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12.09.2011

00:04 Uhr

EZB-Chefökonom

Schäuble macht bei der Stark-Nachfolge Tempo

Der Bundesfinanzminister hat es bei der Neubesetzung des Posten des EZB-Chefökonoms eilig. Die Niederlande unterstützen bereits Staatssekretär Jörg Asmussen. Aber auch dessen Nachfolge ist bereits geregelt.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Reuters

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Die Niederlande unterstützen die Kandidatur des deutschen Finanzstaatssekretärs Jörg Asmussen als Nachfolger des scheidenden EZB-Chefvolkswirts Jürgen Stark. Das teilte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager am Sonntag mit.

Asmussen sei erfahren auf dem Feld der Finanzwirtschaft und kenne die Eurozone und ihre Akteure in- und auswendig. „Die niederländische Regierung hatte immer eine ausgezeichnete Arbeitsbeziehung mit Herrn Asmussen, und wir vertrauen darauf, dass er die Arbeit von Herrn Stark fortsetzen wird“, erklärte de Jager.

Auf Jörg Asmussen im Amt des Staatsekretärs für Finanz- und Europapolitik rückt Thomas Steffen nach. Dies habe Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bereits entschieden, heißt es im Ministerium.

Bisher leitet Steffen die Europaabteilung. Zuvor war er Exekutivdirektor der Bankenaufsicht Bafin und dort zuständig für Versicherungen. Der erfahrene Spitzenbeamte wird nach dem Wechsel Asmussens zur EZB in der Runde der Staatssekretäre der Eurogruppe über die Euro-Rettung verhandeln und für Schäuble die G7-Finanzministertreffen vorbereiten.
Nach Steffens Aufstieg sind nun gleich drei Abteilungsleiter-Posten im Finanzministerium zu besetzen. Es fehlt noch immer ein Nachfolger für den früheren Grundsatzabteilungsleiter Markus Kerber, der zum BDI wechselte. Dem Vernehmen nach sucht Schäuble einen externen Kandidaten. Und Rolf Wenzel, Abteilungsleiter für Finanzmarktfragen, soll zum Jahresende zur Entwicklungsbank des Europarats wechseln.

Die Bundesregierung hatte nach der überraschenden Ankündigung von Stark am Freitag, nicht länger für das wichtige Amt des EZB-Chefökonoms bereitzustehen, schnell reagiert. Schon am Samstag nominierte Schäuble örg Asmussen als Nachfolger.

Asmussen, der SPD-Mitglied ist, versicherte wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, sich für die Stabilität des Euro einzusetzen. Unterstützung erhielt er von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Auch aus der FDP kamen positive Signale. 

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Der Rückzug des geldpolitischen Hardliners Stark aus der EZB hatte in der Politik und an den Märkten erhebliche Zweifel am Stabilitätskurs der EZB ausgelöst. Der Euro war deshalb auf ein Sechs-Monats-Tief eingebrochen. Stark steht ganz in der gedanklichen Tradition der Bundesbank, die ihre vornehmste Aufgabe immer in der Inflationsbekämpfung gesehen hat. Er hatte EZB-intern gegen den Kauf von Staatsanleihen zur Stützung hoch verschuldeter Länder wie Griechenland oder Italien opponiert und nun offensichtlich persönliche Konsequenzen gezogen. 

Nach Angaben aus Koalitions- und Regierungskreisen kam die Demission Starks nicht ganz so überraschend wie gedacht. Die Personalie Asmussen habe bereits festgestanden. Schäuble sagte nach einem G7-Finanzministertreffen in Marseille, er sei nicht überrascht worden. Versuche, Stark zu halten, seien aber wegen der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank gescheitert. Der Wechsel solle zum Jahreswechsel 2011/12 vollzogen werden. 

Kommentare (12)

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w.schwachtel@gmx.de

11.09.2011, 19:07 Uhr

Assmusen ist bei der SPD ? HAHAHA...

seht ihr, die stecken alle unter eine Decke !

Unser Politisches System ist nicht mehr glaubwürdig !

Die Mutter aller Blasen ist angestochen !

Account gelöscht!

11.09.2011, 19:30 Uhr

Wir können auch Lischen Müller schicken, denn es ist egal, welcher deutsche Vertreter durch die Weichwährungsländer in diesem Gremium überstimmt wird. Die Statuten der EZB billigen einem Zwergenstaat wie Malta die gleichen Stimmrechte zu wie dem riesigen Geberland Deutschland. Das ist EU-Wirklichkeit im Jahre 2011. Der Wahnsinn hat aber auf allen Ebenen Methode. So ist die EZB zur größten Bad Bank im Euroraum geworden. Sie hat illegal Anleihen von diversen Krisenländern aufgekauft oder Ramschanleihen als Sicherheit für Kredite akzeptiert. Die Risiken für Deutschland belaufen sich auf über 300 Mrd. Euro. Hinzu kommen die Target2-Kredite - eigentlich ein Instrument, um Tagesgeschäfte über Ultrakurzkredite abzuwickeln. Auch hier gibt es zu Lasten Deutschlands Ausstände von über 100 Mrd. Euro. Ein Skandal ohne Ende! Ein neuer Mann auf deutscher Seite bringt hier gar nicht. Der letzte ist gerade abgetreten, weil er das ganze Chaos nicht mehr mitmachen wollte. Und auch der nächste sollte sich überlegen, ob er sich durch sein Mitwirken nicht späterer Strafverfolgung aussetzt. Denn anders als unsere feinen Politiker schützt ihn keine Imunität.

http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-22479/debatte-der-verheimlichte-super-gau_aid_625051.html

P-G

11.09.2011, 20:30 Uhr

Wenn Schäuble den Mann schickt, dann ist höchste Vorsicht geboten. Die Stabilitätsfanatiker sind längst abgeschossen worden. Jetzt kommt Draghi als Chef der EZB. Merkel kann damit gut leben. Auch da weiss man, was das Ziel ist. Deutschland soll bluten. Ich hätte nie gedacht dass sich solche Leute Chisten nennen. Die Pfarrestochter missachtet die Gebote Gottes(Du sollst nicht stehlen-das Geld der deutschen Steuerzahler; oder Du sollst nicht töten- Deutsche Soldaten in Afghanistan töten oder werden getötet, obwohl wir in diesem Land nichts verloren haben.) wie die Gesetze des Deutschen Volkes(GG, Lisabbon- und Maasticht Vertrag). Nach welcher Moral lebt diese Frau? Freut sich als Christin, wenn jemand ohne Gerichtsbeschluss abgeknallt wird. Verkauft ihr Volk für "30 Silberlinge" - Wer bezahlt wohl ihren Judaslohn?

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