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21.03.2016

08:12 Uhr

EZB-Kritik

Lindner will mehr Einmischung in Geldpolitik

Scharfe Töne gen EZB und Bundesregierung: FDP-Chef Christian Lindner fordert, dass die Bundesregierung stärker in die Geldpolitik der Währungshüter eingreift. Auch mit dem Wirtschaftsminister geht er hart ins Gericht.

Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner will mehr Einmischung der Merkel-Regierung. dpa

Christian Lindner

Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner will mehr Einmischung der Merkel-Regierung.

DüsseldorfChristian Lindner fordert angesichts der extremen Niedrigzinspolitik der EZB dass sich die Bundesregierung stärker in die Geldpolitik einmischt. „Ich wundere mich, dass der Präsident der Bundesbank vernehmbarer ist als der Bundesfinanzminister“, sagte der FDP-Chef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Mehr Unterstützung von Herrn Weidmann durch Herrn Schäuble wäre keine Verletzung der Unabhängigkeit der EZB, sondern eine zwingende Notwendigkeit zum Erhalt der Stabilität im Interesse von Millionen Sparern“, sagte Lindner weiter.

Zusätzliche Sozialausgaben, auf die sich Bundesfinanzminister Schäuble und Wirtschaftsminister Gabriel jetzt geeinigt haben, hält Linder für falsch. Die Große Koalition strapaziere die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zusätzlich zu den Risiken aus der Weltwirtschaft und dem Kraftakt der Digitalisierung. Es gebe schon Bremsspuren, so Lindner.

Das ist Christian Lindner

Heimat

Christian Lindners Heimat ist das Bergische Land. Geboren wurde er am 7. Januar 1979 in Wuppertal, aufgewachsen ist er in Wermelskirchen.

Studium

Der Wermelskirchener studierte Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Philosophie an der Rheinischen Friedrich‐Wilhelms‐Universität Bonn und schloss sein Studium 2006 mit einem Magister Artium ab. In seiner Magisterarbeit am Institut für politische Wissenschaft beschäftigte er sich mit dem Thema „Steuerwettbewerb und Finanzausgleich. Kann die Finanzverfassung reformiert werden?“. Anschließend begann er mit der Abfassung seiner Dissertation, die er aufgrund seiner politischen Tätigkeit aber bisher nicht abgeschlossen hat.

Beruflicher Start

Von 1997 bis 2004 war Lindner Inhaber einer Werbeagentur sowie Mitgründer eines Internet‐Unternehmens. In dieser Zeit gab er zwei Fachbücher heraus.

Politischer Werdegang

Mit 16 trat er der FDP bei. Von 1996 bis 1998 war er Landesvorsitzender der Liberalen Schüler NRW und Vorstandsmitglied der Jungen Liberalen NRW.

Gestalter in Düsseldorf

Seit 1998 ist Linder Mitglied des NRW-Landesvorstandes der FDP. Von 2000 bis 2009 war er Abgeordneter des nordrhein‐westfälischen Landtags, wo er die Themen Generationen, Familie, Integration sowie Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie verantwortete, seit 2005 als stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Von 2004 bis April 2010 war Lindner zugleich Generalsekretär des FDP‐Landesverbandes Nordrhein‐Westfalen.

Von Düsseldorf nach Berlin

2009 wechselte Lindner in den Deutschen Bundestag und wurde zum Generalsekretär seiner Partei berufen. Dieses Amt gab er im Dezember 2011 zurück. Sein Bundestagsmandat gab er im Zuge der NRW‐Landtagswahl im Juli 2012 auf.

An die Spitze der FDP

Lindner ist seit der Landtagswahl im Mai 2012 Mitglied des Landtages (Rheinisch-Bergischer Kreis) sowie Vorsitzender der Landtagsfraktion und des Landesverbandes der FDP in Nordrhein‐Westfalen. Nach einer historischen Zäsur für die FDP bei der Bundestagswahl 2013 wurde er am 7. Dezember des selben Jahres zum Bundesvorsitzenden der FDP gewählt.

Privates

Lindner ist seit August 2011 mit der „Zeit“-Journalistin Dagmar Rosenfeld-Lindner verheiratet.

„Wer die Anfangssymptome nicht beachtet, wiederholt die Fehler der Flüchtlings- und Euro-Krise. Da hat man auch die ersten Zeichen ignoriert. Wenn man das jetzt wiederholt, könnte die nächste Krise am Ende des Jahrzehnts die Deutschland-Krise sein“, warnt Lindner in dem Interview.

Auch Sigmar Gabriel bekommt eine Watsche vom FDP-Chef: Auf die Frage, was man tun könne, damit Wettbewerb wieder respektiert werde, antwortete Lindner: „Den Wirtschaftsminister austauschen.“ Der Rücktritt des Vorsitzenden der Monopolkommission sei ein Weckruf. Linder bezieht sich dabei auf Gabriels Ministererlaubnis für die Fusion von Kaisers's Tengelmann mit Edeka.

Von

HB

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