkswirt Steffen Schneider ist sogar der Überzeugung, das es im April „konjunkturell gar keinen Effekt mehr“ gegeben hat. „Allerdings sollte man einen Monat auch nicht überinterpretieren“, warnte er.

Wirtschaftliche Frühindikatoren veranlassen Schneider und Tuchtfeld auch zu einem skeptischen Blick in die Zukunft. Angesichts des erwarteten moderaten Wirtschaftswachstum hätten inzwischen viele Unternehmen geplante Einstellungen erst einmal zurückgestellt. „Viele Firmen fahren im Moment auf Sicht und warten erstmal ab, wie die wirtschaftliche Lage sich weiter entwickelt“, meinte Tuchtfeld. Schneider rechnet zumindest für die erste Jahreshälfte mit einer Stagnation auf dem Arbeitsmarkt.

Etwas optimistischer beurteilen dagegen die DZ- und die HypoVereinsbank sowie das Münchner Ifo-Institut die Arbeitsmarktlage. Für Alexander Koch von der HypoVereinsbank sind zwar ebenfalls die Zeiten des Job-Booms erst einmal vorbei. „Trotzdem läuft der Arbeitsmarkt weiter in Richtung Beschäftigungsaufbau“ - wenn auch nicht mehr so rasant wie 2011. Auch DZ-Bank Volkswirt Christian Reicherter geht davon aus, „dass es weiterhin eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt geben wird“. Ebenso hält Ifo-Konjunkturforscher Steffen Henzel den Arbeitsmarkt trotz einer Verlangsamung der Dynamik weiter für intakt.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

02.05.2012, 06:47 Uhr

„Die Konjunktur schiebt nicht mehr so stark. Wir spüren inzwischen die Schleifspuren des schwachen letzten Quartals 2011“, urteilt etwa Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld.
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Ford beantragt in Köln Kurzarbeit , will aber gleichzeitig in Asien investieren , Thyssen-Krupp verlagert immer mehr bereiche in Länder wo dieses Energieintensives Unternehmen noch wettbewerbsfähig arbeiten kann ..... usw.....usw.....

Machen sie die sog Energiewende so schnell wie möglich rückgängig , oder wir werden aus der "Schleifspur" eine Vollbremsung sehen !!!
Deutschland braucht Atomkraft !

Aber 2,9 Mio ist noch immer eine gute zahl , eine rot/grüne Regierung hat 2005 eine zahl von 5,2 Mio zu verantworten gehabt .

AntiEnergieelite

02.05.2012, 08:38 Uhr

Hallo, Energieelitchen. Ihr Zitat: "Thyssen-Krupp verlagert immer mehr bereiche in Länder wo dieses Energieintensives Unternehmen noch wettbewerbsfähig arbeiten kann"---Wow, Thyssen-Krupp geht trotz des Netzentgeltebonuses? Ist doch auch gut so. Wieder ein Stromfresser weniger, der unser Netz überlasten würde und private Stromrechnungen in die Höhe treiben würde. Und ausserdem ist dieses Unternehmen Kriegstreibenes Unternehmen (zur Nazizeit und auch heute noch). Also weg damit und raus aus Deutschland damit.

goldeneye

02.05.2012, 08:45 Uhr

Klar, dass wir so wenig Arbeitslose haben, obwohl ich nicht an diese von der Bundesagentur für Arbeit "vorgegebene Zahl" glaube - es sind mehr!
Wir haben doch in Deutschland in der Zwischenzeit die "SKLAWENARBEIT" (Zeitarbeiter) eingeführt - SO werden wir übrigens im EU-Ausland betrachtet.
.... und Energieelite: JA, die Energiewende MUSS so schnell wie möglich rückgängig gemacht werden! Wollen wir hier in Europa die "Insel der Glückseligen" werden und ringsum stehen doch die Atommeiler?
Schade, dass es für den Endverbraucher bislang nicht möglich ist, DIREKT den Strom vom benachbarten Ausland zu kaufen - ich würde sofort zur EDF France (nur 15 km zur Grenze entfernt) wechseln.

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