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06.10.2017

17:14 Uhr

EZB Staatsanleihen

Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht

Jeden Monat kauft die EZB Staatsanleihen im Wert von 60 Milliarden Euro. Ob das erlaubte Geldpolitik oder Wirtschaftspolitik ist, soll der EuGH klären. Bis dahin soll das Bundesverfassungsgericht die Praxis untersagen.

Bis der EuGH entscheidet, sollen die Karlsruher Richter den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB auf Eis legen. dpa

Eilantrag

Bis der EuGH entscheidet, sollen die Karlsruher Richter den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB auf Eis legen.

KarlsruheDie ehemaligen AfD-Politiker Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel wollen der Europäischen Zentralbank (EZB) ihre milliardenschweren Staatsanleihekäufe vorläufig verbieten lassen. Dafür legten sie am Freitag beim Bundesverfassungsgericht einen Eilantrag ein, wie ein Sprecher in Karlsruhe bestätigte.

Lucke und Henkel wollen damit verhindern, dass der Anti-Krisen-Kurs der EZB ohne weiteres fortgeführt wird, bevor über Verfassungsbeschwerden gegen diese Politik entschieden worden ist (Az.: 2 BvR 1651/15). Das Bundesverfassungsgericht hatte im Juli den Europäischen Gerichtshof in den Rechtsstreit eingeschaltet.

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EZB-Politik auf der Anklagebank: EU-Gericht prüft Staatsanleihenkäufe

Darf die Europäische Zentralbank (EZB) Staatsanleihen kaufen oder nicht? Eine Antwort auf die umstrittene Frage wird vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) erwartet. Heute (Mittwoch) geht das Verfahren in Luxemburg in die nächste Runde.

Nach Auffassung der Karlsruher Richter sprechen gewichtige Gründe dafür, dass die dem Anleihekaufprogramm zugrundeliegenden Beschlüsse gegen das Verbot der Staatsfinanzierung durch die Notenbank verstoßen. Sie gingen über das Mandat der EZB für die Währungspolitik hinaus und würden damit in die Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten eingreifen. Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs steht noch aus.

Zur Ankurbelung von Inflation und Konjunktur kauft die Notenbank seit März 2015 Staatsanleihen und andere Papiere in großem Stil – derzeit für 60 Milliarden Euro monatlich. Das Geld soll die Zinsen drücken und die Kreditvergabe ankurbeln. Vorerst soll das Programm bis mindestens Ende 2017 laufen – die Käufe werden sich dann auf 2,28 Billionen Euro summieren. Beobachter halten es für wahrscheinlich, dass die EZB die Wertpapierkäufe 2018 schrittweise zurückfährt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Konstantin Lewe

06.10.2017, 18:11 Uhr

Blöd nur das der Staat davon profitiert.
Es ist allemal besser wenn die Notenbank einen Teil der Staatsschulden besitzt
als irgendwelche Hedge-Fonds die damit rumspekulieren.

Die Zinszahlungen können sich schnell mal verdoppeln wenn die ZInsen im
Allgemeinen steigen und das würde somit kontinuierlich neue Schulden bedeuten
um die Zinsen zahlen zu können.

Herr Konstantin Lewe

06.10.2017, 18:16 Uhr

Und warum sollen wir hier in Europa auf Instrumente verzichten die woanders Usus sind? Das wäre ein massiver Wettbewerbs Nachteil.
Leute die nachdem Motto handeln, Hauptsache wir machen das irgendwie anders, egal wie dumm es auch ist, sollte man eh links liegen lassen.

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