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30.03.2012

13:47 Uhr

Facebook-Flashmob

Der Versuch, die NPD aus Facebook zu mobben

VonTina Halberschmidt

Im sozialen Netzwerk Facebook haben Hunderte Nutzer bei einer Aktion gegen die NPD mitgemacht: Sie meldeten die offizielle Fanseite der Partei bei den Administratoren als anstößig. Der "Erfolg" währte aber nur kurz.

Gegner der NPD versuchten auf Facebook, zumindest ein Verbot der Partei-Fanseite - wenn schon nicht gegen die Partei selbst - durchzusetzen. dpa

Gegner der NPD versuchten auf Facebook, zumindest ein Verbot der Partei-Fanseite - wenn schon nicht gegen die Partei selbst - durchzusetzen.

Hunderte Facebook-Nutzer beteiligten sich an einem Online-Flashmob gegen die rechtsextreme Partei NPD. Unter dem Motto „Neonazis ärgern“ verbreitete sich via Facebook in Windeseile eine Statusmeldung, in der dazu aufgerufen wurde, die offizielle NPD-Fanpage beim Facebook-Administratoren-Team als anstößig zu melden. Facebook räumt jedem Nutzer die Möglichkeit ein, per Mausklick die Löschung von Fanpages oder zu beantragen, die beispielsweise Beleidigungen, Spam oder Hassreden enthalten und deswegen gegen die Facebook-Regeln verstoßen.

Hunderte Facebook-Nutzer beteiligten sich an einem Online-Flashmob gegen die rechtsextreme Partei NPD. Unter dem Motto „Neonazis ärgern“ verbreitete sich via Facebook in Windeseile eine Statusmeldung, in der dazu aufgerufen wurde, die offizielle NPD-Fanpage beim Facebook-Administratoren-Team als anstößig zu melden. Facebook räumt jedem Nutzer die Möglichkeit ein, per Mausklick die Löschung von Fanpages oder zu beantragen, die beispielsweise Beleidigungen, Spam oder Hassreden enthalten und deswegen gegen die Facebook-Regeln verstoßen.

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Tatsächlich ging die NPD-Facebook-Page, die über 17.000 Fans „liken“, vom Netz. Die Teilnehmer des Online-Flashmobs triumphierten: „Wahnsinn, bin echt froh, dass wir das geschafft haben!“ hieß es zum Beispiel auf der Facebook-Pinnwand des Internetportals von „Netz-gegen-Nazis“, und: „Richtig so! Weg mit dem braunen Gedankenmüll!“ Auch bei Twitter wurde gejubelt: „Hurra, wir haben die NPD gelöscht“, schrieb etwa @fingerfabrik.

Wie sich heute herausstellte, freuten sich die Flashmob-Teilnehmer allerdings zu früh: Die NPD-Page ist wieder da – und sie wurde nicht vom Facebook-Administratoren-Team, sondern von der NPD offline gesetzt. Auf der Fanpage der selbst ernannten „sozialen Heimatpartei“ erklärte NPD-Pressesprecher Frank Franz am späten Donnerstagabend, man habe sich entschlossen, „die Seite für einige Stunden vom Netz zu nehmen“. In vielen „vermeintlich neutralen Blättern und Blogs der Republik“ sei daraufhin „Schadenfreude aufgebrandet“, auch „die Hacker-Gruppe Anonymus“ habe „ob des vermeintlichen Sieges frohlockt“. Aber „leider“, so Franz weiter, müsse man „all die selbsternannten Superhacker enttäuschen“: „Euer Flashmob war eine virtuelle Platzpatrone. Wir sind hier und hier bleiben wir auch.“

Die Reaktion von „Netz-gegen-Nazis“ kam prompt: Alle Fans sollten „ordentlich“ die NPD-Seite „zukommentieren“ und so die Administratoren der NPD ins Schwitzen bringen, heißt es auf der Facebook-Pinnwand. Zahlreiche Nutzer riefen zudem unter dem Motto „Jetzt erst recht!“ erneut dazu auf, die NPD-Fanpage beim Facebook-Administratoren-Team als anstößig zu melden.

In der Vergangenheit hatte es bereits mehrere Facebook-Aktionen gegen die NPD gegeben: Im Jahre 2010 hatten tausende Nutzer mit einer „digitalen Lichterkette“ gegen die rechtsextreme Partei protestiert. Die Facebook-Page „Kein Facebook für Nazis - NPD Seite löschen!“ hat über 400.000 Unterstützer. Und auch die Figur „Storch Heinar" macht via Facebook unter anderem gegen die NPD mobil.

Das Statement der NPD zur Attacke mehrerer Facebook-Nutzer. Facebook/NPD

Das Statement der NPD zur Attacke mehrerer Facebook-Nutzer.

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