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15.06.2012

16:12 Uhr

Exzellenzinitiative

Fünf weitere Universitäten werden Elite

Die Universitäten in Berlin, Bremen, Dresden, Köln und Tübingen steigen zur Elite der deutschen Hochschulen auf. In den nächsten Jahren bekommen sie und sechs weitere Unis insgesamt 2,7 Milliarden Euro für die Forschung.

Neben der Kölner Universität erhalten auch die Hochschulen in Berlin, Bremen, Dresden und Tübingen Forschungsgelder des Bundes. dpa

Neben der Kölner Universität erhalten auch die Hochschulen in Berlin, Bremen, Dresden und Tübingen Forschungsgelder des Bundes.

Berlin/Bonn/DresdenEs war ein Rennen um Renommé und sehr viel Geld: 16 deutsche Unis kämpften um den begehrten Elite-Status. Jetzt gibt es elf strahlende Sieger - fünf steigen in die Königsklasse auf. Nach Angaben der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vom Freitag gehören nun auch die Humboldt-Universität Berlin, Bremen, Dresden, Köln und Tübingen zum Kreis der forschungsstärksten deutschen Universitäten.

Ihren Elite-Titel erfolgreich verteidigen konnten vor der international besetzten Jury die beiden Münchener Universitäten, die FU Berlin, Konstanz, Heidelberg und die RWTH Aachen. Zu den Absteigern gehört überraschend die Universität Karlsruhe, die wegen ihrer viel gelobten Zusammenarbeit mit der außeruniversitären Forschung besonders im Blickfeld der Bildungspolitik steht. Auch Göttingen und Freiburg verlieren ihren bisherigen Elite-Status. Nicht durchsetzen mit ihrem Zukunftskonzept konnten sich die Universitäten Bochum und Mainz.

In Sachsen freute man sich über die Ehrung der TU Dresden. Die Wissenschaftsministerin des Landes, Sabine von Schorlemer, sagte, Sachsen rücke damit in den Kreis der forschungsstärksten Wissenschaftsstandorte Deutschlands.

Bei der zweiten Exzellenzinitiative von Bund und Ländern ging es um die Vergabe von 2,7 Milliarden Euro Forschungsgelder, die die Universitäten bis 2017 zusätzlich erhalten. Davon trägt 75 Prozent der Bund, 25 Prozent zahlen die Länder. Bei der ersten Exzellenzinitiative wurden zwischen 2006 und 2009 rund 1,9 Milliarden Euro Forschungsgelder an die Sieger-Universitäten ausbezahlt.

Bei der Exzellenzinitiative gibt es drei Fördersäulen. Es geht erstens um Promotionsprogramme (Graduiertenschulen), zweitens um fachübergreifende Forschungsverbunde verschiedener Wissenschaftsdisziplinen (Exzellenzcluster) und drittens um Zukunftskonzepte der Universität selbst.

Nur wer in den ersten beiden Fördersäulen überzeugt und dort jeweils auch den Zuschlag für seine Projekte bekommt, hat die Chance, sein Zukunftskonzept durchzuboxen.

Bund und Länder haben entschieden, dass es nach 2017 keine dritte Exzellenzinitiative geben soll. Allerdings gibt es Vorschläge und Beratungen, wie die Spitzenforschung in Deutschland weiter gemeinsam gefördert werden kann. Im Gespräch ist auch eine Grundgesetzänderung zur Lockerung des Kooperationsverbotes von Bund und Ländern in der Bildung.

Kommentare (1)

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17.06.2012, 18:29 Uhr

Das Wort Elite-Uni hat seinerzeit der Polit-Pfiffikus Schröder und seine Ministerin Bulmahn erfunden. Wohl wissend, dass das Wort Elite in dem Kontext mit Uni so viel zu tun hat wie ein Zitronenfalter mit Zitronen.

Und im landläufigen Verständnis von Elite-Universität werden eher Namen wie die ETH Zürich (Technik) oder die Uni St. Gallen (Wirtschaft) bei den deutschsprachigen oder die Mitglieder der Efeu-Liga in den USA genannt (MIT, Harvard, ...).
Wir Deutschen mit unserem sozialdemokratischen Milieuschaden haben sowieso ein anderes Elitenverständnis als die Amerikaner. Das kommt ja vor allem in der Alumni-Bewegung zum Ausdruck.

Das Gute war, dass Schröder in der SPD überhaupt ´mal die Elitendiskussion angestoßen hat. Das Nebenziel war aber auch, das verkrustete Denken der einzelnen Bundesländer in Bezug auf Forschungsförderung aufzubrechen. Dass nun der Eindruck entstanden ist, dass trotz der internationalen Besetzung der Rating-Jury politische Kriterien im Vordergrund stehen, wird besonders durch das Ausscheiden des KIT Karlsruhe befeuert.

Aber wenn das KIT in Karlsruhe clever ist, weiten sie ihre Drittmittel-Akquise etwas aus. Denn die typisch deutsche Schwachsinnsdiskussion hat etwas Gutes: auch im Ausland nimmt man sie zur Kenntnis. Und über politische Klein-Klein-Spielchen dieser Kategorie sind die Chinesen schon lang hinweg.

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