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16.12.2013

08:09 Uhr

EZB-Direktorium

Lautenschläger mit besten Chancen auf Asmussen-Job

ExklusivDie SPD landet einen Coup: EZB-Direktor Asmussen geht als Staatssekretär in das Ministerium von Andrea Nahles. Ein Wechsel, der private Gründe haben soll. Finanzminister Schäuble hat schon einen Nachfolger im Visier.

Sabine Lautenschläger: Die Bundesbank-Vizechefin könnte einen Platz im EZB-Direktorium bekommen. Reuters

Sabine Lautenschläger: Die Bundesbank-Vizechefin könnte einen Platz im EZB-Direktorium bekommen.

Berlin/FrankfurtAls Wunschkandidatin für die Nachfolge des scheidenden EZB-Direktoriumsmitglieds Jörg Asmussen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger im Blick. Das erfuhr das Handelsblatt aus Ministeriumskreisen. „Als ausgewiesene Bankenaufseherin ist Frau Lautenschläger die beste Kandidatin für diese Aufgabe“, hieß es dort. Außerdem soll Lautenschläger Vizechefin der künftig bei der Europäischen Zentralbank angesiedelten Bankenaufsicht werden. Lautenschläger ist seit Juni 2011 Bundesbank-Vizechefin. Zuvor war sie als Exekutivdirektorin für Bankenaufsicht bei der Finanzaufsicht Bafin tätig.

Am Montag sagte Schäuble zur Personalie Lautenschläger im „Deutschlandfunk“: „Sie ist eine herausragende Vizepräsidentin der Bundesbank“. Lautenschläger habe zudem „ganz große Erfahrungen“ im Bereich Bankenaufsicht, in dem die Europäische Zentralbank (EZB) zusätzliche Aufgaben übernimmt. Sie mit der Asmussen-Nachfolge zu betrauen, wäre „sicherlich eine gute Überlegung“.

Die Bundesregierung werde einen Vorschlag machen, dem dann die anderen Euro-Länder zustimmen müssten. Zum geplante Wechsel von Asmussen als Staatssekretär ins Arbeitsministerium sagte Schäuble. „Das finde ich toll. Er ist ein guter Mann.“ Asmussen sei eine Bereicherung für die Bundesregierung.

Das künftige schwarz-rote Kabinett

Neuer Kanzleramtschef

Die CDU stellt mit Angela Merkel die Bundeskanzlerin, die SPD mit Sigmar Gabriel den Vizekanzler. Chef des Bundeskanzleramtes soll der bisherige Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) werden.

Die CDU-Minister

Innen: Thomas de Maizière (59) – Finanzen: Wolfgang Schäuble (71) – Verteidigung: Ursula von der Leyen (55) – Gesundheit: Hermann Gröhe (52) – Bildung und Forschung: Johanna Wanka (62).

Die CSU-Minister

Verkehr/digitale Infrastruktur: Alexander Dobrindt (43) – Ernährung/Landwirtschaft (CSU): Hans-Peter Friedrich (56) – Wirtschaftliche Zusammenarbeit/Entwicklung (CSU): Gerd Müller (58).

Die SPD-Minister

Wirtschaft und Energie: Sigmar Gabriel (54) – Auswärtiges Amt: Frank-Walter Steinmeier (57) – Arbeit und Soziales: Andrea Nahles (43) – Justiz und Verbraucherschutz: Heiko Maas (47) – Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Manuela Schwesig (39) – Umwelt, Naturschutz, Bau, Reaktorsicherheit: Barbara Hendricks (61).

Staatsminister im Kanzleramt

Kultur und Medien (CDU): voraussichtlich Monika Grütters (51) – Staatsminister bei der Bundeskanzlerin (CDU): noch offen – Migration, Flüchtlinge und Integration (SPD): Aydan Özoguz (46).

Am Sonntag war bekannt geworden, dass EZB-Direktor Jörg Asmussen als Staatssekretär in das Bundesarbeitsministerium unter der designierten Ministerin Andrea Nahles (SPD) wechselt. „Ich freue mich sehr, dass Jörg Asmussen beamteter Staatssekretär werden wird und seinen großen Erfahrungsschatz aus bisheriger exekutiver Arbeit mit vollem Einsatz in diesem zentralen Ministerium einbringen will“, sagte Nahles am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Asmussen selbst betonte in einer Erklärung, die Gründe für seinen Wechsel seien rein privater Natur.

Er habe das Angebot der neuen Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) gerne angenommen. Das Ressort habe das größte Budget. Er werde zusammen mit Nahles eine moderne Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik gemäß des Koalitionsvertrages umsetzen.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, bedauert den Wechsel. Asmussen sei in den vergangenen zwei Jahren bei der Gestaltung der Geldpolitik eine „enorme Hilfe“ gewesen. „Ich persönlich werde ihn vermissen“, sagte Draghi in einer am Sonntagabend von der EZB verbreiteten Erklärung.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

15.12.2013, 18:11 Uhr

Wenn Nahles mit den wirklich kritischen Verhältnissen in der aktuellen Arbeitswelt so umgeht, wie ich selbst als Betriebsrat sie vor Jahren in einem Konflikt mit einem rigorosen Arbeitgeber aus ihrem damaligen Wahlkreis erlebte, dann können Arbeitnehmer alle Hoffnung fahren lassen. Und jetzt auch noch Asmussen: Referent für internationale Finanz- und Währungspolitik unter Theo Waigel, Leiter der Abteilung für Nationale und Internationale Finanzmarkt- und Währungspolitik unter Hans Eichel, setzte sich bei Verhandlungen zur zweiten GroKo für den Abbau „überflüssige[r] Regulierungen“ und den „Ausbau des Verbriefungsmarktes“ für den Finanzmarkt ein, setzte sich als Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat der Mittelstandsbank IKB für den Kauf von Papieren ein, die nicht nur diese Bank später in die Krise führten und war zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin (vergleiche dazu Wikipedia). Ich frage mich, was Arbeitnehmer von einem mit (offenbar faulen) Finanztricks vertrauten und spezifisch auf die Finanzwelt fokussierten Staatssekretär anderes zu erwarten haben, als Einsparungen zu ihren Ungunsten? Aber von der Spezialdemokratie à la Gabriel, Nahles und Co. ist nichts anderes zu erwarten.

AlleZumTeufelJagen

16.12.2013, 08:30 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

16.12.2013, 09:29 Uhr

die Inetressen Arbeitnehmer/Innen werden seit Schröder verraten und verkauft.

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